Ich habe fertig

Soooo, für alle die sich gewundert haben warum denn die Ina wieder so lange nichts schreibt ;) kommt hier die Erklärung:
Wie in den vorherigen Posts schon angedeutet wurde ich immer unglücklicher hier - nicht weil meine Freunde und die Landschaft den Reiz verloren (eher das Gegenteil war der Fall), sondern weil ich immer öfter "nette Gespräche" mit meinen Gasteltern führen mußte. Zuerst dachte ich daran die Familie zu wechseln, aber dann erkannt ich dass das meine angeknackste Gefühlswelt auch nicht wieder ins Gleichgewicht bringen würde. ALSO HABE ICH HEUTE (nach langen Tagen mit der Frage was ich denn nun machen soll) GEKÜNDIGT! Noch zwei Wochen arbeiten, und dann geht es zurück nach Deutschland! Vor allem zurück zu Robert, meiner Familie und meinen Schweinchen! Da jetzt alles geklärt und vom Tisch ist, kann ich auch wieder frei von der Leber weg schreiben.

Wieder so 'ne Woche

Montag: Die Familie hinterläßt mir das Haus wieder im üblichen Nach-dem-Wochenende-Chaos, noch mit der Anweisung ein paar Maschinen Wäsche könnten gewaschen werden, die Sortierkörbe seien so voll. Schon beim Lunchpakete der Kinder machen kam ich mir vor wie auf dem Kasernenhof - Fajitas für ... und auch für ... Ich meine ich habe am Morgen auch nicht die beste Laune, aber an solche Worte wie bitte oder danke denke ich trotzdem gelegentlich und lasse sie aus meinem Mund...
Nach ungefähr drei Stunden sah es dann wieder annehmbar aus, und nach drei Wäscheladungen und einem Trocknerdurchgang waren auch die Körbe wieder fast leer. Nur ist heute (Mi) immer noch die Ablage im Wäscheraum voll - mit zusammen-gelegten Handtüchern und Sachen der Eltern (weil ich nur die Kindersachen wegräume). Ich wette das bleibt da noch bis zum nächsten Wochenende liegen - aus den Körben ist es ja jetzt raus ...

Heute war der Papa länger zu Hause und hat dann ("weil die Kinder das dann bestimmt wollen") die Kinder in den Kindergarten gebracht. Während er gemütlich Zeitung gelesen hat, habe ich wie üblich Stullen geschmiert und die Rucksäcke fertig gemacht. Um acht ist er abgedüst (ich fahre sonst erst so gegen halb neun), und ich hatte nichts mehr zu tun, war nur wieder der Pack-und-Schmier-Apparat gewesen - hätte man mich da nicht einfach mal ausschlafen lassen können?! Bei mir zu Hause in Sachsen ist Buß- und Bettag, der dritte oder vierte Feiertag der mir seit meiner Abreise "durch die Lappen gegangen" ist, da konnten die Leute ohne Wecker munter werden ... Wenigstens konnte ich hinterher noch ein Stündchen meine Augen von innen ansehen. Dann habe ich einen Spaziergang runter zum Strand gemacht - das erste Mal seit der Zeitumstellung. Die Kälte der letzten Tage hatte auf alle Oberflächen lustige Raureifskulpturen gebaut, und ich konnte ein paar tolle Fotos machen. Da gerade Ebbe war, gab das Eis am Strand knisternde Geräusche von sich, weil das Wasser sich zurückzog und die 1-2 mm dicken Scheiben zurückließ. Es klang sogar ein bißchen wie Feuerknistern, eigentlich paradox.

Der Frost hat ganz schön im Gesicht gezwickt, aber dank dicker Unterhosen und Wollshirts blieb der Rest warm. Ich habe trotzdem im Haus erst mal den Kamin angeworfen - in meinem Zimmer ist es ohne Heizung halt kälter, der Heizlüfter ist laut und nervt, und ich hoffe die zusätzliche Wärme aus dem Wohnzimmer zieht schön nach oben zu mir dann brauche ich diese Lärmmaschine nicht wieder anstellen.

Inzwischen ist die Sonne am frühen Nachmittag auch schon wieder weg - um neun ist Sonnenaufgang und um drei Sonnenuntergang; und durch die Lage des Hauses haben wir tagsüber nur noch zwei Stunden direkten Sonnenschein - so von halb elf bis halb eins etwa - und das auch noch auf der Frontseite, wo mein Zimmer doch auf der Rückseite liegt. So sitze ich seit einigen Tagen schon mit Kunstlicht an den Tag über, und meine Augen finden das gar nicht gut.


Das war mittags um zwölf ...
Ja, am Wochenende hab ich das erste Mal Wal probiert (ich glaube einige Leute würden mich jetzt gerne verhauen). Es schmeckte wie eine Mischung aus Rind und Leber - war nicht übel aber ich muss es nicht noch einmal haben. Dazu gab es endlich mal wieder ordentlichen Salat (von mir höchstpersönlich zubereitet) mit Ruccola, Paprika und Fenchel, und zum Nachtisch eine Mangocréme - also Sahne mit einem Schneebesen schlagen dauert echt lange, ich lobe mir meine elektrischen Küchengeräte ... Was für ein Genuß für meinen Gaumen! Davon muss ich wieder die ganze Woche zehren. Zum Glück bin ich am Samstag bei Nina zum Plätzchen-und-andere-Sachen-backen eingeladen, da freue ich mich schon drauf.


Das war meine Delikatesse des Tages - Blätterteig mit Rømme (saure Sahne), Champignons, roten Zwiebeln und Thymian - LECKER!
Dann bin ich gerade noch (abends um acht) durch die komplette Stadt mit dem Auto zurückgefahren und ... die Kupplung kann mich immer noch nicht leiden - oder ich bin einfach zum Autofahren zu ungeschickt ...

Ich glaub ich bin hier fehl am Platz ...

Letzte Woche war leider der die letzte Stunde Sprachkurs, und so wie das aussieht bekomme ich auch keinen weiteren bezahlt weil man der Meinung ist, dass ich ja gut genug norwegisch spreche um mich verständigen zu können. Was für einen Horror es mir jedesmal bereitet ans Telefon zu gehen oder irgendwo anzurufen weil das ungleich schwieriger zu verstehen ist interessiert wohl keinen. Seit einem halben Monat gibt es vom UDI wohl auch einen aktualisierten Vertrag für AU-Pairs, in dem u.a. festgelegt wurde, dass die Gastfamilie bis 6000 Kronen zum Sprachunterrricht beitragen muss; außerdem wurde das Mindestgehalt von 3000 auf 4000 Kronen nach oben gesetzt - ich habe aber mal wieder nichts davon, weil die Veränderungen nicht rückwirkend gelten - so ein Mist!
Gestern ist zum Glück endlich meine Personennummer (und - welch ein Wunder - auch gleich die "endgültige") und die Steuerkarte gekommen. Allerdings mußte ich dafür erstmal vorher noch 'ne mail ans Amt schreiben. Laut meiner Steuerberechnungsnummer muss ich für meine 3000 Kronen Gehalt auch keine Steuer bezahlen; und selbst wenn es mehr werden sollte, würde es nicht so ins Gewicht fallen - Gott sei Dank! Heute habe ich per Internett auch gleich noch ein Konto eröffnet, die Unterlagen kommen dann in den nächsten Tagen per Post. Dann hört zum Glück auch dieses Woche-zu-Woche-nur-mit-einem-bestimmten-Betrag-Gelebe auf. Ich werde wohl nie ohne schlechtes Gewissen und einem kontrollierenden Blick in das Portemonaie einkaufen gehen können *seufz*.


