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Das war's ... mit 2012

Schon wieder ist ein Jahr vorbei - und ich weiß wieder mal nicht wo die Zeit geblieben ist. Deswegen gibt es hier eine kurze Zusammenfassung von dem was seit September noch so passiert ist (ein Schnelldurchlauf in und mit Bildern quasi).

Zuerst einmal: Herrlicher Urlaub in Norwegen. Das Wetter war zwar eher beschieden - viel kälter und sogar Schnee (fanden die Norweger selbst etwas früh), dafür wie gewohnt schön ein- und erholsam. Zum Glück waren wir gut vorbereitet und gut ausgerüstet. Das Zelt haben wir (trotz der vorhandenen dicken Daunenschlafsäcke) dann wetterbedingt doch nicht ausgepackt (zuviel Regen und zuviel Wind). Es gab dafür viele nette Begegnungen in den DNT-Hütten, ich konnte mal wieder so richtig ausgiebig norwegisch reden (ohne dass die Norweger auf Englisch wechseln wollten), und zum Schluß wurden wir von ein paar netten Norwegern, die wir auf der letzten Hütte getroffen haben, zum Campingplatz chauffiert. Einige Erkenntnisse habe ich auch mitgenommen. 
1. Das Bad in der Wohnung, fließend Wasser und eine Dusche sollte man echt schätzen lernen.
2. Auch schwanger läßt es sich mit einigem Gepäck gut trekken. Laut Ratschlägen in diversen Foren und Büchern sollte man ja nicht mehr als 5 kg dauerhaft tragen - aber das ist beim Trekking mit Zelt echt unmöglich. Wir hatten das Gewicht zwar umverteilt, so dass Robert 25 kg auf dem Rücke hatte, aber trotzdem waren es bei mir immer noch 11-13 kg (mit Wasser), auf einer Höhe um 1000m. Das ließ sich aber gut tragen, und die neu gekauften Trekkingstöcke haben besonders über die großen Geröllfelder gut geholfen. Außerdem haben wir mehr Pausen gemacht (besonders bei Steigungen) und zweimal einen Ruhetag eingelegt, so dass ich mich nach längeren Etappen gut erholen konnte. Alles in allem war es kein Problem, da ich schon gemerkt habe, wann die Batterien fast leer waren. Die selbst hergestellten Fertignahrungen (hatte dafür extra ein Vakuumiergerät angeschafft) haben sich dabei alle fast bewiesen, nur wurde mir von der 5-Minuten-Terrine Variante so schlecht, dass die für die Zukunft ausfällt.


Nach dem Urlaub hieß es weiter arbeiten, und der Bauch wuchs immer weiter; und das habe ich auch körperlich gemerkt. Müdigkeit wurde zu meinem ständigen Begleiter, und der Streß machte sich noch mehr bemerkbar. Meiner Koch- und Backleidenschaft konnte ich so natürlich nicht mehr ausgiebig nachgehen, und immer mehr Lebensmittel vertrug (und vertrage ich immer noch) nicht mehr. Deswegen war ich froh, als mich meine Frauenärztin Anfang November ins Beschäftigungsverbot setzte.
Nein, die Murmel ist ausnahmsweise nicht angefr...en!
So hatte ich mehr Zeit zum Stricken (wenn ich nicht geschlafen habe), vor allem für Babysachen natürlich. Leider habe ich nicht so viele Projekte wie letztes Jahr geschafft, dafür waren aber auch ein paar größere Projekte (Strickjacken) dabei. Außerdem bin ich kritischer geworden, vieles wurde geribbelt und neu begonnen, da es nicht passte/gefiel. Ein bißchen gefärbt habe ich auch noch und mich dabei entschlossen, ganz auf die (etwas umständlichere) Kochtopffärberei umzusteigen. Da werden wenigstens die Farbtöne so, wie ich sie haben will.


Fast alle Babysachen sind gestrickt, bis Mitte Januar möchte ich dann gerne den Rest fertig haben. Die Garderobe ist fast komplett, es fehlen nur noch jede Menge Kleinigkeiten und einige größere Anschaffungen wie die Babyschale oder das Beistellbett. Den Kinderwagen hatte ich zum Glück ja noch vor dem Urlaub bestellt ...
In der Zwischenzeit habe ich es auch endlich geschafft, meinen Foodblog etwas aufzuräumen und übersichtlicher zu gestalten, mal sehen ob ich das vorm Entbindungstermin noch mit den restlichen Seiten hinbekomme.

Deswegen heißt es jetzt weiter Energie sammeln, abwarten und viel Fenchel-Anis-Kümmel-Tee trinken.

In diesem Sinne:


P.S. Vielen Dank noch einmal an Annelie für die tollen Bauch- und Paarfotos Anfang Dezember, mit denen ich nicht nur Mama und Schwiegermama zu Weihnachten glücklich machen konnte, sondern auch diese hübsche Collage erstellen.

Herbststimmung

Ohje, das ist ja schon wieder eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal hier etwa geschrieben habe - und schon (oder bessert gesagt endlich) steht der große Jahresurlaub an. Dieses Jahr leider erst im September, wenn es in den Wandergebieten in Norwegen schon wieder kalt wird. Wir wollen ins Rondane-Gebirge, wo ich schon im März auf der Trollloipe unterwegs gewesen bin. Die Landschaft war herrlich, und ich wollte sie gerne ohne Schnee sehen und erleben. Allerdings sind die nächsten Tage (und vor allem Nächte, die wir teilweise im Zelt verbringen werden) regelmäßig Minusgrade vorhergesagt. Keine schöne Vorstellung für mich Frostbeule, vor allem wenn man nachts raus auf's Klo muss. Deswegen leisten wir uns den Luxus von einigen Hüttenübernachtungen inklusive Verpflegung - kein billiges Vergnügen, aber man spart sich das Zusatzgewicht von extra Proviant - ein bißchen was haben wir aber trotzdem mit. Der absolute Luxus ist die Hinfahrt mit der Colorline von Kiel nach Oslo - der 'Eimer', wie Robert ihn immer liebevoll nennt. Wir müssen zwar früh los, aber dafür sparen wir uns die ewig lange Anreise über Schweden. Da ich bis zum letzten Tag arbeiten musste und die Reisevorbereitungen so an einem Tag abgewickelt werden mussten, hatte ich nicht noch Lust auf diese lange Monstertour (dafür blüht sie uns auf dem Rückweg). Ich hoffe uns erwartet eine Herbststimmung mit schöner Laubfärbung, damit sich das eventuelle Schmuddelwetter noch ertragen läßt.
Hier ein Foto von der Wintertour, einen Teil derselben Strecke (den Anfang von Høvringen nach Smuksjøseter) werden wir auch wandern.


Gestrickt habe ich natürlich auch fleißig, zwar nicht viel, dafür aber reichlich ;-) Zwei große Strickstücke sind dabei gewesen; und auch ein Projekt, was schon fast ein Jahr lang in der Kiste lag und endlich vollendet wurde (ein UFO = unfinished object). Zuerst aber habe ich ein Tuch gestrickt was schon sehr lange auf meiner Liste stand, mit einer Wolle die noch vom Leipziger Wollfest des letzten Jahres war - eine Lintilla. Eigentlich sollte ich froh sein, dass mein Gestrick jetzt etwas lockerer wird, nur habe ich das bei diesem Tuch nicht bedacht und mit einer 4er Nadel gestrickt, und so wurde es ein locker-fluffiges Monstertuch, mehr für die Schultern als für den Hals wie gedacht. Nicht einmal die kompletten 200 g habe ich benutzt, sonst hätte ich mich darin vermutlich einwickeln können.

