Hyttetur in Tydal Teil 2

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir frisch in den Tag (23.9.07). Bei einem gemütlichen Frühstück wurde das Ziel der Wanderung festgelegt - auf die Melshogna sollte es gehen, eine kurze, nicht ausufernde Wanderung sollte es werden. Kurz nach 10 Uhr machten wir uns dann auf den Weg und wurden leider in der Hoffnung enttäuscht, dass derselbe weiter oben doch ein wenig trockener wäre. Es gab nur noch mehr Quellen schmatziger Geräusche, rutschige Hänge und schmutzige Hände. Eine weitere Überraschung ließ auch nicht auf sich warten: Eine Gruppe von vier Rentieren weidete mitten auf der Strecke.
Nach einer aussichtsreichen Gipfelüberquerung der Gresslivola ging es wieder ein Stückchen nach unten - hinuter durch weitere moorige Senken, die einige Umwege erforderlich machten. Da das Wasser zur Neige ging, waren auch ein Umweg zu einem See notwendig, um die Vorräte aufzufüllen. Kurze Zeit später gab es endlich die Gelegenheit zu einer Rast - die Rastehütte war zwar geschlossen, bat aber eine tolle Aussicht und Sitzgelegenheiten.

Danach folgte wieder ein steiler Anstieg, der auf der anderen Seite ins Velskardet hinunter führte, aber wir verließen die (zur Schulzhytta führende) Strecke und kämpften uns die Melshogna nach oben. Da oben gab es keine Markierung, so versuchten wir Passagen zu finden die nicht so steil und rutschig waren; und bei denen man keine Schmelzwasserbäche und Schneefelder queren mußte. Irgendwann gegen zwei Uhr hatten wir den Gipfelturm erreicht, nach ungefähr fünfeinhalb Kilometern und 430 Höhenmetern (die Auf- und Abstiege nicht dazugerechnet). Da oben war es kalt und ungemütlich; und der Wind war so stark dass die gefühlte Temperatur schon Minusgrade betragen musste (umsonst lag der Schnee ja nicht da oben).
Der Rückweg den Berg hinunter dauerte ewig, da es schwierig war von da oben zu sehen, so es etwas sanfter hinunterging; und so liefen wir viel im Zickzack und wichen ein paar mal gewaltig von der 'Ideallinie' ab. Zurück an der Rastehütte mußte Robert seine Schuhe trockenlegen - sie hatten dem permanenten Wasserandrang nicht standtgehalten. Die Rolle Klopapier wurde zum trocknen zweckentfremdet. Wir verspeisten die letzten Stücke Schokolade und Obst und waren gezwungen weiter unter das Dach zu ziehen, da es anfing zu regnen. Uns blieb nach einer Weile des Wartens nichts anderes übrig als die Regensachen anzuziehen und loszustiefeln.

Der Rückweg ließ die übriggebliebene Motivation auf ein Minimum schrumpfen - der Weg zog sich wie Gummi, es war feucht von außen und innen (selbst wenn die Regensachen behaupten atmungsaktiv zu sein ...) und - es machte einfach keinen Spaß mehr wenn die Aussicht so schlecht ist dass man nur noch die Modderpfützen um sich herum sieht. Um fünf hatten wir es endlich geschafft und waren mächtig hungrig. Ich entführte aus der Vorratskammer noch eine Dose Snurring (eine Mischung aus Hackfleisch, Speck, Erbsen und Gewürzen) um die Tomatensoße etwas aufzupeppen; und danach lagen wir platt und satt auf der Bank und wollten uns am liebsten gar nicht mehr bewegen. Die Besteigung des Ruten am nächsten Tag wollten wir erst gar nicht wagen - zuviele Risiken. Er war noch weiter Weg als die Melshogna, viel höher, verschneiter und steiler; und ebenfalls ohne Markierungen. Alternativen gab es nicht wirklich - wir waren es außerdem leid braunes Wasser mit Eisengeschmack zu trinken - und so entschieden wir uns zu einer anderen Hütte zu wechseln. Den Rest des Abends verbrachten wir liegend und halb schlafend auf den gepolsterten Sitzbänken und lauschten dem aufkommenden Sturm.

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