Das Wetter hier entwickelt sich zum Fiasko. Der Schnee der letzten Tage taut an, aber nicht weg; und gefriert dann wieder - und da es hier keine Abflußsysteme neben den Straßen gibt, läuft einfach alles den Berg runter und bildet spiegelglatte Rutschbahnen. Ich habe zwar das "Piggdekk" mit den kleinen Stollen auf den Reifen drauf, aber wenn der Hintern ins Schleudern gerät, helfen die auch nicht weiter. Das Auto fahren macht nun wirklich keinen Spaß mehr!
Wenigstens war das Wochenende einigermaßen schön. Am Samstag gab es hier ein "Gourmetessen" mit Bekannten. Den Nachtisch habe ich gemacht (nach vorgegebenem Rezept, mit Ingwer, Crème fraiche, Mascarpone und weißer Schokolade...) Als Aperetif gab es Glögg (Glühwein) mit reichlich selbstgebranntem Alkohol drin, und ich habe das auch noch auf nüchternen Magen getrunken - keine gute Idee! Nach dem Drei-Gänge-Menü war ich so voll (vom Essen und den drei Gläsern verschiedenen Weins die dazu gereicht worden) dass mir nur noch schlecht war, so richtig schlecht... Die Kinder (auch die Teens der Bekannten) haben übrigens "hausgemachte Pizza" mit Hackfleisch und Ananas drauf bekommen (kein Kommentar), obwohl sie auch hätten die Meeresfrüchte-Suppe essen können, na ja. Zum Glück wollte ich bei Nina übernachten, also konnte ich nach dem Essen abhauen, sonst hätte ich noch Süßigkeiten und mehr Alkohol konsumieren müssen. Der Busfahrer hatte einen sanften Fahrstil, so dass ich meinen Magen noch im Zaum halten konnte. Den Rest der Strecke bin ich dann gegangen; und die frische Luft hat mich wie gewünscht wieder ein bißchen nüchterner Gemacht und weiteren Würgeattacken vorgebeugt. Bei Nina mußte ich erstmal eine Tablette einwerfen weil sich im Kopf der Mann mit dem Hammer meldete. Ihre Couch war eine tolle Ruhestätte, und den nächsten Morgen hatten wir ein ruhiges, gemütliches Frühstück. Was für eine Erholung!

Anschließend waren wir nach zusammen mit ein paar Bekannten rings um die Skistua unterwegs. Das Waten im knietiefen Schnee war allerdings sehr anstrengend und ich muss bemerken dass ich sowas noch NIE vorher gemacht hatte und dass ich unbedingt Gamaschen brauche. Als wir dann auf die Ski"loipe" wechselten waren wir auch nur noch im Weg - typisch Deutscher, keine Ski aber da rumlatschen ;) Danach erwärmten wir uns am Kamin in der Skistua bei heißem Kakao und (ich) Daimkake. Den kann ich auch nicht empfehlen - der Teig schmeckte wie weiche Brotreste vom Vortag, ansonsten war er nur süß.

Ja, so sieht das richtige Fortbewegungsmittel für diese Gegend und dieses Wetter aus...
Aber Nina sind Ski noch ein bißchen unheimlich, genauso wie mir.

Bei Nina wurde dann noch ein ordentlicher Kuchen gebacken - Linzer Torte. Beim Anblick der ganzen anderen leckeren Sachen im Backbuch lief mir das Wasser im Mund zusammen. Wenn ich das auch mal wieder alles machen könnte *seufz*.
Heute geh ich zu einer Tandemlesung norwegisch-deutsch in der Bibliothek, organisiert vom Goethe-Institut. Ein paar andere kommen auch noch mit, da freue ich mich schon wahnsinnig drauf!
P.S.: Gesundheitlich bin ich nicht so auf der Höhe - mein Husten erreicht wahrscheinlich Orkanstärken. Ich habe mir jetzt angewöhnt immer Hausschuh zu tragen weil die Fußböden hier so kalt sind (außer im Bad, da gibt es 'ne Fußbodenheizung). Da bin ich allerdings die Einzige. Außerdem fangen meine Ohren wieder an wie wahsinnig zu jucken - ich könnte sie mir ... Jeder der mich genauer kennt kann da wohl auf meinen seelischen Zustand schließen (wenn ich ihn als gut bezeichne ist das seeehhhhhr relativ). Aber den will ich hier nicht unbedingt ausbreiten.

Bärenjagd

Die letzten Wochen habe ich wieder mit meinen Standard-Ausflügen verbracht; und am vorletzten Wochenende bot sich die Gelegenheit zu kochen und einen gemütlichen Abend zu verbringen sowie ein Ausflug in die Bymarka.

Hier bin ich noch auf du-und-du mit dem Bären, aber am nächsten Tag standen gruselige Nachrichten in der Zeitung: In Schweden war ein Elchjäger von einem Bären angegriffen und getötet worden. Da läuft es einem schon eiskalt den Rücken herunter ...
Der Montag darauf war ein bißchen stressig denn ich musste ein Geschenk für Robert zum Geburtstag kaufen und es noch verschicken. Auf der Post gab es zum Glück keine größeren Verständigungsschwierigkeiten, das einzige was mich ein wenig schockierte war dass das Port für den Großbrief fast so teuer war wie das Geschenk ...
Am Freitag bekam ich dann Post: Eine Karte von Ulli & Franzi aus Dresden (*seufz*, wäre gerne im LUSH mit dabei gewesen ;)) und ein Päckchen von einer sehr lieben Person die sich meine Wunschliste zu Herzen genommen hatte. Nochmal ein großes Dankeschön André - und selbstverständlich ist Zotter-Schokolade noch vieeel besser!!!
Das letzte Wochenende war etwas ruhiger - ich besuchte Nina in ihrer neuen Wohnung und wir aßen meine selbstgebackene Tarte. Leider klappte es mit dem Ausflug am Sonntag nicht - dabei wollte ich soch so gerne eine Schneballschlacht machen - und ich machte es mir zu Hause gemütlich und versuchte mich weiter an meinem 2. Buch auf norwegisch und meinen Hausaufgaben für den Sprachkurs.

Gestern war ich noch einmal auf dem Solemsvåttan, aber das war das letzte Mal dieses Jahr! Zum Glück hatte ich meine Taschenlampe mit, denn es war am Schluß so finster dass ich sie dringend brauchte. Außerdem war es wieder einmal unglaublich feucht, schlammig und rutschig. Meine Füße wurden trotz Stiefel nass (????) und ich bekam wieder Blasen an meinen kleinen Zehen (und die tun doch am meisten weh...). Irgend so ein irrer Norweger überholte mich joggend im Finstern kurz nachdem ich einen furchtbar steilen Hang mehr heruntergekrochen als gelaufen war - na ja, überraschen tat es mich eigentlich nicht mehr ...

Hab ich was im Auge? Nein, das ist wirklich ...

... Schnee! Zugegeben, Schnee hatte ich auch schon im Juli - und auf der Hyttetur mit Robert gab es auch genügend schneebedeckte Berge zu bestaunen und zu besteigen, aber jetzt liegt er fast zum Greifen nah vor der Haustür. Alle Gipfel um die 500 m haben weiße Hütchen auf; während die Sonne scheint; bei 3°C Außentemperatur.

"Lappen"geschichten

Wenn die Norweger insgesamt auch sehr entspannt sind ("och, das geht schon irgendwie..."), bei ein paar Sachen verstehen sie keinen Spaß. Angestanden wird hier nämlich ordentlich - zumindest bei Behörden oder behördenähnlichen Strukturen. Ob bei der Bank, der Post oder dem folkeregister - gleich am Eingang begrüßt einen ein kleiner netter Automat. Bitte einmal auf den Knopf drücken und den "lappen" entnehmen - und dann warten bis die Nummer aufgerufen wird ... Es spielt keine Rolle of man gerade der/die einzige ist - brav Platz nehmen und auf das "Ding-Dong" warten, dass die nächste zu bedienende Nummer kundttut. Am Schalter gibt es dann dafür auch einen (manchmal integrierten) Mini-Papierkorb, in den man den "lappen" entsorgen kann ...
Selbiges Prinzip gilt übrigens auch für manche Reataurants/Cafés. Alle Bestellungen bekommen eine Nummer - und dann heißt es immer schön aufpassen wenn die Bedienung eine Nummer rufend durch das Lokal eilt - könnte deine sein ...
Die farbigen Nummernblöcke gibt es auch im Supermarkt zu kaufen - für den Hausgebrauch sozusagen. So gibt es wenigstens kein Gerangel am Buffet bei der nächsten Party ;)

Ich glaub' es geht - oder auch nicht ...