Lintilla, gestrickt mit DyeforWoll (BFL fingering)
Impressionen vom diesjährigen Wollfest
Das nächste Projekt hat wieder Platz in meinen 'Vorrats'kisten geschaffen, so dass ich die Beute vom diesjährigen Wollfest auch unterbekommen habe. Die Wolle lag schon bestimmt länger als zwei Jahre, und war die erste inklucive Strickanleitungsheft, die ich mir im "Nach Strick und Faden" in Dresden gekauft habe. Eine Strickjacke für den Robert mit Lopi (Islandwolle) sollte es werden. Dank der dicken Wolle ging es zwar schnell, aber geflucht habe ich am Ende. Laut Anleitung musste die Jacke in der Mitte aufgeschnitten und ein Reißverschluß eingenäht werden. Und das bei bei meinem Nähgeschick! Einen ganzen Tag habe ich an der Maschine verbracht - erst Probestück absteppen, dann die Jacke, dann den Reißverschluß einstecken, heften und zum Schluß einnähen. Es ging besser als gedacht, nur habe ich dann gesehen, dass die Übergänge des Musters links und rechts durch das einnähen versetzt sind - beim einstecken nicht aufgepasst! Passiert mir nicht wieder ...

Frost - Strickjacke in Alafoss Lopi
Die folgende Strickjacke für mich bekommt einen Extrapost für die Arbeit, die ich damit hatte (Wolle färben, Muste abändern etc) - Ihr dürft gespannt sein. Zum Schluß noch ein paar Handschuhe, die ich bei den angekündigten Temperaturen gebrauchen kann - Convertibles. Fäustlinge die mit einem Klapp in fingerlose Handschuhe verwandelt werden können. Sieht einfach aus, aber insbesondere das einstricken der Finger ist eine tüchtige Fummelei. Die Wolle war auch schlecht gewählt, da es teilweise keine richtigen Kontraste gab und man das schöne fair isle Muster gar nicht gebührend bewundern kann. Stolz bin ich aber trotzdem drauf, und es wird sicherlich einen Nachfolger (aber mit anderem Muster und anderer Wolle geben).


Für die Fahrt habe ich mir natürlich wieder ausreichend Strickmaterial eingesteckt, vor allem will ich endlich mal alle 'UFOs' erledigen, die sich im Laufe des letzten Jahres gesammelt haben ...

Färberein

Ich hatte ja schon oft erwähnt dass mein Tag mindestens 48 Stunden haben müsste, vor allen Dingen da ich mehr Hobbys habe als sich ein normal arbeitender Mensch leisten kann. Deswegen sieht es in unserer Wohnung meistens etwas chaotisch aus; und es kommen immer mehr Utensilien hinzu, die dann in Boxen bis unter die Decke gestapelt werden. Mittlerweile läßt sich unserer Abstellkammer nur noch mit Mühe schließen, denn die komplette Langlaufausrüstung für zwei und meine Skikes nehmen das letzte bißchen Platz ein. Von meinem sich ständig vergrößerndem Wollvorrat im Schlafzimmer wollen wir erst gar nicht reden (Wer kauft das ganze Zeug eigentlich ?!?) ... Leider habe ich ein neues Hobby entdeckt, was dieses Problem nur noch vergrößert: Das Wolle färben. Der Platz im Flurregal, den ich durch das Ausräumen (und Verschenken) meiner Nassfilz-Utensilien (hauptsächlich Kammzüge) geschaffen habe, wird inzwischen schon wieder von einer Samla-Box (praktisch diese Teile) mit Färbeutensilien bevölkert. Da kann ich schon froh sein, dass mich nicht noch (wie einige Andere in meiner Stricktruppe) das Spinn-Virus befallen hat. So ein Spinnrad kann man nämlich nicht in ein Regal räumen. 


 So habe ich mich nach den anfänglichen Versuchen mit Sockenwolle und dem etwas verunglückten Färbeversuch für einen Cowl beschlossen, etwas 'professioneller' heran zu gehen. So wurde beim Wollschaf wieder Farbe und Wolle bestellt und Literatur gewälzt - zum einen ein englisches Buch (was ich demnächst gerne auf meiner Bücherseite besprechen will) und ein deutsches Buch, welches mir meine Lieblingsfärberin Romy von Socknrolla zur Verfügung gestellt hat (ich versuche es auch demnächst wieder brav zurückzuschicken ...). Das deutsche Buch hat den Vorteil, dass für die Ashford Farben, die ich auch benutze, Mischrezepte und Anleitungen für die richtige Anwendung bei den verschiedenen Techniken angegeben sind (so dass die Ergebnisse auch reproduzierbar sind). Also habe ich fleißig die einzelnen Farben angemischt, zusammengemischt, und die 'Rezepte' mit ml-Zahl der Farbe festgehalten. Ich hatte sogar Zeit und Muße, von den fertigen Ergebnissen ein Handbuch mit entsprechendem Wollstranng und Strickprobe anzulegen. Die (überfärbte) Wolle, die zum Zusammenbinden verwendet wurde, ist auch gleich noch in den Katalog aufgenommen worden.
Entschieden hatte ich mich für Sockenwolle mit Bambusanteil (glänzt schon und wirkt von Natur aus etwas meliert). Die beiden fertigen Stränge sind ganz gut gelungen, obwohl ich schon auf andere Farbtöne aus war  - die Lila-Braunton-Färbung sollte wie diese Färbung von Tanis Fiber Arts werden (eine Sonderfärbung des diesjährigen Wollabos), deswegen heißt sie auch 'Tribute to Tanis'. Der zweite Strang war ursprünglich ein Pink-Grau-Hellblau Experiment, was dann am Ende zu intensiv (das Pink) und zu fleckig (grau und blau) geworden war. Also wurde alles nochmal im Topf graublau überfärbt  - deswegen der Name 'Boozed Pink Panter'.
von li oben nach re unten: Färbeproben, 'Boozed Pink Panther', 'Tribute to Tanis', Strickproben
Das nächste Projekt wird allerdings ein Überfärben von bereits farbiger Wolle sein. Die fliederfarbene Wolle, mit der mein erster Pullover fast schon fertig gestrickt war, wartet darauf, in ein dunkles Lila verwandelt zu werden, vielleicht schaffe ich es sogar, das Ganze etwas meliert aussehen zu lassen. 
Nach einigen grauen Haaren mehr, weil der (fliederfarbene) Pullover nicht passte (tja, eine Maschenprobe muss wohl sein ...) und ich auch die Farbe ganz gräßlich fand (was habe ich mir damals blos gedacht?), entschied ich mich mit schwerem Herzen nach der ganzen Arbeit alles wieder aufzuribbeln. Die ganze Wolle (satte 600 g) muss jetzt zum Färben noch in 100g-Stränge gewickelt werden - eine echte Sisyphos-Arbeit. Diesmal soll daraus eine Strickjacke entstehen - wenn ich jemals dazu komme ...

