Modifizerte Tour 12 - Vom Lichtenhainer Wasserfall (zum Neuen Wildenstein und Frienstein) über die Affensteine nach Schmilka
Einen detailierten Tourenplan gibt es hier
Diesmal sollte es ein bißchen komplizierter werden. Nicht nur die Anreise, sondern auch die Wanderung - ich wollte einmal wieder die Spannung vom Sarttiegenklettern spüren und meine (bereits schwindende) Höhenangst herausfordern. Das erste Mal sollte es einen unterschiedlichen Start- und Zielpunkt geben; und auch der zweite Teil der Strecke war nicht konkret festgelegt.
Startpunkt unserer Wanderung war der Lichtenhainer Wasserfall, zu erreichen per Kirschnitztalbahn (einer alten Straßenbahn) eine halbe Stunde Fahrt von Bad Schandau entfernt. Mit der VVO-Tageskarte gab es sogar Rabatt auf die Fahrkarte. Natürlich war damit der erst ein später Start möglich - wir begannen erst um zwölf unsere Wanderung, nachdem wir kurz den touristenüberlaufenen Lichtenhainer Waserfall scheel beäugt hatten - von einem Fall konnte ja keine Rede sein, eher von einem 'Fällchen'. Und die halbstündliche "Flutung" zu einem sehr kitschigen "Conquest of Paradise" wirkte geradezu makaber, genauso wie die versammelten Menschenmassen der zahlreichen umliegenden Wirtschaften.
Schnell weg aus der kommerziellen Zone Richtung Kuhstall. Den Berg hinauf kamen wir erst einmal tüchtig ins schwitzen - um dann am Kuhstall feststellen zu müssen, dass dort schon die nächste Wirtschaft (auf den eher übergewichtigen Einmal-im-Jahr-Wanderer) wartete. Die Himmelsstiege führte uns auf den Neuen Wildenstein hinauf und alsbald wieder hinunter, und wir machten noch einen Abstecher zum Schneiderloch, wo do einiges Klettergeschick und Gelenkigkeit gefragt war - wie z.B. alte Übungen aus dem Sportunterricht wie Vierfüßlergang ... Das Gute an der Gastwirtschaft war nur die Möglichkeit eine Toilette aufzusuchen, ich will nicht (und hasse es eigentlich) in einem Naturschutzgebiet in die Büsche zu kriechen - mir stoßen schon die überall am Wegesrand herumliegenden Papiertaschentücher auf. Einigen Damen mit teuren Wanderklamöttchen (zum Beispiel die Mittlerweile auf Mainstream getrimmte Marke mit der Tatze) schien das Örtchen jedoch nicht fein genug, und das obwohl es sauber war. Na gut, das ganze Etablissement verströmte noch den Charme des vergangenen Sozialismus (auch auf der Speisekarte), aber war doch eine "Oase in der Wildnis" über die man sich freuen sollte wenn man darauf beim Wandern nicht verzichten kann.
Wir zogen es vor eine Schnitte am Aussichtspunkt zu verspeisen und dann ins Wildensteiner Waldtal abzusteigen, um dann auf dem Fremdenweg gemütlich durch den Wald zum Frienstein zu wandern. An dieser Stelle ein kleiner Komentar um die folgende Anekdote zu verstehen: Für Radfahrer gibt es speziell markierte Routen, die auf den Hauptwegen entlanglaufen und auch mit dem Rad zu bewältigen sind - so sollte man selbst ohne Karte nicht in die Verlegenheit kommen den falschen Weg einzuschlagen. Das hatte das Gothic-Pärchen, welches seine Mountainbikes vor uns den Weg hochschob wohl vollends ignoriert . Am Fuß der Treppenanlage schimpfte Sie ärgerlich, weil sie umdrehen mußten, und er antwortete in einem schweizerisch klingenden Dialekt:" Des koanst halt net wissen oab dor Weg weitergeht oader net!" Amüsierter Blickaustausch zwischen Robert und mir - wir dachten beide dasselbe - wer lesen kann ist klar im Vorteil ... Der Weg die Treppenanlage hinauf war nicht ohne, und wir mussten beschämenderweise Pause machen, weil wir wirklcih aus dem letzten Loch pfiffen. Einer der vielen Wanderer die ebenfalls verteilt auf den Absätzen rasteten konnte sich eine spöttische Bermerkungen zu Roberts geöffneten Lüftungsschlitzen an den Hosen nicht verkneifen, was aber nicht nur seine Reisegruppe sondern auch uns amüsierte - es war bei der Wärme nämlich wirklich notwendig überall Luft ranzulassen ...
Oben angekommen und immer noch ziemlich kurzatmig ging der Weg weiter auf der oberen Affensteinpromenade. Der Ausblick war trotz dichten Baumbewuchses wirklich großartig, und wir ließen uns Zeit alles richtig auf uns wirken zu lassen - einige Mitwanderer benutzen diesen großartigen Panorama-Weg allerdings als Trimm-dich Strecke und überholten in einem Affenzahn (ups, kleines Wortspiel ...). Rings um die Idagrotte klebten die Kletterer an den Felsen, es schien also nicht nur für Wanderer ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Trotz relativem Begängnis gelangen Robert sehr schöne (einsam wirkende) Fotos mit mir, das eine schaffte es sogar mein neues Hintergrundbild zu werden. Nach einer kurzen Rast wanderten wir dann an den Affensteinen entlang wieder hinunter in Richtung Blossstock, von wo aus die originale Tour dann zurück über den Beuthenfall zum Lichtenhainer Wasserfall gehen sollte. Ich hatte mir aber schon vorher vorgenommen, noch eine Stiege zu gehen - dumm nur dass ich mich dann doch nicht traute dem grünen Bergpfadpfeil an der Feldwand zu folgen, um zur Häntzschelsteige zu gelangen. Stattdessen liefen wir am Fuß auf der unteren Affensteinpromenade weiter (selbst die 1:10 000-Karte meines Vaters war an dieser Stelle nicht genau zu entschlüssel. Ich frage micht ob es überhaupt Karten gibt wo alle Stiegen und auch unmarkierte Pfade übersichtlich eingezeichnet sind.). Robert jammerte mittlerweile über sein Knie was ihm Schmerzen bereitete, aber ich wollte trotzdem nicht auf ein wenig Kletterherausforderung verzichten. Wir fanden dann doch noch den Einstieg zur "Wilden Hölle", der mit 'schwierig' gekennzeichnet war. Bis auf ein paar hohe Steinstufen im Fels und einige Metalltritte war der Weg aber unspektakulär, und ich ein bißchen enttäuscht. Auf dem Weg passierten wir dann den Carolafelsen (siehe erste Tour) welchen wir natürlich wieder erstiegen und für eine ausgiebige Pause nutzten - für mich mit Bionade und für Robert mit einem Bier, beides eisgekühlt den ganzen Tag im Rucksack in der Kühltasche umhergetragen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch war es dank der späten Nachmittasgsstunde fast menschenleer.
Weiter in Richtung Schmilka führte der Weg dann über die 'Heilige Stiege', eine Treppenanlage durch eine eindrucksvolle Schlucht, aufgrund der fehlenden Sonne konnte ich leider keine vernünftigen Fotos mehr machen. Warum aber 'heilig'? Weil so viele Stufen wie Heilige?! ... Glücklicherweise erreichten wir Schmilka rechtzeitig um noch im Zeitplan mit der Fähre übersetzen zu können. Der Sprint zum Zug blieb uns glücklicherweise erspart da der Fährmann diesmal ein etwas besseres Timing bewies.