Langsam komme ich mir vor wie der Drei-Sterne-Koch den man in die Ferienlagerkantine strafversetzt hat. Ich hätte nicht gedacht dass sich meine Gedanken mal so um das Essen kochen drehen würden, aber sie tun es. Seit über zwei Monaten koche ich immer wieder dieselben Sachen, was heißt irgendeine wöchentliche Variation aus vielleicht 15 Gerichten; als Gewürze verwende ich fast nur Salz und Pfeffer, und wenn ich Salat machen muß, dann immer nur ein und denselben, mit Ananas, Mais, Gurke, Tomaten und Eisbergsalat ... Ich habe Befürchtungen meine so sorgsam gezüchteten Fertigkeiten und mein Geschmackssinn verwelken langsam, so ohne Input ... Gestern bekam ich meine gute Laune von einem Einkauf - nicht weil ich Süßigkeiten und solche Sachen erstanden hatte, sondern durch das kleine Gespräch am Rande mit dem Kassierer. Langsam scheint der Sprachkurs zu wirken - ich weiß zwar nicht wie der das tut, aber das ist eigentlich auch egal. Der Kurs ist ja auch für meine unmittelbaren sozialen Kontakte wichtig - damit ich am Wochenende mal was anderes erlebe und mal den Kopf frei bekomme ...
Zur Zeit bin ich wieder frustriert, einfach wegen der Eß-Geschichte und weil es nicht so mit den Kindern klappt, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich bekomme immer mehr das Gefühl ich werde nie mehr als Chauffeur und Brote-Schmierer sein, dem man seine kindliche Undankbarkeit gerne frühmorgens mit verzogenem Gesicht präsentiert wenn ich den Raum betrete oder eingeschnappt kundtut wenn man mal wieder was nicht darf, was man sich in den Kopf gesetzt hatte (und was man bei den Eltern garantiert nicht genehmigt bekommt). Die Kinder sind nur noch nicht unhöflicher, weil sie sich ja an das halten müssen was die Eltern gesagt haben was mich betrifft, nich weil sie es aus freien Stücken so wollen. Ich gebe mir wirklich Mühe, aber das macht mich immer häufiger wirklich wütend. Nur die Kleinste scheint mich alngsam zu akzeptieren; und das ist manchmal auch ein kleiner Lichtblick. Zur Zeit kann ich das allea nur als nebeneinander-leben bezeichnen, ein reines Arbeitsverhältnis halt. Da ändert auch die Einladung das Wochenende mit bei den Großeltern zu verbringen nichts daran - irgendwie werde ich da auch wieder das fünfte Rad am Wagen sein ...

Nachwehen

Nachdem Robert leider Donnerstag früh wieder abreisen mußte hatte ich noch jede Menge Zeit das Haus auf Vordermann zu bringen. Ich war eigentlich ganz froh dass Donnerstag war, so hatte ich nur einen Tag zu arbeiten und danach war wieder Wochenende - Zeit um dem Haus den Rücken zu kehren und Ausflüge zu machen, in meinem Gemütszustand hätte ich es drinnen auch gar nicht ausgehalten - ich mußte mich ablenken! So stieg ich am Samstag erstmal bei schönstem Wetter auf den Våttakammen, nciht nur wegen der tollen Aussicht auf Munkholmen und die Stadt, sondern auch um eines der Kodewörter für "tiltopps" zu bekommen. Zwei hatte ich schon (je eins vom Solemsvåttan und der Estenstadshytta), und vier braucht man um an der Verlosung für Outdoor-Ausrüstung im Wert von zehntausend Kronen mitzumachen - also nichts wie los!

Ich hatte ein paar Orientierungsprobleme (wie üblich), was ich aber auch der äußerst schlechten Beschilderung und den nicht gerade detailreichen Karten in die Schuhe schob. Allerdings hätte man schon bei der Wegbeschreibung erwähnen können dass ein Teil der Strecke über den städtischen Golfplatz führt ...
Hinterher war ich völlig fertig - sieben Kilometer laufen plus ca. 20 km Rad fahren (ich mußte ans andere Ende der Stadt) hatten mich in die Knie gezwungen.
Da das Wetter am nächsten Tag immer noch bombig war mußte ich wieder raus - auch wenn ich es erst gegen drei Uhr schaffte. Ich machte eine Radtour zum Nedre Leirfossen (auch da gibt es ein Kodewort...); und da ganz in der Nähe Thomas aus meinem Sprachkurs wohnt, schaute ich bei ihm vorbei. Die Strecke kannte ich schon von meiner Laptop-zum-Reparieren-schaffen-Tour, sie war nur etwas länger; und so schaffte ich den Weg in genau einer Stunde. Nach einer fabelhaften Bewirtung bei Thomas und ein paar Fotos am Flußufer ging es zurück, es wurde auch schon langsam dunkel und ich mußte mich beeilen.

Insgesamt ein tolles Wochenende - bis auf den noch währenden Abschiedsschmerz und dem leichten Gruselgefühl jetzt wieder eine Weile nur telefonsichen Kontakt zu haben - ich freue mich schon auf Weihnachten, aber bis dahin sind es leider noch drei Monate ...

Hyttetur Tydal Teil 3

Den nächsten Morgen verschliefen wir glatt - dafür waren wir aber ein bißchen schneller was das packen und putzen anging, so dass wir die Hütte nur wenig später als am Vortag verließen. Diesmal hatte Robert unser heiles Paar Stiefel an und ich meine Wanderschuhe. Der Weg kam uns noch feuchter und rutschiger vor als zwei Tage zuvor. Der Sturm vom Vortag hatte sich nicht gelegt; und es war wärmer und schwüler. Gegen Mittag erreichten wir das Auto und es ging erst einmal nach Ås zum tanken und einkaufen. Anstatt brauner Brühe gab es für Robert violette Fanta zu trinken und Stratos Luftschokolade, was seine Laune erheblich besserte. Außerdem kauften wir eine Flasche Wasser. Gleich gegenüber der Tankstelle und des Supermarktes ging die (mautpflichtige) Straße zum Stoerikvollen bzw. zur Ramsjøhytta ab. Bald wurde aus der Straße ein Dreckweg für gerade mal soviel Platz, dass zwei PKWs aneinander vorbeipassten. Der Weg schlängelte sich in Kurven nach oben und schien kein Ende zu nehmen. Schließlich erreichten wir doch noch den "Sommerparkplatz" (sprich ein kleiner Platz neben dem Weg wo nichts wuchs) und machten uns startklar. Zur Motivation gab es 'Smurte Lefser' mit Zimtfüllung und reichlich sauberes Wasser aus der Flasche.

Die ausgelegten Planken machten uns optimistisch, aber diese Phase dauerte nicht lange. Nach der Überquerung einer mehr als instabil aussehenden Brückenkonstruktion war auch Schluß mit Planken. Robert blieb nach ein paar hundert Metern gleich mal im Schlamm stecken. Also noch mehr Umwege laufen um nicht im Dreck zu versinken ... Zum Glück waren die Steigungen nicht allzu steil, der Pfad dafür umso schmaler, überwucherter oder manchmal gar nicht vorhanden. Wir waren glücklich überhaupt die tief im Morast steckenden Holzstäbe mit dem roten Punkt zu entdecken. Der Wind wurde immer stärker - es war genaugenommen schon Sturm und brachte uns aus dem Gleichgewicht. Da mußte besonders ich aufpassen an den steilen nassen Grasshängen mit dem Gewicht auf dem Rücken nicht bei einer Böe zu straucheln und abzurutschen. Wir mußten einige kleinere Bäche kreuzen wobei wir wieder auf Rentiere trafen. Dann standen wir vor einem breiteren Flüßchen. Die markierte Stelle schien zum Überqueren nicht geeignet zu sein - die Steine lagen teilweise unter Wasser und lagen auch sehr weit auseinander. Weiter flußabwärts fand sich eine Stelle die zum Waten mit den Stiefeln flach genug erschien. So trug Robert die Rucksäcke zuerst and andere Ufer und warf mir dann die Stiefel zu, damit auch ich einigermaßen trockenen Fuße hinüberkam. Das kostete natürlich jede Menge Zeit ... Das letzte Stück war noch einmal besonders schlammig - über die letzte Flußquerung war glücklicherweise eine "Brücke" gebaut, so dass wir das Stiefel-Spiel nicht noch einmal wiederholen mußten.

Obwohl die Hütte doppelt so groß war wie die erste und auch viel häufiger frequentiert wird, war kein Mensch da - wir waren wieder allein. Es gab einen separaten Teil mit den Zimmern, bis auf eins alle für 4 Personen. Im selben 'Trakt' gab es auch einen separaten Ofen in der Waschecke und vielen Trockenleinen. Der Aufenthalsraum/Küche war größer und mit mehr Sachen ausgestattet - sogar einen zweiten Gaskocher und zwei Thermoskannen zum Wasser warmhalten gab es. Die beiden Wassereimer waren ebenfalls dementsprechend größer; so mußten wir nicht so oft Wasser holen. Das kam diesmal aus dem glasklaren See, eine wirkliche Verbesserung zu vorher ... Während Robert angestrengt versuchte die beiden Öfen in Gang zu bekommen (es war ein etwas ungleicher Kampf gegen den Wind im Schornstein) machte ich noch einen kleinen Rundgang. Zum Abendbrot gab es leckeres Tikka Masala mit Hühnchenfleisch (aus der Dose) und Reis. Im Laufe des Abends gab es dann noch Kakao und Tee; und beim ersten Kerzenschein stellten wir schnell fest dass die Hütte schief stand - bei dem begrenzten Lichtradius fehlten ja ein paar optische Informationen - und wir merkten dass es zu einer Seite merklich abwärts ging.
Der nächste Morgen brachte endlich ein wenig Sonne. Ich wollte gerne vor dem Rückweg zum Auto noch versuchen ein Stückchen auf den Lauvåstøten zu klettern und ein paar Fotos schießen. Robert hatte von den etwas zu engen Stiefeln gehörige Blasen davongetragen und wollte lieber alles zum Verlassen der Hütte fertig machen. Also krabbelte ich rund anderthalb Stunden am Hang hoch und runter (nicht ganz nach oben, das war mir dann doch zu steil) und lief entlang des Sees wieder zurück.
Der Rückweg ging schneller als gedacht - wir schafften ihn in genau zwei Stunden (die Zeit wie sie auch im Führer angegeben war). Diesmal hatte ich keine Lust immer um die feuchten Stellen herum zu laufen und wählte den Weg manchmal etwas 'radikaler'. Auch die komplizierte Flußquerung ging einfacher als gedacht - ein Herz gefasst und mit großen Schritten über die Steine ...