Frühlings(ge)strick(e)

Zurück aus dem Urlaub geht der Alltag wie gewöhnlich weiter, nur mit dem Utnerschied dass ich diesmal so gar keine Lust auf Arbeit habe. Man möchte meinen dass fast drei Wochen zu einer gewissen Erholung beitragen, aber diese zwei Wochen schüren nur die Erwartungen an den Sommerurlaub; auf jeden Fall wird es Rondane werden  - nach der schönen Landaschaft, die ich auf der Trollloipe erlebt habe, möchte ich diesen Nationalpark auch einmal im Sommer erleben. Natürlich werden die Touren (ohne Ski) länger dauern und das Gepäck schwerer sein, aber die Steilheit des Geländes kann mich (wie in den Jahren zuvor) bei der Planung nicht mehr abschrecken. Was kann schlimmer sein als einen steilen Berg ungebremst auf Langläufern heruntersausen ;)) Ein bißchen ärgere ich mich, dass ich nicht den norwegischen Reiseführer für Rondane gekauft habe, als ich die Gelegenheit hatte, aber zu diesem Zeitpunkt hätte ich ihn noch 4 Tage im Rucksack mit mir rumschleppen müssen. Die Tour war (für mich) schon so anstrengend genug. Es gab jede Menge Blessuren inklusive Blasen und blauen Knien und Zehen, schlechte Fahrbedingungen und manchen Frustrationsmoment, aber noch mehr unvergessliche Eindrücke. Ich möchte keinen Moment missen, und würde die Tour sogar nochmal machen wollen  - am liebsten aber bei Pulverschnee und Minusgraden; und vor allem mehr trainiert damit ich mehr Zeit und Gelegenheit habe mehr und schönere Fotos zu machen. Wenn ich Lust und Laune finde, werde ich einen kleinen Reisebericht einstellen. Vorerst gibt es nur ein paar themenbezogene Fotos zum Thema stricken. 
Stricken in Eldåbu (DNT-Hütte), im Hintergrund meine Ski
Stricken während der 'Mittagspause' - Werbebroschürenverdächtig, oder?
Einen kleinen Luxus habe ich mir gegönnt: Strickzeug mitnehmen. Regine aus meiner Reisegruppe hat mir eifrig beim Dokumentieren meiner Aktivität auf Tour geholfen (a la 'Stricken an ungewöhnlichen Orten'). Das Projekt waren toe-up Socken für Robert - viel habe ich nicht geschafft; und nach einer Probe an Roberts Fuß stand fest, dass das gute Stück (also die Socke) viel zu groß geraten war, also werde ich wohl ribbeln müssen ...
Ein auf der Fahrt nach Nordseter angefangenes Projekt ist dann doch fertig geworden, und was erst als Resteprojekt gedacht war, hat sich zu meinem neuen Lieblingstuch gemausert. 


Sonst war ich auch nicht ganz untätig und habe auch ein paar Buchrezensionen fertig gestellt, mit denen ich meinen Literaturblog füttern konnte, schon ein komisches Gefühl, da ich zwei Bücher innerhalb von zwei Wochen geschafft habe. Einige liegen ja noch angefangen auf meinem Nachttisch, und zwar schon seit mindestens einem Jahr. Ein Strickbuch war zusätzlich noch dabei, wer sich also zum Thema color knitting eines empfehlen lassen möchte, kann hier nachlesen. Jetzt werde ich mich mal wieder diesem vermaledeiten Pullover widmen, der mich anklagend vom Sofa aus anstarrt. Schließlich will ich vor Ewigkeiten angefangene Projekte auch einmal beenden - ich hoffe die Frühlingssonne kann mich ein bißchen motivieren.

Und der Gewinner ist ... Nordseter, Norge

Ahhh, die Anspannung fängt schon an sich als Kribblen im Magen auszubreiten. In sieben Stunden geht es wieder los, und zwar in den Winterurlaub nach Norwegen. Wie auch die letzten zwei Jahre geht es wieder nach Nordseter bei Lillehammer mit Elchtours. Die unkomplizierte familiäre Art dieser Reisen ist ein echter Wohlfühl-Faktor. Diesmal will ich es auch richtig wissen - die Trolloipe soll es nach einer Woche Urlaub in der Hütte noch sein. Eine Hüttenwanderung, eine Woche lang Etappen von 20-30 km mit 'freundlichem' Profil, dass heißt relativ flach. Schon letztes Jahr war ich auf die Teilnehmer, die am Ende der Reise auch an unserem Esstisch in der Hütte saßen, ein bißchen neidisch und wollte so etwas auch einmal erleben - da der 30ste jetzt vobei ist - warum warten? Insgesamt heißt dass fast drei Wochen Urlaub, so lange hatte ich noch nie frei!
Das Schönste ist aber, dass Robert trotz Probezeit auch Urlaub bekommen hat und wir die erste Woche zusammen verbringen können. Das Zweitbeste an der Sache ist, dass ich dieses Jahr ganz entspannt in den Urlaub gehen kann (und deswegen jetzt auch noch so vergnügt blogge). Nach dem letzten Dienst am Sonntag hat mir meine Oberärztin (und mein lieber Kollege) heute Überstundenfrei gewährt (vielen lieben Dank nochmal), so dass ich die letzten Vorbereitungen ganz in Ruhe treffen konnte. So:
  • ist die ganze Zettelwirtschaft (Rechnungen etc) endlich mal abgeheftet
  • (fast) die ganze Wäsche incl meiner Stricksachen gewaschen und weggeräumt bzw eingepackt
  • sind die Ski gewachst (das habe ich in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt, deswegen sehen sie auch nicht mehr besonders gut aus)
  • der Kühlschrank geleert (bis auf die Sachen die sich bis zur Rückkehr noch halten)
  • ist die Schweinchenbetreuung ausreichend vorbereitet (frisches Gemüse und Trockenfuttervorrat)
  • die Reste der Geburtstagsfeier endgültig beseitigt
  • ist der Abwasch soweit beseitigt dass ich Ihn noch vor der Abfahrt beseitigen kann (dank meiner 'Küchenfee' Robert)
  • sind (das Wichtigste ;))Strickmuster und Wolle in ausreichender Zahl eingepackt, ein Buch und die Spiele die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe sind auch dabei
  • sind die last-minute bestellten Wollsachen von Icebreaker (Schnäppchen im WSV) noch angekommen, und sie passen genau
Das einzige Problem was wir nicht mehr lösen konnten, waren die passenden Backcountry-Skischuhe für meine NNN-Bindung, die gibt es in Deutschland nur sehr schlecht. Die alten Schuhe von Alpina sind etwas zu groß, weswegen ich zuviel Platz um den Knöchel habe und den Schuh so fest schnüren muss, dass anderere Körperteile abgeschnürt werden (das Problem habe ich auch bei Wanderschuhen).
Mein gewünschtes Modell, den Alfa Kikut wollte ich über Globetrotter eigentlich als Sonderbestellung ordern, nur leider war das nicht möglich (angeblich nciht für den deutschen Markt vorgesehen), was ich erst eine Woche vor Abfahrt erfahren habe (die Bestellung lief seit Mitte Februar).
Das schwerere Modell, den Alfa Skarvet, konnte ich bei Globi anprobieren, und er passte perfekt in der 40, nur war er mir zu klobig. Mittlerweile habe ich ein Geschäft in Lillehammer ausfindig gemacht, wo wir vermutlich einen Zwischenstopp machen werden und ich den Kikut kaufen kann (einfach eine mail dahin geschrieben, und die Antwort kam schnell positiv zurück). Warum nun der ganze Aufwand? Als Antwort folgen ein paar schöne Bilder vom letzten Jahr.

