Wieder so 'ne Woche

Montag: Die Familie hinterläßt mir das Haus wieder im üblichen Nach-dem-Wochenende-Chaos, noch mit der Anweisung ein paar Maschinen Wäsche könnten gewaschen werden, die Sortierkörbe seien so voll. Schon beim Lunchpakete der Kinder machen kam ich mir vor wie auf dem Kasernenhof - Fajitas für ... und auch für ... Ich meine ich habe am Morgen auch nicht die beste Laune, aber an solche Worte wie bitte oder danke denke ich trotzdem gelegentlich und lasse sie aus meinem Mund...
Nach ungefähr drei Stunden sah es dann wieder annehmbar aus, und nach drei Wäscheladungen und einem Trocknerdurchgang waren auch die Körbe wieder fast leer. Nur ist heute (Mi) immer noch die Ablage im Wäscheraum voll - mit zusammen-gelegten Handtüchern und Sachen der Eltern (weil ich nur die Kindersachen wegräume). Ich wette das bleibt da noch bis zum nächsten Wochenende liegen - aus den Körben ist es ja jetzt raus ...

Heute war der Papa länger zu Hause und hat dann ("weil die Kinder das dann bestimmt wollen") die Kinder in den Kindergarten gebracht. Während er gemütlich Zeitung gelesen hat, habe ich wie üblich Stullen geschmiert und die Rucksäcke fertig gemacht. Um acht ist er abgedüst (ich fahre sonst erst so gegen halb neun), und ich hatte nichts mehr zu tun, war nur wieder der Pack-und-Schmier-Apparat gewesen - hätte man mich da nicht einfach mal ausschlafen lassen können?! Bei mir zu Hause in Sachsen ist Buß- und Bettag, der dritte oder vierte Feiertag der mir seit meiner Abreise "durch die Lappen gegangen" ist, da konnten die Leute ohne Wecker munter werden ... Wenigstens konnte ich hinterher noch ein Stündchen meine Augen von innen ansehen. Dann habe ich einen Spaziergang runter zum Strand gemacht - das erste Mal seit der Zeitumstellung. Die Kälte der letzten Tage hatte auf alle Oberflächen lustige Raureifskulpturen gebaut, und ich konnte ein paar tolle Fotos machen. Da gerade Ebbe war, gab das Eis am Strand knisternde Geräusche von sich, weil das Wasser sich zurückzog und die 1-2 mm dicken Scheiben zurückließ. Es klang sogar ein bißchen wie Feuerknistern, eigentlich paradox.

Der Frost hat ganz schön im Gesicht gezwickt, aber dank dicker Unterhosen und Wollshirts blieb der Rest warm. Ich habe trotzdem im Haus erst mal den Kamin angeworfen - in meinem Zimmer ist es ohne Heizung halt kälter, der Heizlüfter ist laut und nervt, und ich hoffe die zusätzliche Wärme aus dem Wohnzimmer zieht schön nach oben zu mir dann brauche ich diese Lärmmaschine nicht wieder anstellen.

Inzwischen ist die Sonne am frühen Nachmittag auch schon wieder weg - um neun ist Sonnenaufgang und um drei Sonnenuntergang; und durch die Lage des Hauses haben wir tagsüber nur noch zwei Stunden direkten Sonnenschein - so von halb elf bis halb eins etwa - und das auch noch auf der Frontseite, wo mein Zimmer doch auf der Rückseite liegt. So sitze ich seit einigen Tagen schon mit Kunstlicht an den Tag über, und meine Augen finden das gar nicht gut.


Das war mittags um zwölf ...
Ja, am Wochenende hab ich das erste Mal Wal probiert (ich glaube einige Leute würden mich jetzt gerne verhauen). Es schmeckte wie eine Mischung aus Rind und Leber - war nicht übel aber ich muss es nicht noch einmal haben. Dazu gab es endlich mal wieder ordentlichen Salat (von mir höchstpersönlich zubereitet) mit Ruccola, Paprika und Fenchel, und zum Nachtisch eine Mangocréme - also Sahne mit einem Schneebesen schlagen dauert echt lange, ich lobe mir meine elektrischen Küchengeräte ... Was für ein Genuß für meinen Gaumen! Davon muss ich wieder die ganze Woche zehren. Zum Glück bin ich am Samstag bei Nina zum Plätzchen-und-andere-Sachen-backen eingeladen, da freue ich mich schon drauf.


Das war meine Delikatesse des Tages - Blätterteig mit Rømme (saure Sahne), Champignons, roten Zwiebeln und Thymian - LECKER!
Dann bin ich gerade noch (abends um acht) durch die komplette Stadt mit dem Auto zurückgefahren und ... die Kupplung kann mich immer noch nicht leiden - oder ich bin einfach zum Autofahren zu ungeschickt ...

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