Da wir noch ein wenig Zeit hatten entschlossen wir uns der Straße weiter zu folgen und uns noch den Finnkoisjøn anzusehen. Inzwischen hatte sich die Sonne aus den Wolken hervorgekämpft, so dass wir am See und auf dem Rückweg noch ein paar schöne Bilder schießen konnten und die Stimmung auf der Fahrt genießen. Kurz nach um vier waren wir wieder in Reppe am Haus und ich hatte gerade noch soviel Zeit mich zu duschen, umzuziehen und eine Kleinigkeit zu essen bevor ich zum Sprachkurs los mußte.

POLARLICHTER!

Der 20. September war ein toller Tag: Nicht nur das meine Familie nach Griechenland flog was eine Woche frei bedeutete, sondern Robert kam mich besuchen! Der Ärmste war nach anderthalb Tagen ganz schön fertig, mußte aber michtsdestotrotz erst einmal norwegische Spezialitäten probieren. Die von mir gekochte Suppe versöhnte ihn wieder ein bißchen; und als krönenden Höhepunkt des Abends sahen wir nicht nur einen wunderschönen Sonnenuntergang, sondern auch unser allererstes Polarlicht.


Hyttetur in Tydal Teil 2

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir frisch in den Tag (23.9.07). Bei einem gemütlichen Frühstück wurde das Ziel der Wanderung festgelegt - auf die Melshogna sollte es gehen, eine kurze, nicht ausufernde Wanderung sollte es werden. Kurz nach 10 Uhr machten wir uns dann auf den Weg und wurden leider in der Hoffnung enttäuscht, dass derselbe weiter oben doch ein wenig trockener wäre. Es gab nur noch mehr Quellen schmatziger Geräusche, rutschige Hänge und schmutzige Hände. Eine weitere Überraschung ließ auch nicht auf sich warten: Eine Gruppe von vier Rentieren weidete mitten auf der Strecke.
Nach einer aussichtsreichen Gipfelüberquerung der Gresslivola ging es wieder ein Stückchen nach unten - hinuter durch weitere moorige Senken, die einige Umwege erforderlich machten. Da das Wasser zur Neige ging, waren auch ein Umweg zu einem See notwendig, um die Vorräte aufzufüllen. Kurze Zeit später gab es endlich die Gelegenheit zu einer Rast - die Rastehütte war zwar geschlossen, bat aber eine tolle Aussicht und Sitzgelegenheiten.

Danach folgte wieder ein steiler Anstieg, der auf der anderen Seite ins Velskardet hinunter führte, aber wir verließen die (zur Schulzhytta führende) Strecke und kämpften uns die Melshogna nach oben. Da oben gab es keine Markierung, so versuchten wir Passagen zu finden die nicht so steil und rutschig waren; und bei denen man keine Schmelzwasserbäche und Schneefelder queren mußte. Irgendwann gegen zwei Uhr hatten wir den Gipfelturm erreicht, nach ungefähr fünfeinhalb Kilometern und 430 Höhenmetern (die Auf- und Abstiege nicht dazugerechnet). Da oben war es kalt und ungemütlich; und der Wind war so stark dass die gefühlte Temperatur schon Minusgrade betragen musste (umsonst lag der Schnee ja nicht da oben).
Der Rückweg den Berg hinunter dauerte ewig, da es schwierig war von da oben zu sehen, so es etwas sanfter hinunterging; und so liefen wir viel im Zickzack und wichen ein paar mal gewaltig von der 'Ideallinie' ab. Zurück an der Rastehütte mußte Robert seine Schuhe trockenlegen - sie hatten dem permanenten Wasserandrang nicht standtgehalten. Die Rolle Klopapier wurde zum trocknen zweckentfremdet. Wir verspeisten die letzten Stücke Schokolade und Obst und waren gezwungen weiter unter das Dach zu ziehen, da es anfing zu regnen. Uns blieb nach einer Weile des Wartens nichts anderes übrig als die Regensachen anzuziehen und loszustiefeln.

Der Rückweg ließ die übriggebliebene Motivation auf ein Minimum schrumpfen - der Weg zog sich wie Gummi, es war feucht von außen und innen (selbst wenn die Regensachen behaupten atmungsaktiv zu sein ...) und - es machte einfach keinen Spaß mehr wenn die Aussicht so schlecht ist dass man nur noch die Modderpfützen um sich herum sieht. Um fünf hatten wir es endlich geschafft und waren mächtig hungrig. Ich entführte aus der Vorratskammer noch eine Dose Snurring (eine Mischung aus Hackfleisch, Speck, Erbsen und Gewürzen) um die Tomatensoße etwas aufzupeppen; und danach lagen wir platt und satt auf der Bank und wollten uns am liebsten gar nicht mehr bewegen. Die Besteigung des Ruten am nächsten Tag wollten wir erst gar nicht wagen - zuviele Risiken. Er war noch weiter Weg als die Melshogna, viel höher, verschneiter und steiler; und ebenfalls ohne Markierungen. Alternativen gab es nicht wirklich - wir waren es außerdem leid braunes Wasser mit Eisengeschmack zu trinken - und so entschieden wir uns zu einer anderen Hütte zu wechseln. Den Rest des Abends verbrachten wir liegend und halb schlafend auf den gepolsterten Sitzbänken und lauschten dem aufkommenden Sturm.

Hyttetur in Tydal Teil 1

Es begann alles an einem verschlafenen Samstag (dem 22.9.07 umd genau zu sein). Der vorige Abend mit Speis und alkoholhaltigen Getränken steckte ihnen noch in den Knochen; und während er sich noch einmal herumdrehen durfe, war sie schon unterwegs um für ausreichend Proviant zu sorgen. Wie Frauen nun mal so sind kam sie schwer beladen zurück, mit Schnellkoch-Reis, Nudeln, Tütensuppen, Beutel-Tomatensoße, Lefsern, diversen Konservendosen, Trockenobst, Marmelade in der Flasche, Knäckebrot, Leberpastete, Tubenkäse und reichlich Süßigkeiten. Dazu kamen noch aus dem Hausvorrat Kakao, Kaffee, Honig, Tee, und Äpfel. Nach einem stärkenden Frühstück unterbot man sich gegenseitig nicht gerade bei der Packgeschwindigkeit. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben. So verschwanden diverse Dinge in den immer schwerer werdenden Rucksäcken: Wollunterwäsche in doppelter Ausführung (teilweise erst am Vortag gakauft), mehrere Pullis und Hosen, Waschtaschen, Microfaserhandtücher und -waschlappen, Kopflampen, Regenzeug, Mützen, Multifunktionsschals und Handschuhe, jede Menge Socken und all das was man noch so brauchen könnte. Zum Schluß wurden noch die Schlafsäcke und für jeden ein paar Gummistiefel und eine Sitzunterlage auf der Außenseite 'montiert'. Gegen zwei Uhr brachen unsere Protagonisten dann auf Richtung Græslihytta, dem ersehnten Ziel. Das Auto rollte über die Straßen und er freute sich über die kurvige Strecke, während sie froh war mal nicht hinter dem Steuer sitzen zu müssen.