Selbstportrait mit PAnorama auf dem Mostfjellet
Robert auf der nördlichen Trollloipe
Hüttensiedlung an der Pellestova
Blick vom Nordseterfjell auf das Nevelfjell
Natürlich habe ich Selbstgestricktes zum Wärmen eingepackt, damit weder Füße, Kopf oder Hals frieren. Mein erstes für mich gestricktes Sockenpaar mußte genauso mit wie der Schal und die Mütze, die ich für den Robert genadelt habe.

Paraphernalia Socken
Autumn Swirl hat und Autumn Clockwork shawl
Der Blaumeisenschwanz-Cowl muss zu Hause bleiben - der ist zwar kuschelig warm, aber für's Ski fahren unpraktisch (weil so fluffig und dick), da vertraue ich auf die industriegestrickte Merinowollvariante von Buff (natürlich in lila).


Natürlich habe ich schon wieder neue Sache auf den Nadeln - nachdem ich immer noch an meinem ersten Pullover stricke (bin schon ein Stückchen weiter, aber habe schon wieder die Ausdauer verloren), ist jetzt wieder ein Tuch dran, und auch der Robert soll ein Paar Socken bekommen, und zwar meine ersten toe-up gestrickten (das heißt man beginnt vorne an der Zehenspitze). Der Winter ist in Norwegen zum Glück noch nicht vorbei. Ski heil!

Cowl-Fieber

Im Moment ist in der Modewelt (und wohl auch in Strickkreisen) das große Cowl-Fieber ausgebrochen. Was zum Teufel ist denn ein Cowl mag so mancher Fragen - das sind diese Schlauchschals, die man sich manchmal mehrfach um den Hals schlingen kann, - wenn benötigt auch gerne als Kapuze/Mütze -  und die aktuell gerne in dicker Wolle überall feilgeboten werden. Je dicker desto beser scheint das Motto zu sein, und manchmal kann man den Kopf der (meistens) Trägerinn schon gar nicht mehr ausmachen in diesem "Wollnest". Für die Herren der Schöpfung und alle Outdoor-Begeisterten - die Rede ist gerade vom Buff, natürlich nicht so dünn und  multifunktional wie das Original, aber das Prinzip ist ähnlich.

Ich möchte nur kurz daran erinnern, dass diese Schals eine Weile verpönt waren, denn das "Standardmodell" stammte (soweit ich mich erinnern kann) aus tiefen DDR-Zeiten und wurde gerne als Mütze-Schal-Kombination getragen, ungefähr so wie hier. Meine Cousine hatte davon einen in rot und ich einen in orange (von der Strickmaschine gestrickt) - und als ich in die Pubertät kam, habe ich "das hässliche Ding" nie wieder angezogen.

Die Zeiten ändern sich (zum Glück), manche Dinge kommen wieder in Mode (wie man sieht), und nachdem ich ja schon lange herausgefunden habe, dass Anleitungen für schöne Stricksachen nicht unbedingt in den Zeitschriften die es hierzulande zu kaufen gibt zu finden sind, habe ich Ravelry und das Internet durchforstet und ein paar schöne Anleitungen herausgesucht. Wer also Lust hat, einen Cowl zu stricken, wird hier garantiert fündig. Einen der Liste habe ich schon gestrickt, und zwar für meine Schwägerin, passend zu den Müffchen, die sie sich gewünscht hat. Ein schönes Stück, was da aus 54 g Wolle entstanden ist.

April Showers Cowl
 Natürlich werde ich mir auch noch einen Cowl stricken, und zwar den (Muster schon gekauft) aus selbstgefärbter Wolle (Baby Alpaca). Ich hoffe er ist bis zum Winterurlaub fertig. Eigentlich sollte es ein KAL (knit-a-long) werden für meine Freundinnen (und mich), die ich inzwischen mit der Strickerei angesteckt habe und die es auch lernen wollen. Nur leider fehlt da noch die Übung, und so lange kann ich leider nicht warten. Das Muster ist aber so schön, den stricke ich auch nochmal ;)
Für Robert hatte ich schon im letzten Winterurlaub einen (kleinen) Buff/Cowl gestrickt - mein erstes abgewandeltes Strickmuster, enganliegend und doppelfädig mit Sockengarn. Vielleicht 'designe' ich ja noch ein eigenes Cowl-Muster, ein paar Ideen habe ich schon, und der Honey Cowl soll dieses Jahr auch noch in eigens abgewandelter Form zur Resteverwertung herangezogen werden. Dann mache ich mich mal wieder an die Nadeln, bevor es wieder wärmer wird ...

Mein erstes mal ... Socken stricken & färben

Der Urlaub ist schon lange vorbei und eigentlich müsste der Winter schon längst Einzug gehalten haben, aber leider haben wir immer noch immer frühlingshafte Temperaturen. Viel zu warm für meine komplette Winterkollektion, die ich mir bis jetzt gestrickt habe. Inzwischen ist auch noch ein Hobby dazugekommen, nämlich das Färben. Von einer fantastischen Färberin, die ich über Ravelry kennegelernt habe, wurde ich dazu ermutigt selbst in die Färbeküche einzutauchen, und im Vergleich zu meinem ersten Experiment mit den Ostereierfarben waren die Ergebnisse jetzt wirklich eine Wucht. Ich komme natürlich nicht an Romys Stränge heran, aber ich war ganz zufrieden - ihrer Werke gibt es hier zu bewundern.
Gefärbt habe ich mit Ashford-Säurefarben und fixiert in der Mikrowelle, nachdem ich mich durch einige Seiten Anleitungen und Empfehlungen durchgelesen hatte. Der Farbauftrag erfolgte durch einen dicken Pinsel bzw habe ich wieder meine großen Weckgläser zum tauchen verwendet, und da das Ergebnis gut war, werde ich am Verfahren wohl erst einmal nichts ändern. Dünnere Sockenwolle wurde bei der Bestellung der Farbe gleich mitgeliefert (uups, da ist mir wohl schon wieder der schlimme Bestellfinger ausgerutscht ...) für die nächsten Versuche. Ich muss nur noch verstehen, wie ich mir aus den Grundfarben des Sets alle anderen Farbtöne an- und auch wieder nachmischen kann und wie konzentriert das alles für einen bestimmten Farbton sein muss. Ein speziell nur für das Färben zum Abmessen bestimmtes Messlöffelset wurde von Robert bereits 'geliefert'.

'Jamaican Fizz' - Färbung für Annes Socken
Die fertigen Socken
Geplant war beim ersten Mal die Färbung einer dicken Sockenwolle für selbstgestrickte Socken (dicker = geht schneller, besonders wichtig bei Fristen zu Weihnachten) - einmal für Anne, eine gute Freundin, die die Kombination grün und orange haben wollte. Aber meine Recherchen im Internet konnten keine Farbverlaufswolle in dickerer Stärke in diesen Farben auftreiben. Mein Versuch war in der Ausführung nicht schlecht, aber leider schlecht geplant - von dickerer Wolle benötigt man mehr als von dünner, und so reichte der 100g Knäuel nicht für ein komplettes Paar. Das fand ich dann mit der Waage heraus, als die erste Socke schon fast fertig gestrickt war. Also zurückgeribbelt und mit anderer Wolle die noch da war improvisiert. Das Strickmuster der Kalajoki-Socken erlaubte viel Spielraum, und so sahen sie am Ende fast so aus wie so gewollt. Ich muss mir unbedingt noch selbst so ein Paar stricken, vor allen Dingen weil das mit dem Ringelmuster sehr schön funktioniert hat  ...
Ganz nebenbei vergaß ich zu erwähnen, dass es mein erstes Paar Socken überhaupt war, dass ich gestrickt habe. Da meine Mama sonst immer Socken gestrickt hat, bestand ja auch keine Notwendigkeit; und Socken stricken erschien mir immer sehr kompliziert - und das muss ich behaupten, die Doppel- und Fair-isle strickt. Nun ist meine Sockenstrick-Ablehnung/Phobie aber Vergangenheit - warum habe ich mich da eigentlich nicht eher herangewagt? Schlecht ist nur dass ich mir jetzt auch viele schöne Socken stricken will - bei den vielen geplanten Projekten und unfertigen Pullovern und Handschuhen nicht gerade ein Vorteil, meine neue Sockenliebe ... Diesen Socken kann ich aber nicht widerstehen, und die sind auch sehr schön ...

