Hyttetur in Tydal Teil 1

Es begann alles an einem verschlafenen Samstag (dem 22.9.07 umd genau zu sein). Der vorige Abend mit Speis und alkoholhaltigen Getränken steckte ihnen noch in den Knochen; und während er sich noch einmal herumdrehen durfe, war sie schon unterwegs um für ausreichend Proviant zu sorgen. Wie Frauen nun mal so sind kam sie schwer beladen zurück, mit Schnellkoch-Reis, Nudeln, Tütensuppen, Beutel-Tomatensoße, Lefsern, diversen Konservendosen, Trockenobst, Marmelade in der Flasche, Knäckebrot, Leberpastete, Tubenkäse und reichlich Süßigkeiten. Dazu kamen noch aus dem Hausvorrat Kakao, Kaffee, Honig, Tee, und Äpfel. Nach einem stärkenden Frühstück unterbot man sich gegenseitig nicht gerade bei der Packgeschwindigkeit. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben. So verschwanden diverse Dinge in den immer schwerer werdenden Rucksäcken: Wollunterwäsche in doppelter Ausführung (teilweise erst am Vortag gakauft), mehrere Pullis und Hosen, Waschtaschen, Microfaserhandtücher und -waschlappen, Kopflampen, Regenzeug, Mützen, Multifunktionsschals und Handschuhe, jede Menge Socken und all das was man noch so brauchen könnte. Zum Schluß wurden noch die Schlafsäcke und für jeden ein paar Gummistiefel und eine Sitzunterlage auf der Außenseite 'montiert'. Gegen zwei Uhr brachen unsere Protagonisten dann auf Richtung Græslihytta, dem ersehnten Ziel. Das Auto rollte über die Straßen und er freute sich über die kurvige Strecke, während sie froh war mal nicht hinter dem Steuer sitzen zu müssen.

Nachdem ein typischer Parkplatz gefunden war (auf einer Schotterstraße in einer Kurve) ging es in voller Montur immer den roten Markierungen nach. Der Anstieg war steil und führte bald zu einem Saunagefühl, das heißt der Schweiß floß in Strömen. Auch von unten wurde es merklich feucht, die Pfützen verwandelten sich in tiefe Schlammlöcher und das Gras und Moos gab schmatzende Geräusche von sich. Die schweren Rucksäcke sorgten für den einen oder anderen Zentimeter mehr "Eindruck" im Boden. Die Hütte fand sich umgeben von Bäumen an einen Hang geschmiegt - und ohne weitere Bewohner. Sogleich wurde sie in Beschlag genommen und ausgiebig Bestand aufgenommen - das Wasserloch führte nicht gerade zu Freudenausbrüchen, da das Wasser braun war und sehr nach Metall schmeckte. Das Außen-Plumpsklo war mit einer Kerze auf einer Streichholzschachtel aufgewertet wurden, und mit dem heimeligen Schein darin am Abend ließ sich das zugige Etablissement verschmerzen. Warmes Essen und Kakao füllten die leeren Mägen während die verschwitzten Sachen in der Hitze des eisernen Ofens trockneten, in dem die Holzscheite knisternd brannten. Nach erledigten hausfraulichen Pflichten zog es sie noch einmal nach oben auf der Suche nach guten Fotomotiven im Abendlicht. Dabei zeigte es sich leider dass das eine Paar Stiefel undicht und somit nicht zu gebrauchen waren. Der Ofen war aber so gut eingeheizt dass auch dieses Paar Socken schnell wieder trocknete - und im von Wolken verborgenen Mondenschein legte man sich auf knarrenden Holzbetten zur wohlverdienten Ruh; aber nicht ohne noch einmal die grandiose Stille in der kalten Nacht vor der Hütte genossen zu haben ...

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