Nachdem ein typischer Parkplatz gefunden war (auf einer Schotterstraße in einer Kurve) ging es in voller Montur immer den roten Markierungen nach. Der Anstieg war steil und führte bald zu einem Saunagefühl, das heißt der Schweiß floß in Strömen. Auch von unten wurde es merklich feucht, die Pfützen verwandelten sich in tiefe Schlammlöcher und das Gras und Moos gab schmatzende Geräusche von sich. Die schweren Rucksäcke sorgten für den einen oder anderen Zentimeter mehr "Eindruck" im Boden. Die Hütte fand sich umgeben von Bäumen an einen Hang geschmiegt - und ohne weitere Bewohner. Sogleich wurde sie in Beschlag genommen und ausgiebig Bestand aufgenommen - das Wasserloch führte nicht gerade zu Freudenausbrüchen, da das Wasser braun war und sehr nach Metall schmeckte. Das Außen-Plumpsklo war mit einer Kerze auf einer Streichholzschachtel aufgewertet wurden, und mit dem heimeligen Schein darin am Abend ließ sich das zugige Etablissement verschmerzen. Warmes Essen und Kakao füllten die leeren Mägen während die verschwitzten Sachen in der Hitze des eisernen Ofens trockneten, in dem die Holzscheite knisternd brannten. Nach erledigten hausfraulichen Pflichten zog es sie noch einmal nach oben auf der Suche nach guten Fotomotiven im Abendlicht. Dabei zeigte es sich leider dass das eine Paar Stiefel undicht und somit nicht zu gebrauchen waren. Der Ofen war aber so gut eingeheizt dass auch dieses Paar Socken schnell wieder trocknete - und im von Wolken verborgenen Mondenschein legte man sich auf knarrenden Holzbetten zur wohlverdienten Ruh; aber nicht ohne noch einmal die grandiose Stille in der kalten Nacht vor der Hütte genossen zu haben ...

Estenstadshytta 2. Versuch/2nd try

Nachdem sich letzten Freitag die Sonne kurzentschlossen doch noch zeigte wollte ich noch einen Versuch wagen - diesmal ohne Fahrrad und mit Gummistiefeln. Trotz des extra Schutzes an den Füßen gestaltete sich der Weg nicht einfacher - es war sogar noch rutschiger; und da die Sonne schon hinter den Hügeln verschwunden war, war es außerdem noch unangenehm naßkalt. Überall lief Wasser in kleinen Bachen über den Weg, und manchmal gab es nicht mal einen Weg sondern nur eine einzige große tiefe Pfütze.
Trotz dessen dauerte es nicht lange und ich hatte mein Ziel erreicht. Leider hatte sich der letzte Rest Sonne hinter ein paar Wolken versteckt und eine riesige Hochspannungsleitung verhinderte weitere schöne Panorama-Aufnahmen. Die Hütte war natürlich schon geschlossen - und ich mußte mich mit meinem mitgebrachten Schokoriegel begnügen.












Der Rückweg gestaltete sich erheblich schwieriger (ruuuuuuuutschig ...). Leider konne ich ein paar Schlitterpartien im Schlamm nicht entgehen, zweimal schloss ich unsanft Bekanntschaft mit dem Waldboden so dass die (frisch angezogene) Hose gleich danach in die Waschmaschine verschwinden mußte.





Ich schaffte es gerade noch so vor Einbruch der Dunkelheit zurück nach Hause (hier wird es jetzt schon erheblich schneller finster), wo ein leeres Haus auf mich wartete - die Familie war zur Hütte in Tydal gefahren. Das war nicht übel, so bekam ich Gelgenheit in aller Ruhe die kleine Sauna zu nutzen, nach der feuchten Kälte eine echte Wohltat!

Schlammschlacht

Falls du durch einen Schlammgraben waten mußt, dann nimm ja nicht ein Fahrrad mit. Wenn du es tuen solltest, bleib ja nie stehen. Und merke dir für's nächste Mal: Du hast nicht umsonst Gummistiefel und eine Busfahrkarte gekauft...



If you have to walk on muddy terrain, don't take a bike with you. If you should do it, never stop. And remember for next time: You didn't buy rubber boots and a bus ticket without a reason...



Ja, ich darf!!!

Jetzt ist es offiziell - ich darf mich in Norwegen aufhalten. Ich habe heute meine Aufenthaltsgenehmigung erhalten und kann wieder Mensch sein: Bankkonto eröffnen, Handyvertrag abschließen und so weiter. Es hat erstaunlicherweise nicht einmal die angekündigten drei Monate gedauert - es fühlt sich toll an, diese Plastikkarte in den Händen zu halten, bin erstmal mit stolzgeschwellter Brust durch das Haus gerannt - fast angekommen...


Now it is official - I am allowed to stay in Norway. I got my residence permit today and can be a human beeing again: open an bank account, get a mobile phone contract and so on. It didn't even took the announced three mounths - and it feels good to hold finally this plastic card in my hands, I started to run around through the house swollen with pride - nearly arrived...

Wetter 1

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung (norwegisches Sprichwort).


There is no bad weather, only bad clothes (Norwegian proverb).


Geduld.../Patience...

Ich habe immer noch keine guten Neuigkeiten - der Laptop geht morgen zur "Reparatur", weil alle Versuche ihn so wieder flott zu bekommen nichts gebracht haben. Es sieht so aus als wäre die Festplatte im Eimer; und ich hoffe es ist möglich wenigstens einen Teil meiner Daten zu retten. Außerdem funktionieren die Links zu meinen Videos nicht mehr und ich habe keine Ahnung warum und wie ich das wieder hinbekommen soll... Ich hoffe alles renkt sich wieder ein wenn der Laptop wieder funktioniert, denn viel Zeit und Möglichkeiten den Heimcomputer meiner Familie zu benutzen habe ich nicht. Ich fühle mich ein bißchen als hätte man mir etwas amputiert.


Still no good news - the notebook is going to 'repair' tomorrow, because all attempts to make it running by myself didn't work out. It seems the hard drive is completely crashed; and I still hope it is possible to save a part of my data. Also the links for my videos didn't work anymore and I have no clue why and how I can fix it ... I hope all will be fine if the notebook is working again because I have not so much time and possibilities to use the notebook of my family. I feel a little bit amputated.

Wochenendausflüge: Røros und Tynset


Am Wochenende hatte ich einiges vor: Eine alte Freundin aus meiner Stettiner Zeit besuchen. Dorota arbeitet(e) da als sogenannter turnuslege. Mit dem Bus fand sich eine recht preiswerte und schnelle Reisemöglichkeit. Natürlich war ich ein bisschen aufgeregt, war es doch meine erste Busreise, aber alles verlief bestens. Der Fahrer sprach bestes Englisch, es gab kostenlosen Kaffee oder Tee, ein WC, äußerst bequeme Sitze mit Beinlehne und es wollten einige Leute nach Tynset, so dass ich auch garantiert den Ausstieg nicht verpassen konnte. Beim verlassen von Trondheim passierten wir einige Straßenzüge, die sich auch hätten in Dresden, Berlin oder Warschau befinden können. Altbauten (aus Stein), ein bisschen heruntergekommen und wahrscheinlich von Studenten bewohnt, vielstöckige Hochhäuser mit leeren Ladenzeilen im Erdgeschoss und tristen Innenhöfen. Aber nach ein paar Kilometern und dem Verlassen der Einkaufszentren und Gewerbegebietareale veränderte sich alles. Da war es wieder, das Norwegen meiner Träume: Sanfte grüne Hügel, an Berghänge geschmiegte Bauernhöfe, steile Straßen an Abgründen in tiefe bewaldete Täler, einspurige Brücken über tiefe Schluchten mit rauschenden Flüssen, Wasserfälle, kleine Siedlungen von hohen Bergen eingeschlossen aber auch weite Hochflächen und schneebedeckte Gipfel.
Da mir die ganze Fahr über ganz schön übel gewesen war - ich bin die holperigen Straßen doch nicht gewöhnt - gab es in (wahrscheinlich einzigem) Café in Tynset erst einmal ein leckeres Sandwich und einen Kakao. An die merkwürdigen Eigenheiten muss ich mich gewöhen, was nicht als Selbstbedienung gekennzeichnet ist muss bestellt werden (man bekommt einen formschönen Zettel mit Nummer) und wird dann geliefert. Manchmal kommt das Getränk auch mal später als das Essen... Später zeigte mir Dorota den Ort: Zwei Hauptstraßen mit je einem kleinen Einkaufszentrum, das Verwaltungsgebäude der Gemeinde und das Krankenhaus (60 Betten und eine Notaufnahme). In Deutschland hätten diese Ausmaße nicht einmal Stadtstatus; in Norwegen ist es schon ein großer Fleck auf der Landkarte. Den Abend verbrachten wir erst vor dem Fernseher und gingen dann zum 'Sparkrock' (spark ist der typische Schlitten: Hinten auf den Kufen stehen und schieben, vorne Kinder oder Einkauf auf der Sitzfläche). Schon komisch, da komme ich zu Besuch, und zufällig findet dann das größte Ereignis des Jahres statt... Natürlich war auch die Jugend der umliegenden Gegend versammelt, eigentlich waren alle Altersklassen vertreten, von den älteren Damen die die Eintrittskarten verkauften bis zum 12jährigen Teen mit Elternbegleitung. Um eins schafften wir es dann ins Bett.