Zuerst plane ich aber  noch ein paar Socken für einen Freund, die Färbung dieser Exemplare darf schon einmal bewundert werden (er liebt Frankreich, passend, oder nicht?):


Allerdings trägt der Empfänger die Größe 43, und da ist jede Megen (Um)rechenarbeit angesagt. Ich hoffe am Ende ist meine Kalkulation der Fußlänge und Maschenzahl richtig und die Socken passen genauso gut wie mein erstes Paar - Anne musste die Socken aber gleich wieder ausziehen weil es einfach ZU WARM war ... Ich kann nur hoffen dass es noch kalt wird, sonst bleiben all die schönen Sachen im Schrank.

Endlich Urlaub

Endlich ist es soweit. Die lange Durststrecke nach dem letzten Urlaub im März ist überstanden, und ich kann im optimalen Monat für Wandertouren wieder in Norwegen die Berge unsicher machen. Diesmal soll es nach Trollheimen gehen, wieder mit dem Zelt und auch über sieben Tage. Ich bin gespannt, ob wir das durchhalten. Die Landschaft sieht vielversprechend aus, nur der Wetterbericht scheint nicht sehr verheißungsvoll, bis jetzt sind fast durchgehend Schauer angesagt. Noch habe ich Hoffnung, da ja auch hier die Vorhersage eher einer Orakelei geglichen hat (heute sollte es regnen, aber ich habe den ganzen Tag wie in der Sauna bei prallem Sonnenschein geschwitzt).

Gjevillvatnet in Trollheimen (Bild von Wikipedia)
 Nachdem ich mein Konto halb leer geplündert habe, werden wir dieses Jahr optimal ausgerüstet in den Wanderurlaub starten. Ich als Proviantmeister habe leckere Tütengerichte zusammengestellt - nun ja, nicht unbedint etwas für den Foodblog - aber sie werden wohl nach einem anstrengenden Tag satt machen. Nach meiner Knöchelgeschichte, die immer noch nicht ganz gut ist, wurden sogar ein paar neue Wanderschuhe gekauft. OK, eine dumme Idee, in neuen Schuhen wandern gehen zu wollen, aber in den alten Schuhen gab es auch jede Mengel Blasen. Zur Not kann ich in die neu erworbenen fivefingers steigen, die tragen sich fast wie barfuß und sind extrem bequem - habe sie schon im Alltag benutzt und bin begeistert. Ein Hingucker ist es auch, und da ich keine teuren Absatzschuhe (oder überhaupt Absatzschuhe) trage, kann ich mir ja auch andere exclusive Treter kaufen ;)

Nach einer langen Phase der Schalstrickerei sind jetzt auch wieder Babysachen an der Reihe. Für das Baby einer Freundin (kommt im September) soll es ein Overall werden, diesmal mit einem schönen Baumwollgarn. Bin gespannt wie es sich strickt ... Ansonsten lüfte ich jetzt noch das Geheimnis, welches Geburtstagskind wieder von mir beglückt wurde - die Anne. Die bekam ein kleines Schaltuch und eine Mütze in lindgrün. Die anderen Tücher auf den Fotos sind für mich gemacht, die lilafarbene Wolle ist vom Wollfest in Leipzig, und das gestreifete Tuch aus den Resten meiner doppelt gestrickten Elchmütze gemacht. Die Änderungen am Originalmuster waren meine Idee bzw eine Zusammenstellung aus anderen Mustern. Da bin ich sehr stolz drauf, besonders die Lace-Kante ist toll geworden. Deswegen habe ich auch gleich noch dieses Buch erstanden und werde vielleicht bald ein ganz eigenes von mir entworfenes Tuch kreieren - aber zuerst gibt es noch viele andere Muster auf Ravelry, die unbedingt gestrickt werden müssen - zum Beispiel der Cladonia. Außerdem ist bald wieder Winter, und ich muss nun endlich mal die Robert versprochene Strickjacke mit Kapuze anfangen. Dabei ist mein Pullover von letztem Jahr noch nicht mal fertig - ok, der wurde auch wieder aufgeribblet und gegen ein anderes Muster getauscht. Aber dazu dann vielleicht nächstes Mal mehr.


Sommerloch

Hmm, bevor der Juni zu Ende geht, muss ich noch schnell ein paar Sachen loswerden. Diejenigen, die sich nicht für das Stricken interessieren, können gleich aufhören zu lesen, denn ungefähr 75% dieses Posts werden davon handeln ;) Mein Universum besteht zur Zeit nur aus Wolle. Ab morgen hat Drops seine Sommergarne reduziert, und ich überlege schon wieder, ob ich bestelle. Ich habe zwar mittlereweile mehrere Kisten mit Wolle, die verstrickt werden will, aber wenn es Rabatt gibt, kann ich doch nicht nein sagen, oder?

Also erst einmal von Anfang an. Vor ungefähr einem Monat hatte ich es geschafft, mich 10 Minuten vor Dienstende so die Treppe hinunter zu stürzen, dass ich mir die Bänder am linken Sprunggelenk überdehnt hatte. Das hieß einen Monat eine Orthese tragen, und das im Sommer. Jeder kann sich vorstellen, dass das nicht unbedingt angenehm ist, vor allem wenn nur zwei Paar Turnschuhe und die Sandalen passen. 
Leider musste ich durch die Zerrung auch zwei Wochen Zwangspause mit dem Fahrradfahren machen, was nicht gerade zur Verbesserung der Stimmung beitrug - komischerweise wurde ich da richtig grantig. Deswegen bin ich auch nachdem die Schwellung zurückgegangen war, gleich wieder auf den Drahtesel gestiegen. Zum Glück ist die Orthese seit Montag ganz ab, und ich kann mich wieder ungehindert austoben. Gerade wegen der ganzen ungesunden Sachen, die auf den letzten Grillfesten serviert, verputzt und weilweise auch von mir hergestellt wurden, muss ich mich unbedingt bewegen, sonst könnte ich nicht solche Leckereien wie diese verputzen. Unbedingt nachbacken, die sind perfekt zum Abschluß eines Grillabends - und deswegen gibt es hier ausnahmsweise auch mal ein Foto von Leckereien, die sonst nur auf  meinem Foodblog zu sehen sind. NB: Ich habe anstatt einer Buttercreme zur Dekoaration eine aus Frischkäse gemacht, natürlich wegen der Kalorien ;)