Am nächsten Tag ließen wir es ganz gemütlich angehen und fuhren gegen Mittag nach Røros. Røros steht auf der World Heritage List der Unesco und das zu Recht. Die kleinen eng bebauten Gassen mit den bunten altertümlichen Holzhäusern sind eine wahre Augenweide (laut Dorota ist es im Winter bei minus dreißig Grad und meterhohem Schnee noch atemberaubender, das glaube ich gerne).
Der Kupferbergbau hat die Geschichte und das Aussehen der Stadt geprägt, seien es die von der Bergbaugesellschaft bezahlte Kirche oder die großen Berge aus Schlacke, die von der Kupfergewinnung zurückblieben und jetzt als höchster Punkt des Ortes einen guten Ausblick auf die umliegende Gegend bieten. In der Kirche wurde ich von dem älteren Eintrittskartenverkäufer nach Angabe meiner Nationalität daurauf aufmerksam gemacht, dass hier "sowieso alles fast deutsch sei" - das fand ich etwas befremdlich, aber den deutschen Rentnern scheint diese Aussage wohl zu gefallen... In einem urgemütlichen Hinterhof mit Livemusik gönnten wir uns einen Kaffee (und ich ein Stück Røroskake - eine Art Mandelkuchen mit Zuckerguß), bevor wir die Schlackenberge bestiegen und auf Fotomotiv-Pirsch aufbrachen.
Anschließend dinierten wir in einem sehr feinen Restaurant bei einem für Røros typischen Fleischgericht: Rentiersteaks mit Mandelkartoffeln auf lokalem Gemüse. Das war sehr lecker und bildete den krönenden Abschluss des Tages. Mit dem Bus ging es dann für mich zurück nach Trondheim, wieder mit atemberaubender Landschaft.

Saft-Geschichten/Juice stories

Saft ist nicht gleich Saft. Wenn hier von "saft" gesprochen wird ist das eher ein sirup- oder mostartiges Getränk und kann nur extrem (mit Wasser) verdünnt getrunken werden. Meine Familie macht den vorwiegend selbst aus Johannisbeeren. Nur ist es sehr verwirrend dass er dann in alten Wein- oder Pfandflaschen gelagert wird. Als ich mal zur Cola greifen wollte habe ich dann eben jenen "saft" erwischt (die Farbe stimmte fast) und habe es pur getrunken - kein schönes Erlebnis!
Das ist mir nicht nur einmal passiert: Ich hatte (so dachte ich) Apfelsaft erstanden (brauchte ich zum Kochen als Weißweinersatz), angeblich auch noch mit 40 % weniger Zucker. Also wollte ich auch etwas probieren und tat mir die Hälfte davon plus die andere Hälfte Wasser in mein Glas und nahm einen Schluck… BÄÄÄÄÄHHHHH! Das habe ich aber schleunigst wieder ausgespuckt! Es war nämlich kein Saft sondern wieder dieser Sirup-Saft den man nur extrem verdünnt trinken kann. Und von den vierzig Prozent weniger Zucker habe ich auch nichts gemerkt. Das war so süß, dass es absolut widerlich war…Da war ich schon wieder reingefallen - demnächst werde ich also noch vorsichtiger sein müssen.


Juice is not the same as juice. If they talk about "saft" (=german and norwegian word for juice) it is mostly like treacle what means you have to mix it with lots of water for drinking. My family drinks mostly homemade one made out of black and red currants. But it is really puzzling that is stored in old wine bottles or bottles with refundable deposit. One time I wanted to drink coke I took one of the bottles with "saft" (the colour was nearly the same as coke) and drank it pur - not a nice experience!
And it happended not only once: I had (thought I) bought apple juice (needed it for cooking for replacing white wine), it also pretended to have 40% sugar less. So I wanted to taste, put it into my glas and mixed it with water (about the half) and took a sipp... OUUUURGHS! I spitted it out immmediately. It was no normal juice but this treacle stuff again. And I didn't recogniced that there was less sugar. It was so sweet that it was just disgusting ... There I fell for it again - next time I will have to be even more carefully.

Einfrieren für Fortgeschrittene/Freezing advanced level

Was glaubt Ihr kann man alles Einfrieren? Erinnert Ihr Euch an Muttis gut gemeinte Ratschläge? Was habt Ihr in Euren eigenen Frostexperimenten herausgefunden? Um Gottes Willen doch kein Geflügel! Selbstgemachtes Eis ist immer wie Eiswürfel mit Geschmack und wenn das Zeug zu lange drin liegt, ist es irgendwann wie ausgedörrt. So weit zur Theorie...
Nun zur Praxis: Zwei riesige Gefriertruhen im Keller und eine kleine in der Küche. Hier wird nicht eingekocht, sondern eingefroren! Und zwar alles! Von der Marmelade (es gibt 'frysepulver' das man einfach mit Zucker zusammen in die kochende Masse einrührt, gleich abfüllen - fertig) bis zu den selbstgemachten Muffins, ganzen Milchpackungen oder kiloschweren Putenbrüsten (dafür bräuchte man eigentlich einen Waffenschein). Ich weiß nicht, was mich noch so in den unendlichen Tiefen erwarten wird, aber ich weiß, dass es alles sein kann ...

What do you think can be put into a freezer? Do you remember your mothers advices concerning that? What did you find out in your own freezing experiments? Do not freeze poultry! Selfmade ice tastes alway like ice cubes und if the stuff stays too long inside it will 'dry out'. That is the theory.
Let's go to practise: Two really large chest freezer in the cellar, one small in the kitchen. Her nothing is boiled down, but frozen! Really everything! It starts with jam (just stir 'frysepulver'and sugar into the hot fruits - voilá) and selfmade muffins and ends with whole milk packages or heavy turkey hen breasts (for that you should have a gun license). I don't know what is expecting me in the endless depts there, but I know it could be everything...

Sturmfrei/Alone at home

Nach einer Woche voller Dröhnung Familie habe bin ich jetzt das erste Mal allein zu Haus. Die letzten Tage habe doch ihre Spuren hinterlassen und nun habe ich auch endlich wieder einen Internetanschluss um zu berichten was passiert ist. Mein erster Flug war vielleicht weniger spektakulär als ich gehofft hatte, nur bei der Sicherheitskontrolle ging mein Blutdruck nach oben weil ich da immer meinen Handgepäcks-Rucksack auseinandernehmen musste (Laptop, eine zweite Tasche drin etc).
Nach dem Willkommen am Flughafen folgte die obligatorische Hausbesichtigung und ein Essen in einem sich drehenden Turmrestaurant mit Blick auf die ganze Stadt und die Umgebung. Diesen Abend hatte ich noch Schonfrist, aber schon am nächsten Morgen ging es los zurück zur Hütte in Tydal, wo mich die restliche Familie (der Bruder meiner Gastmama mit Frau und zwei Kindern) begrüßte. Die Hütte war so wie man sie sich vorstellt: Holz, Gras auf dem Dach und urgemütlich eingerichtet. Natürlich schlief ich im Doppelstockbett mit den beiden älteren Kindern in einem Zimmer. Am Abend wurde ich gleich in eine weitere Familientradition eingeweiht - das Angeln; und ich machte Bekanntschaft mit den so gefürchteten Mücken. Diese ließen sich auch nicht durch diverse Mittelchen von ihren Attacken abhalten und versucheten bevorzugt in die Nase oder die Ohren zu fliegen.
Der nächste Tag versprach anstrengend zu werden, auf dem Plan stand eine Tour zu einer der DNT-Hütten (Kjølihytta) mit Übernachtung. Der Weg war eigentlich nur vier Kilometer lang, aber da die Kleinste laufen wollte/musste brauchten wir ziemlich lange. Der Ausblick war aber die Mühe wert (siehe Bilder); und wir bekamen sogar Rentiere ganz nah zu sehen. Nach der Rückkehr am darauffolgenden Mittag waren alle ganz schön geschafft. Die restlichen Tage vergingen mit kleinen Ausflügen. Gestern sind wir dann zurückgekommen und ich war froh wieder unbegrenzt duschen und ein WC benutzen zu können (obwohl ich eigentlich gerne nah an der Natur lebe...). Meine ersten Eindrücke von Land und Leuten finden werdet ihr in meiner neuen Rubrik "KULTURSCHOCK" finden.


After a full portion family for a week am I now allone at home for the first time. The lst days left one's marks and now I finally have internet connection again to tell what has been happening. My first flight was not as exciting as I had thougt; the most exciting had been the security check because I had to unpack my hand luggage all the time (notebook, 2nd bag and so on). After the welcome at the airport we were dinin into an tower-restaurant which was moving so you could see the whole town and the surrounding.
The next day we went to the family's cabin in Tydal where I met the family of my host-moms brother who also stayed with us. The cabin was like you would imagine it: Everything made out of wood, grass up on the roof and very cosy interior. I slept together with the to older children in a room, of course on a bunk bed. At the evening I was introduced to another family tradition: fishing; and I was also meeting the well feared moskitos for the first time who liked to attack especially nose and ears.
The following day we were making a trip to one of the DNT-cabins up on the fjell called Kjølihytta. It was really strenous but view was fantastic. We also got to see some reindeers from a really close distance. The other days of the week we spent with some short trips down to the lake or the river. Yesterday we came back and I was really glad to shower as long as I want and use a WC. My first impression of country and the people you will find under my new category "KULTURSCHOCK".

Die Zeit läuft/Time is running ...

Da sich schon einige Leute beschwert haben, dass ich die Seite nicht oft genug aktualisiere *zwinker* folgt hier nun eine kleine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Wochen.

Nach meiner erfolgreichen Wohnungsübergabe folgte am Tag darauf die feierliche Exmatrikulation im Dom St. Nikolai. Am nächsten Morgen folgte ein sehr gemütlicher Brunch in der „Sonne“. Hinterher war allen ein bisschen schlecht, aber das essen war einfach zu lecker um nicht einmal alles zu probieren. Die darauffolgende Woche verging wie im Flug und war sehr entspannt. Leider waren die Mädels alle nach Hause gefahren und so „musste“ ich mich mit Robert begnügen. Wenigstens konnte ich so schon mal Gewichte katalogisieren zum Koffer packen.

Dann kam Grit zu Besuch – und in den Genuß einer letzten Greifswald-Führung. Da durfte eine Dombesteigung, ein Fischbrötchen in Wiek und ein Tierparkbesuch nicht fehlen. Leider war das Wetter nicht besonders entgegenkommend… Schließlich schaffte ich es noch ein paar Geschenke für meine Gastfamilie zu kaufen. Der erste Packversuch erwies sich dann als Reinfall. Sorgfältig hatte ich alle Ritzen ausgefüllt – zu gut. Der große Koffer hatte sieben Kilo Übergewicht. Da musste ich mich leider von einigen Sachen trennen. Nach einigen weiteren Versuchen hatte ich es dann aber doch geschafft unter die 20 kg Limit zu gelangen.

Da wir das Wochenende zu mir nach Hause wollten setzten wir Grit gleich in Berlin ab und verbanden das mit einem Besuch beim „Globetrotter“ wo ich mich noch mit einem Fleecepulli und einem Reisehandtuch eindeckte. Ein leckeres Eis vom allerbesten Italiener im „Schloss“ (einem Einkaufszentrum) kühlte uns wieder ab. Inzwischen war die Temperatur nämlich um ca. zehn Grad gestiegen und der Stadtverkehr gab der aufkommenden Schwüle die letzte Würze. Zu Hause angekommen gab es Muttis leckere Schüttelgurken und frische Brötchen. Am nächsten Abend gab es noch mal eine gemütliche Party in geselliger Runde bei einem guten Freund. Nach ausgiebigen Verabschiedungszeremonien flohen wir Montag zeitig aus Glaubitz denn die Sonne brannte heftig vom Himmel. Wir freuten uns als wir endlich Roberts kühle Wohnung erreichten. Nun muss ich noch ein paar verwaltungstechnische Sachen erledigen und dem Gepäck den letzten Schliff geben…



Abschied/Farewell

Heute war es soweit: Wohnungsübergabe an meine Nachmieter. Ein bisschen komisch habe ich mich schon gefühlt, schließlich habe ich sechs Jahre in dieser Wohnung gelebt. Damiano (mein letzter Mitbewohner) kam noch vorbei um seinen Schlüssel abzugeben und war erstaunt wie klein auf einmal alles wirkte. Aber seht selbst, das Video zeigt meinen letzten Rundgang.



Today was the day: Handing over my flat to the next tenants. It felt a little bit strange, after all I have been living six years in this place. Damiano (my last roommate) came and delivered his keys and was astonished how small everything suddenly seemed to be. But have a look yourself, the video shows my last walkabout.

Botengänge/Going on errands

Wir waren heute im Jack Wolfskin in Zinnowitz. Ich musste meine Jacke zur Reparatur abgeben. Leider gibt es keinen Laden der näher dran ist, dafür gab es ein lecker Fischbrötchen und viel Wind gratis (natürlich nur den Wind).




Today we had to drive to the Jack wolfskin in Zinnowitz. I had to bring my jacket there because it had to be sent to the repair from there. Unfortunately there is no nearer shop, but we had a fine bread roll with smoked fish and lots of wind for free.


Zinnowitz Seebrücke - MyVideo

Geschafft!/Done!

Jetzt ist es passiert: Die Wohnung ist leer. Am Wochenende waren meine Eltern und mein Bruder mit Freundin da und haben alles ausgeräumt. Es war dann doch mehr als ich gedacht hatte, das heißt es hat alles grade so in die zwei Hänger und Autos gepasst. Wenigstens haben wir keinen großen LKW gebraucht was man hätte denken können wenn man in der vollen Wohnung gestanden hätte. Einige Sachen werden verschenkt (oder sind es schon) und den Kleiderschrank und den Schreibtisch kann man nach 7 Jahren Benutzung nur noch wegwerfen.




Now it happened: My flat is empty. This weekend my parents and my brother with his girlfriend were here and cleared everything out. It was more I had thought what means it fitted barely into the two trailers and cars. At least we didn't need a big truck what you might have thougt standing in my full flat before. Some things will be given away (or already are) and the desk and the wardrobe you only can throw away after 7 years of usage.





BBQ Break

Das hatte ich ganz vergessen: Am Dienstag hatte Grit die Idee zu einer spontanen Grillparty auf der Wiese zwischen den "Würfelhäusern" der medizinischen Fakultät. Fand ich super! Und anstatt meines Proseccos wurde kräftig Bananenbier getrunken. Prost Mädels!



I nearly forgot: On tuesday Grit had the spontaneous idea to make a BBQ. I liked it! And we didn't drink my prosecco but beer mixed with banana juice. Cheers!

Chaos

Im Moment habe ich wirklich keine Zeit für nichts, meine Wohnung sieht ein bisschen aus wie eine Müllhalde und ich fühle mich als würde ich die Sachen nur von einer Seite auf die andere tragen. Wieviel Kram und sinnloses Zeug sich in so kurzer Zeit anhäufen kann ist echt unglaublich, und dabei ist es ja nicht das erste mal dass ich ausmiste...


At the moment I have no time for nothing, my flat looks a little bit like a junkyard and I fell like putting my belongings just from one corner into an other one. How much stuff and useless things can accumulate in such a shor period of time is unbelievable; and it is not the first time I am clearing my rooms out...

Sentimentale Anwandlungen/Sentimental feelings

Hallo ihr lieben, gerade sitze ich an meinem Schreibtisch in Glaubitz (= 4. Juni, ichwar wieder etwas langsam...) und höre „Münchner Freiheit“. Neben mir liegt mein Norwegisch-Buch und das Übungsheft. Draußen ist es trüb und regnerisch und ich werde ein bisschen sentimental. Morgen fahre ich zurück nach Greifswald um meine Sachen zu packen – zumindest die, die bei meinen Eltern zwischengelagert werden sollen. Bisher habe ich ja noch nicht viel verlauten lassen wie es bei mir weitergeht – höchstens andeutungsweise… Aber wie ich schon habe anklingen lassen werde ich ab Ende Juli ein Jahr als AuPair in Norwegen verbringen. Das Studium hat mich doch mehr ausgesaugt als ich vielleicht zugeben möchte oder als man es mir anmerkt und ich möchte endlich mal die Chance haben meine inzwischen versumpften kreativen Talente herauszulassen. Natürlich sind auch die Hintergedanken dabei, sich in dem Jahr dort eine Stelle zu suchen und ganz da zu bleiben. Meine letzten Urlaube (jeweils eine Woche die letzten zwei Jahre) haben mich mit dem Norwegen-Virus infiziert; und nach dem letzten war die Sehnsucht zurück wochenlang nicht zu stillen. Viele wissen ja dass ich auch schon mal eine „Schweden-“ oder „Finnland-Phase“ hatte mit Sprache lernen etc. Ich war also schon immer „skandinavophil“ ;). Wenn Ihr meinen lieben Robert fragt wird der euch berichten dass ich (und dann auch besonders er) öfters unter gewissen Aktivitätsphasen „leide“, aber mit der hier ist es mir wirklich ernst. Zumindest habe ich es im Norwegisch-Buch schon bis Lektion 15 (von 23) geschafft. Der Arbeitsvertrag ist auch schon unterzeichnet; Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis werden noch diese Woche abgeschickt. Dann habe ich noch eine Woche Zeit um sieben Jahre Leben in Greifswald in Kisten zu packen. Da geht er wieder hin, ein weiterer Teil meines Lebens und wird wieder in Pappkartons verstaut und mit ihm jede Menge Erinnerungen und Gefühle. Je näher das Ende rückt desto mulmiger ist mir zumute. Bis jetzt konnte ich das noch ganz gut unterdrücken, aber es ist mir klar – die Studentenzeit war die schönste Zeit (ja, auch als Medizinstudent!) und diese Art von Freiheit und Unbeschwertheit wird es nie wieder geben, nicht in dieser Form. Klar, jetzt verdient man Geld und bricht die letzten Brücken der Abhängigkeit von zu Hause ab (Zeit wird es). Doch langsam erkenne ich dass sich die Zeiten beständig ändern und wandeln und man Vertrautes immer verlieren wird und muss wenn man einen Schritt weitergeht. Das tue ich ungern wenn es um Freunde geht. Ich weiß dass ich mich auf meine Familie verlassen kann und dass da der Kontakt regelmäßig gepflegt und Anteil genommen wird. Aber wie schnell verliert man auch gute Freunde aus den Augen (und dem Sinn)? Schon deswegen habe ich den Blog gemacht – so bin ich nur einen Mausklick entfernt J wenn ich auch tausende Kilometer weg schreibe. Ich hoffe ihr werdet alle die Gelegenheit kräftig nutzen um vorbeizuschauen, Kommentare zu hinterlassen oder euch im Gästebuch verewigen. Denn wenn ich meine Freunde um mich habe (und wenn es nur virtuell ist) werde ich mich nicht einsam fühlen können. Inzwischen hat meine bessere Hälfte dafür gesucht dass ich Skype habe, worüber ihr mich ebenfalls erreichen könnt. Also traut euch, ich traue mich ja auch! (Vielleicht auch mal mit Robert, aber dann werdet ihr ja mit als erste informiert !