Campfire delight Cupcakes á la Sweetapolita
Das Ganze mit der Zerrung war auch noch einen Tag vor dem Leipziger Wollfest passiert, was ich unbedingt mit meiner Mutti besuchen wollte. Also bin ich eben hingehumpelt, wer was erleben will der leidet auch gerne. Gelohnt hast es sich shcon, da ich wieder hübsche Wolle entdeckt habe. Das Meiste war mir zwar zu bunt, aber an einem Stand fand ich dann eher melierte Farben mit kreativen Namen, in die ich mich gleich verliebt habe. Gekauft habe ich dann zwei Stränge "My dark valentine" und einen "Bat in a dark mood" von dem ich mir gerade ein tuch stricke. DyeforWool hat auch eine Seite bei Etsy, da könnt Ihr bei Gelegenheit die schönen Farben bewundern. Meine Mutter hat einen Wollwickler gekauft, mit dem wir alle Stränge (die ich hatte) später innerhalb von 2 Stunden zu praktischen Knäulen gewickelt haben. Meine Mutter war so begeistert davon, dass sie fast ihre kompletten Wollvorräte umgewickelt hat. Bei diesem Ausflug habe ich dann noch erfahren, dass eine gute alte Schulfreundin von mir im September ein Kind erwartet - also wieder Babysachen stricken *freu*. Ich habe mir schon wieder schöne Overalls und Mützen ausgeguckt.
li oben und re unten: DyeForWool, re oben und li unten: Lavendelsocken (www.lavendelsocken.de)
Zwei Wochen später habe ich auf dem Handwerkermarkt in Gostewitz wieder zugeschlagen. Da meine Schwiegermama über Pfingsten zu Besuch war, hat sie sich auch anstecken lassen und einen Strang Sockenwolle gekauft. Seit ich sie immer mit meinen Leiblingstuchmustern und -strickanleitungen versorge, muss sie sich auch gegen die Massenproduktion für die Verwandschaft zur Wehr setzten. Natürlich wurden die freien Tage in vollen Zügen genossen, es wurde gekocht und gestrickt und auch ein Ausflug nach Görlitz gemacht, um in der Galerie 13 Kaffee zur trinken. Im 'Filetto' in der Peterstraße sind wir durch Zufall zum Mittag gelandet, und ich kann es wärmstens empfehlen - so einen guten Salat wie dort habe ich lange nicht gegessen (oder besser gesagt noch nie außerhalb meiner eigenen vier Wände), und das Essen war wirklich lecker und preiswert.

Pause @ Galerie 13
Ich stricke im Moment auch mehr für Freunde als für mich, und die Sachen sind so schön, dass ich sie am liebsten alle selbst behalten würde. Annelie bekam zum Geburtstag einen Hitchhiker in Sommerfarben mit gehäkelten Blumen, wobei ich die Blumen bei meiner Häkelerfahrung am anstrengendsten fand. Außerdem habe ich endlich Roberts fingerlose Handschuhe vollendet - aber demnächst werde ich so etwas 'Fummeliges' nicht mehr machen. Da dauert das Fäden verstechen am längsten und strapaziert meinen dünnen Geduldsfaden ... Einige Sachen die schon fertig sind, kann ich noch nicht zeigen dennsiesindeineÜberraschungundmüssengeheimbleiben. Mehr verrate und zeige ich vielleicht das nächste Mal ...

'Nutkin fingerless gloves' für Robert
Summer Hitchhiker für Annelie

Langsam ernährt sich das Eichhörnchen ...

Wie versprochen lüfte ich jetzt das Geheimnis: Mein fertiges Strickwerk war ein Schlatuch für meine Schwägerin Conny, Modell 'Hitchhiker' mit Streifenmuster. Zusätzlich bekam er noch eine schöne Häkelkante an der Seite, wo ich immer den Faden - bzw Farbwechsel gemacht habe, da dort sonst die Übergänge so deutlich zu sehen gewesen wären. In die Kante wurden noch zwei (Knopf)löcher eingearbeitet, auf der andere Seite des Tuches bekam der 'Hitchhiker' zwei dazu farblich passende Knöpfe, so dass Conny ihn im zugigen Greifswald auch schön eng um den Hals schlingen kann, ohne dass er verrutscht. Robert musste für die Fotos Modell stehen - ich finde die Sachen am lebenden Objekt dann doch hübscher - und ich muss sagen dass ihm das Tuch auch stand. Vielleicht kann ich ihn ja mit einer eigenen Variante davon (in weniger pinken Farben) auch mal davon überzeugen, im Winter etwas um seinen Halas zu machen. Den für ihn gestrickten Buff hat er ja im Winterurlaub ein paar mal getragen, ich habe also Hoffnung.
Ich habe übrigens eine neue Lokalität für meine Fotos gefunden: Den Dachboden. Herrlich viel Licht und rustikales Ambiente durch verstaubte Holzböden, Schränke mit abblätternder Farbe und alte Bodenfliesen die wohl einmal den Hausflur ausgekleidet haben. Dort werde ich jetzt wohl öfters Stricksachen ablichten.
Ganz schön vintage, oder?
Steht auch dem Robert gut.
 Das zweite Schalprojekt war ein schmales Schaltuch für meine Nichte, es sollte ihr Geburtstagsgeschenk werden. Leider hatte ich mich in der Zeitplanung wieder einmal total verschätzt. Der 'Körper' aus der grau melierten Sockenwolle war recht schnell gestrickt, aber die Kante mit den Blättern hat ewig gedauert, besonders weil ich diese kleinen Rocaille-Perlen eingearbeitet habe, das war eine ganz schöne Fummelei, und so konnte ich natürlich auch nicht im Auto stricken. Bis ich mir dann auch noch das Muster gemerkt hatte, war ich schon bei Blatt Nummer 15 (von 30), und bis dahin musste ich ständig ablesen, wirklich anstrengend. Manchmal komme ich mir wirklich vor wie eine Schnecke beim Stricken, besonders wenn ich sehe wie schnell manch' andere vorankommen, da fällt mir fast die Kinnlade herunter (den Hitchhiker oben in 2 Tagen). Unter den Projekten meinte auch eine Strickerin, sie hätte dieses Schaltuch (das Cedar Leaf Shawlette heißt) in anderthalb Tagen gestrickt. Vieleicht gibt es ja auch wie die Hardcore-Gamer Hardcore-Stricker? Ich bin schonmal froh, dass ich es wenigstens eine Woche nach dem Geburtstag überreichen konnte. Durch das Blocken bekam es dann wirklich noch eine sehr schöne Form, die ich nicht für möglich gehalten hätte, besonders weil sich die Oberkante immer nach innen rollte. Die Farbkombination mit dem melierten Grau und dem Verlaufsgrün der anderen Sockewolle (das ich aus zwei verschiedenen Knäulen zusammenwickeln musste) erinnert mich an eine Birke. Die Fabel Sockenwolle in grau (offizielle Farbbezeichnung silver fox) gefällt mir sogar so gut, dass ich mir eine Strickjacke daraus stricken würde (brauch noch eine etwas farbneutrale für formelle Anlässe) - da gerade Rabattmonat bei Lanade ist, werde ich wohl zuschlagen :)
Spring Birch Shawlette für Marcella
Schlußendlich habe ich es in den Osterfeiertagen bei Schwiegermama dann auch noch fertig gebracht, ein paar neue Schuhe für meinen goldigen Neffen fertig zu stricken. Ich konnte ja nicht die niedlichen Marienkäferknöpfe, die ich hier im Handarbeitsladen erstanden habe, ungenutzt lassen. Allerdings ging es nur mit der Hilfe von Schwiegermutter, da nach dem ersten Drittel des zweiten Schuhes die (Rest)Wolle alle war (schlechte Planung meinerseits). Zum Glück hatte ich noch eine alte Mütze mit (die eigentlich an die Verwandschaft abgegeben werden sollte), die zur Hälfte aus dieser Wolle bestand, und die mir Schwiegermama mit viel Geduld aufgetrennt und aufgewickelt hat. Vielen Dank dafür - nur habe ich jetzt noch zwei Restknäule mehr im Haus ...

Stiefelchen für den goldigsten Neffen überhaupt
Eigentlich sollte ich mich jetzt wieder meinen Strickereien widmen, es wartet noch die doppelt gestrickte Elchmütze auf Vollendung, die ja zu kurz geraten ist und an die ich noch ein paar Zentimeter anstricken muss, und dann wartet auch noch der Pullover, den ich vor ewigen Zeiten angefangen habe, aber gerade schlage ich Maschen für ein paar fingerlose Handschuhe für Robert an (die vielen verschiendenen Wollbestände müssen weg). Wer die Wahl hat, hat die Qual *stöhn* ;)

Über schlimme Patienten, Zweckentfremdung von Ostereierfarben und Besuche bei alten 'Bekannten'

Ärzte sind mit die schlimmsten Patienten, sagt die Legende, und ich bin gerade das lebende Beispiel dafür. Ich habe mir von Arbeit nämlich eines dieser kleinen Tierchen mitgebracht, die dort gerade grassieren. Zur Zeit sind es die Rota-Viren, fiese kleine Kerlchen, hochansteckend und normalerweise in Kindereinrichtungen und Altenheimen wütend, die Durchfall, Übelkeit und andere unangenehme Dinge verursachen. Schon letztes Jahr bin ich wie auch einige andere Kollegen Opfer des Noro-Virus geworden (ja, jedes Jah ein anderes damit es nicht langweilig wird), und dieses Jahr habe ich wohl auch ganz laut hier geschriehen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit Kittel, Handschuhen und speziellem Desinfektionsmittel hat es mich erwischt, und jetzt leide ich schon seit vier Tagen. Ganz furchtbar. Also wirklich wenn-der-Arzt-selbst-mal-krank-ist furchtbar. Man möchte ja meinen, dass ich mich nach vier Tagen und einem 'schönen' Wochenende jetzt endlich erholt habe, aber nach einem Tag mit fast gar keinem Essen, Fieber und Schüttlefrost, einem Tag mit Gelenkschmerzen und stetiger Übelkeit und wenig essen, und zwei weiteren Tagen mit wenig Essen und ständigen Badbesuchen fühle ich mich weiter extrem gerädert und könnte nur schlafen.
Auch wenn ich nie geglaubt hätte, dass ich das als Food- und Kochjunkie mal sagen sollte: Im Moment finde ich Essen widerlich. Sogar den Geschmack von Zahnpasta. Nur leider muss ich was essen, denn sonst führt der Hunger dazu dass es mir auch wiederschlecht wird, ein bißchen paradox ist das schon. Nur kann ich keinen Pudding, Grießbrei, trockene Brötchen oder Bananen mehr sehen. Ich wollte zwar den Winterspeck loswerden, aber garantiert nicht so - eine Methode mit der man garantiert abnimmt und sich gräßlich fühlt.Wenigstens habe ich es geschafft wieder einmal in einem nicht-medizinischen Buch mehr als drei Seiten zu lesen.

Aufgrund dieser ganzen Sache musste ich auch den Stricktreff in Dresden gestern absagen, eine Sache die mich besonders ärgert, da ich den letzten ja auch schon wegen Krankheit nicht besuchen konnte. Ich hätte so gerne meine erste selbstgefärbte Wolle und das Ostergeschenk für meine Schwägerin, meine letzten beiden größeren Projekte also, vorgezeigt. Das Geschenk für meine Schwägerin kann ich noch nicht vorstellen, soll ja eine Überraschung sein, Fotos gibt es also später. Dafür gibt es ein Foto von der Wolle, gefärbt mit Ostereierfarben, Nicht schlecht für den ersten Versuch finde ich. Gekauft habe ich die ungefärbte Wolle auf dem Bauernmarkt in Radebeul-Altkötzschenbroda, die Farben sind aus dem Bastelmarkt, und die Anleitung gibt es hier.

Der Farbton heißt kreativerweise Black Cherry-Blue Ocean
Letztes Wochenende habe ich nicht nur Wolle auf dem Bauernmarkt erstanden, sondern auch wieder jede Menge andere Leckereien: Wildknacker, verschiedenen Schnitt- und Frischkäse, frischen Quark und Milch - was ich jetzt alles nicht essen kann ... *grml* Hinterher waren wir in Görlitz und haben eine Freundin von André besucht - und natürlich auch unseren Lieblingscafé, der Galerie 13, einen Besuch abgestattet. Die macht leider am Ende der Saison zu, seeehr schade. Zu unserer großen Freude war die Haus- und Hoftöpferin fleißig gewesen und hatte produziert, so dass ich einen schönen Teller mit nach Hause nehmen konnte. Milchkaffeetassen gab es leider nur noch eine, und das in grün, die habe ich dann doch stehen lassen.

Görlitz April 2011 (Collage)
Daraus folgt dass wir unbedingt nochmal nach Görlitz müssen (wegen des leckeren Kuchens in der Galerie und der Tassen), und bei Karina (und ihrer Rasselbande) schauen wir dann auch auf jeden Fall nochmal rein. Dann könnte ich sogar ein bißchen meiner Wolle loswerden, die ich eh im Moment nicht schaffe zu verstricken, denn die Karina würde auch gerne mal was ausprobieren was ich toll finde: (Strick/Häkel)Filzen. 
Nächste Woche geht es erstmal zu Schwiemu nach 'Hütte' um Ostern zu feiern - ja Schwiemu, du bekommst auch wieder Wolle ;), ich überlege mir noch ob ich die in ein Ei stecke ... Ich hoffe nur bis dahin haben mich die Viren wieder verlassen, sonst werde ich mich von meinem Neffen, der auch zu Besuch ist, leider fernhalten müssen - den Robert habe ich glücklicherweise nicht angesteckt (oder er hat sich nicht anstecken lassen), vielleicht auch dank ständigen Desinfizierens, so dass unser ganzes Bad im Moment nach Sterilium 'duftet'. Nicht gerade frühlingshaft, aber zweckmäßig.

Winterfreuden im Frühling

Ja, endlich ist es soweit. Trotz knapper Kasse haben wir Anfang Januar wieder Skiurlaub in Nordseter gebucht (so wie letztes Jahr), und am Freitag ist es wieder soweit. Mittlerweile dreht sich die Waschmmaschine wieder den ganzen Tag, Koffer werden entstaubg und die warme Wollunterwäsche hervorgesucht, die aufgrund der eher milden Temperaturen schon in die Tiefen des Schrankes verbannt war. Meine Mutter versorgt dankenswerterweise wieder die Meerschweine (fragt sich nur wer sich mehr darüber freut ;) und meine Eltern fahren uns wieder zum Bahnhof nach Dresden, damit wir pünkltich um vier Uhr früh da sind. Das einzige Problem breiten uns noch Roberts Ski (ja, er will es nochmal versuchen mit dem Ski fahren), die sind schon seit mindestens 3 Wochen bestellt aber immer noch nicht eingetroffen, wirklich ärgerlich.
Zum Glück habe ich Zeit und Ruhe alles vozubereiten, denn ich konnte diesmal zwei Wochen Urlaub nehmen. Das gab auch genügend Zeit und Raum um letzten Sonntag einen schönen gemütlichen Geburtstagsbrunch zu veranstalten. Es waren mehr Leute da als letztes Jahr, was mich besonders gefreut hat, unter anderem auch zwei Kollegen. Die Geschenke waren auch nicht von schlechten Eltern, und ich werde sie bald auch benutzen ;). Wer nun neugierig geworden ist, sollte mal auf *Butterfinger* vorbeischauen, da gibt es demnächst Details.
Ansonsten habe ich mich sehr gefreut mal wieder mit alten Studienfreunden telefonieren zu können, die an meinem Geburtstag angerufen haben - und ich habe es mir (mal wieder) vorgenommen, die Kontakte nicht so sehr schleifen zu lassen.