Hello everybody, just now I am sitting at my desk in Glaubitz and am listening to “Münchner Freiheit” (a famous German Pop-Band from the 80s I guess). Besides me lies my Norwegian book and the corresponding exercise book. Outside it is cloudy and it looks like rain and I am getting a little bit sentimental. Tomorrow I am going back to Greifswald to pack my things together – at least the ones which are supposed to be stored at my parents house. Until now I haven’t announced to much how it is going on after my studies – at most in outlines. But as most of you already now I am going to spend a year in Norway as Au-Pair from the end of July. The studies exhausted me more than I’d like to commit or as you would recognize and I would finally like to take the chance to activate my meanwhile buried creative talents.
Of course there are some ulterior motives like to find a job there and stay there longer. My last holidays (a week every of the last to years) infected my with the “Norway-virus”; and after the last one my yearnings to get back were insatiable.
A lot of you know that I have suffered from a “Sweden-“ or “Finland-period” with learning the language and so on. I have always been attracted by Scandinavian things. If you ask my dear boyfriend he can tell you I suffer (no, then mostly he suffers ;)) often from certain activity periods but with this one know I am really serious. At least I made it to lesson 15 (of 23) in my Norwegian-book. The working contract already has been signed; and the rest of the application form for the Norwegian I will send this week. Than there are seven days left to pack seven years life in Greifswald in boxes. There it goes, a part of my life, stored in cardboards again and with it a lot of remambrances and feelings. The nearer the end comes the more I feel queasy. Until now I could suppress those feelings but now I feel that at least the time as a student was the best time (yes, as a medicine student too) and this kind of freedom and light heartedness will not repeat itself in this special way. Well, now you are earning money and are able to burn the last bridges of dependence from home behind you. But I see also that you always loose and have to loose familiar things if you go a step further. I don’t like to loose things, especially if it comes to friends. I know that I can relay on my family, but how fast can you loose good friends out of sight and out of mind? That one of the reasons for this blog here then I am only a click away although I am thousands of kilometres far from you.
I hope you will use the opportunity and will drop by, leave comments or write something in my guestbook. If I have my friends around me I will never be lonely… I have ‘Skype’ too so if you want to chat or talk to me, I will be there ...

YIPIEEE!

So, das wars - ICH HABE FERTIG!!! Das heißt das Elend hat ein Ende ;))). Gestern habe ich mein 3. Staatsexamen bestanden. Ich bin vorher fast gestorben so aufgeregt war ich - als ich die Treppe hochgestiegen bin dachte ich einen kurzen Moment 'Gleich kippst du um, gleich bekommst du keine Luft mehr...' Ich glaube ich habe soviel Adrenalin ausgeschüttet wie sonst in einem ganzen Jahr. Dabei war es überhaupt nicht so schlimm wie ich gedacht hatte. Die Fragen waren teilweise schon fast lächerlich einfach, und wenn sie kompliziert wurden gab es auch Hilfestellung - man konnte gar nicht nichts sagen. Ich hatte so eine Angst vor Anästhesie gehabt, aber was soll ich dazu sagen: Eine Frage, und die hätte auch ein gut informierter Fachfremder beantworten können. In Chirurgie war ich wohl am besten - hat wohl doch etwas ausgemacht das Tertial in Demmin zu verbringen und es am Schluß zu machen. Für so einen großen Schlußpunkt war das ganze dann doch relativ unspektakulär und fühlte sich so an - als ob man einen weiteren Punkt auf der Liste abhakt. Tut man schon, aber es ist der alllerletzte auf ihr nach endlosen 50 (oder mehr) Seiten. Da ist die ganze Freude wohl schon verbraucht... LASSEN SIE MICH DURCH ICH BIN ARZT!!! ;)))))


Finally, that's it - I FINISHED! What means the suffering has come to an end ;))). Yesterday I passed my third and last big exam. I nearly died before because I was so exited - while I was climbing the steps to the room I thought for a short moment 'Now you are fainting, now you can't breathe anymore...' I think I poured as much adrenalin out as normally in one year. But it wasn't that worse I had imagined. Some of the questions were nearly ridiciculously simple and as they got more complicated they were helping you along the way - it wasn't possible to say nothing at all. I had been really scaredabout anaesthesia but what can I say - the only question also could have been answerded by a good informed Non-specialist. In surgery I was best - maybe was a good idea to spend the surgery tertial in Demmin and do it last. Well for the big final it was relatively unspectacular and also felt like this - as if you would tick off another point on the list. Well, you do, but it is the very last after endless 50 (or more) pages. At the end you mabey wasted all the joy .... CLEAR THE WAY I AM A DOCTOR!!! ;)))))

Mitleiden/Suffering with ...

Heute hat Franzi, eine Kommilitonin von mir ihr 3. Staatsexamen. Da leiden wir natürlich alle mit. Meine Prüfung ist in einem Monat und mir wird schon ganz schlecht wenn ich nur daran denke - vor allem wieviel ich noch dafür lernen muss/könnte. Ab kurz nach vier hat Franzi es dann hoffentlich überstanden und ist Ärztin. Dann gibt es erst einmal einen Sektempfang ... Ab morgen geht der Marathon dann für mich weiter.

P.S. Ich habe es am Wochenende doch tatsächlich geschafft mein Fotobuch vom Norwegenurlaub im August fertigzustellen. Ich hoffe ja mit meinem neuen Laptop (heute bestellt) werde ich bald Fotos auf diese Seite hochladen können und dann kann ich den Urlaub in allen Einzelheiten nochmal online beschreiben.


Today a friend of mine, Franzi, does have her final exam. We are all suffering with her. My exam is going to be in a month and I get sick even when I think of it - for instance how much I could/should learn for it. Short after 4 pm hopefully Franzi made it and is doctor. We will have champagne then ... Tomorrow the marathon will go on for me ...

P.S. I finally did finish the photobook of my vacation to Norway last august. I hope with my new laptop (ordered today) I will be able to upload pictures on this page and then I can describe my vacation online in detail for you ...

Lernflucht/Escape from learning

Eigentlich müsste ich ja jetzt lernen. Aber der Computer mit Internetzugang in der Bibliothek reizt mich wieder... Na ja, wenigstens kommt was nützliches dabei heraus - schließlich soll diese Seite auch mal gefüllt werden. Im Moment habe ich noch ein paar Problem Fotos hochzuladen, aber vielleicht kann ich den Computer überlisten. Falls Euch Fehler/Probleme oder sonstige Auffälligkeiten begegnen gebt mir Beschied und übt Nachsicht, bin ja jungfräulich was das bloggen angeht. Danke!


Well, I should learn now. But the computer with internet access in the library attracts me ... At least something useful will emerge - finally this page will be filled. At the moment I am dealing with some problems in uploading pictures but maybe I can outflank the computer. If you recognize any mistakes/problems or distinctive features please tell me and be clement, I am like a virgin when it comes to blogging. Thanks!