Sonst war ich stricktechnisch weiter fleißig und habe Robert noch einen Buff/Cowl für den Winterurlaub gestrickt, außerdem eine Tasche für Patricks amazon Kindl; und zumindest der Testhandschuh mit dem Rentier ist fertig geworden (den muss ich aber noch überarbeiten). Fotos meines Neffen in meinen gestrickten Sachen haben mich auch erreicht, und darin sieht er noch vieeel niedlicher aus als er sowieo schon ist; nur die Schuhe sind leider etwas klein geraten, aber wer kann schon ahnen, dass der kleine Bursche shcon auf so großem Fuß lebt ;).
Mit meiner Mama war ich dann auch letztens auf dem Stricktreff in Dresden, wo ich gleich noch ein paar schöne handgemachte Maschenmarkierer erstanden habe, die wirklich hübscher als zusammengeknotete Fadenreste sind.
Nun muss ich mich nur entscheiden, welches bzw welche meiner Strickprojekte ich mit in den Urlaub nehme *grübel* ...

li: Nutkin cowl/buff, rechts (v. oben n. unten): Kindl cozy, Manos del Uruguay Wolle, doppelt gestrickte Mütze mit Elch

Wool work

Mit Leidenschaften ist das so eine Sache, meistens sind sie heiß und kurz, aber genauso schnell wieder vorbei wie sie gekommen sind. Manchmal könne sie aber auch schnell in eine Sucht ausarten, besonders wenn man 'Material' dafür auf dem Silbertablett nachgeliefert bekommt. So ist es zur Zeit bei mir mit dem Stricken. Letzte Woche habe ich schon wieder Wolle bestellt, und das obwohl die Kisten noch gut gefüllt sind und ich froh war sie halb leer bekommen zu haben. Nur leider finde ich, seit ich Mitglied bei ravelry bin, viele schöne neue Muster für Mützen, Pullover, Stulpen usw. In der Leitung sind schon ein Pulli für mich (die Wolle liegt schon ewig da), eine original Island-Kaputzenstrickjacke für Robert (die Wolle habe ich vor zwei Wochen in einem wunderschönen Laden in Dresden erstanden), je ein paar Hausschuhe für uns beide und eine Weste mit Zopfmuster für mich - ganz abgesehen von diversen Handschuhen und Stulpen, denn der Winter ist ja bald wieder vorbei ...
Meine Schwägerin konnte ich mit neuen Stulpen aus pommerscher Wolle beglücken; und auch mein Neffe wird sich freuen, wenn er denn bald auf die Welt kommt, denn dann werden seine Eltern ein Paket mit wunderhübschen Stricksachen erhalten, unter anderem die Schuhe und einen Overall, den/die man auf den Fotos schon (teilweise) bewundern kann. Mal sehen wie lange die Leidenschaft noch lodert, zumindest ist für Nachschub and 'Rohmaterial' schon gesorgt ...
li oben: Babyschuhe, li unten: Stulpen für meine Schwägerin, re oben: Norwegerhandschuh, re unten: Knopf am Overall für meinen Neffen

Stricken ist das neue Yoga

Zugegebenermaßen fand ich Stricken immer total langweilig. Im Handarbeitsunterricht habe ich es sogar gehasst - weil mir ständig die Maschen von der Nadel fielen und das Ganze so eeeewig lange dauerte. Die Strickmagazine die es gab, waren auch altbacken, keines der Dinge da hätte ich je nachstricken wollen. Meine Einstellung zum Stricken änderte sich allerdings kurz nach meinem zweiten (Nach-Au-Pair) Besuch in Norwegen. Ein bißchen hatte ich Sehsucht zurück, und was hilft dagegen besser als ein Stück Erinnerung in den Händen zu halten (oder zu tragen)? Jeder traägt dort im Winter die typischen Norweger-Handschuhe, egal ob elegant angezogen oder nicht (eine der mir lieben Traditionen). Solche Handschuhe wollte ich natürlich auch haben. Die Fertigen aus dem 'husfliden' kosten aber ein vermögen, also wurde ein Magazin mit Strickanleitungen gekauft, das kostete auch nur zehn Euro. Aber wer sollte dies Handschuh stricken? Zum Glück gab es Mutti ... Die Wolle kam von glücklichen Pommerschen Schafen, deren schöne Wolle ich im Urlaub an der Mecklenburger Seenplatte in einem kleinen Schäferladen in Hullerbusch erstanden hatte. 
Es dauerte eine Weile, bis ich dann auch die Anleitung für meine Mutter übersetzt hatte, und letzten Winter waren die Handschuhe dann fertig. Von der Wolle war noch etwas übrig, und ich überlegte, was ich wohl davon machen (lassen) sollte. 
Irgendwie geriet ich dann auf die Seite von Drops Design (ein überaus glücklicher Zufall). Diese Seite war so komplett anders als alles andere was ich zuvor gesehen hatte und änderte meine Meinung über das Stricken komplett. Ich fand so viele schöne Modelle, unter andrem auch Strümpfe und Strickjacken, dass ich unglaublich Lust bekam selbst zu stricken - besonders das Modell einer Baskenmütze mit Norwegermütze. Meine neue Leidenschaft gipfelte dann darin dass mir Robert ein Buch übers Stricken zu Weihnachten schenkte (siehe hier), welches ich wirklich empfehlen kann Nachdem es durchgearbeitet war konnte ich es gar nicht erwarten loszulegen. 
Im Winterurlaub dann begann ich mit der Arbeit. Im Bus Richtung Fähre nahm ich die ersten Maschen auf. Im Laufe der Woche wuchs das Strickstück immer weiter, und schließlich vollendete ich kurz nachdem wir zurückgekommen waren die letzten Maschen.



Seitdem habe ich keine Hemmungen mehr was die Modelle angeht, ein paar mal habe ich schon einige Versuche wieder auftrennen müssen, aber das schreckt mich nicht ab. Die nächste Mütze wurde im Sommerurlaub fertiggestellt, ein Dreieckstuch im Urlaub im Oktober und ein Bolero Stück für Stück beim Fernsehen. Dabei musste ich sogar häkeln (die Kanten), und auch dabei habe ich mich nicht dumm angestellt - die Sachen sehen wirklich so aus wie auf den Bildern ;)

Zwischendurch kamen noch eine Babywickeljacke und eine Babyhose (für das Kind einer Freundin) dazu. Nur die Fingerhandschuhe mit Norwegermuster für Robert, die aus dem erneuerten Vorrat an pommerscherWolle entstehen sollen, werden wohl diesen Winter nicht fertig werden - Finger zweifarbig stricken macht keinen Spaß - aber es versetzt mich in einen anderen Gemütszustand da ich mich auf etwas ganz anderes konzentrieren muss - wie beim Yoga (nur der Kalorienverbrauch ist leider weniger). Es ist ein schönes Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben. Die nächsten Profekte sind schon geplant ...