Sächsiche Schweiz 24.5.2009 - Vom Lichtenhainer Wasserfall durch die Affensteine nach Schmilka

Modifizerte Tour 12 - Vom Lichtenhainer Wasserfall (zum Neuen Wildenstein und Frienstein) über die Affensteine nach Schmilka


Einen detailierten Tourenplan gibt es hier


Diesmal sollte es ein bißchen komplizierter werden. Nicht nur die Anreise, sondern auch die Wanderung - ich wollte einmal wieder die Spannung vom Sarttiegenklettern spüren und meine (bereits schwindende) Höhenangst herausfordern. Das erste Mal sollte es einen unterschiedlichen Start- und Zielpunkt geben; und auch der zweite Teil der Strecke war nicht konkret festgelegt.


Startpunkt unserer Wanderung war der Lichtenhainer Wasserfall, zu erreichen per Kirschnitztalbahn (einer alten Straßenbahn) eine halbe Stunde Fahrt von Bad Schandau entfernt. Mit der VVO-Tageskarte gab es sogar Rabatt auf die Fahrkarte. Natürlich war damit der erst ein später Start möglich - wir begannen erst um zwölf unsere Wanderung, nachdem wir kurz den touristenüberlaufenen Lichtenhainer Waserfall scheel beäugt hatten - von einem Fall konnte ja keine Rede sein, eher von einem 'Fällchen'. Und die halbstündliche "Flutung" zu einem sehr kitschigen "Conquest of Paradise" wirkte geradezu makaber, genauso wie die versammelten Menschenmassen der zahlreichen umliegenden Wirtschaften.


Schnell weg aus der kommerziellen Zone Richtung Kuhstall. Den Berg hinauf kamen wir erst einmal tüchtig ins schwitzen - um dann am Kuhstall feststellen zu müssen, dass dort schon die nächste Wirtschaft (auf den eher übergewichtigen Einmal-im-Jahr-Wanderer) wartete. Die Himmelsstiege führte uns auf den Neuen Wildenstein hinauf und alsbald wieder hinunter, und wir machten noch einen Abstecher zum Schneiderloch, wo do einiges Klettergeschick und Gelenkigkeit gefragt war - wie z.B. alte Übungen aus dem Sportunterricht wie Vierfüßlergang ... Das Gute an der Gastwirtschaft war nur die Möglichkeit eine Toilette aufzusuchen, ich will nicht (und hasse es eigentlich) in einem Naturschutzgebiet in die Büsche zu kriechen - mir stoßen schon die überall am Wegesrand herumliegenden Papiertaschentücher auf. Einigen Damen mit teuren Wanderklamöttchen (zum Beispiel die Mittlerweile auf Mainstream getrimmte Marke mit der Tatze) schien das Örtchen jedoch nicht fein genug, und das obwohl es sauber war. Na gut, das ganze Etablissement verströmte noch den Charme des vergangenen Sozialismus (auch auf der Speisekarte), aber war doch eine "Oase in der Wildnis" über die man sich freuen sollte wenn man darauf beim Wandern nicht verzichten kann.


Wir zogen es vor eine Schnitte am Aussichtspunkt zu verspeisen und dann ins Wildensteiner Waldtal abzusteigen, um dann auf dem Fremdenweg gemütlich durch den Wald zum Frienstein zu wandern. An dieser Stelle ein kleiner Komentar um die folgende Anekdote zu verstehen: Für Radfahrer gibt es speziell markierte Routen, die auf den Hauptwegen entlanglaufen und auch mit dem Rad zu bewältigen sind - so sollte man selbst ohne Karte nicht in die Verlegenheit kommen den falschen Weg einzuschlagen. Das hatte das Gothic-Pärchen, welches seine Mountainbikes vor uns den Weg hochschob wohl vollends ignoriert . Am Fuß der Treppenanlage schimpfte Sie ärgerlich, weil sie umdrehen mußten, und er antwortete in einem schweizerisch klingenden Dialekt:" Des koanst halt net wissen oab dor Weg weitergeht oader net!" Amüsierter Blickaustausch zwischen Robert und mir - wir dachten beide dasselbe - wer lesen kann ist klar im Vorteil ... Der Weg die Treppenanlage hinauf war nicht ohne, und wir mussten beschämenderweise Pause machen, weil wir wirklcih aus dem letzten Loch pfiffen. Einer der vielen Wanderer die ebenfalls verteilt auf den Absätzen rasteten konnte sich eine spöttische Bermerkungen zu Roberts geöffneten Lüftungsschlitzen an den Hosen nicht verkneifen, was aber nicht nur seine Reisegruppe sondern auch uns amüsierte - es war bei der Wärme nämlich wirklich notwendig überall Luft ranzulassen ...


Oben angekommen und immer noch ziemlich kurzatmig ging der Weg weiter auf der oberen Affensteinpromenade. Der Ausblick war trotz dichten Baumbewuchses wirklich großartig, und wir ließen uns Zeit alles richtig auf uns wirken zu lassen - einige Mitwanderer benutzen diesen großartigen Panorama-Weg allerdings als Trimm-dich Strecke und überholten in einem Affenzahn (ups, kleines Wortspiel ...). Rings um die Idagrotte klebten die Kletterer an den Felsen, es schien also nicht nur für Wanderer ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Trotz relativem Begängnis gelangen Robert sehr schöne (einsam wirkende) Fotos mit mir, das eine schaffte es sogar mein neues Hintergrundbild zu werden. Nach einer kurzen Rast wanderten wir dann an den Affensteinen entlang wieder hinunter in Richtung Blossstock, von wo aus die originale Tour dann zurück über den Beuthenfall zum Lichtenhainer Wasserfall gehen sollte. Ich hatte mir aber schon vorher vorgenommen, noch eine Stiege zu gehen - dumm nur dass ich mich dann doch nicht traute dem grünen Bergpfadpfeil an der Feldwand zu folgen, um zur Häntzschelsteige zu gelangen. Stattdessen liefen wir am Fuß auf der unteren Affensteinpromenade weiter (selbst die 1:10 000-Karte meines Vaters war an dieser Stelle nicht genau zu entschlüssel. Ich frage micht ob es überhaupt Karten gibt wo alle Stiegen und auch unmarkierte Pfade übersichtlich eingezeichnet sind.). Robert jammerte mittlerweile über sein Knie was ihm Schmerzen bereitete, aber ich wollte trotzdem nicht auf ein wenig Kletterherausforderung verzichten. Wir fanden dann doch noch den Einstieg zur "Wilden Hölle", der mit 'schwierig' gekennzeichnet war. Bis auf ein paar hohe Steinstufen im Fels und einige Metalltritte war der Weg aber unspektakulär, und ich ein bißchen enttäuscht. Auf dem Weg passierten wir dann den Carolafelsen (siehe erste Tour) welchen wir natürlich wieder erstiegen und für eine ausgiebige Pause nutzten - für mich mit Bionade und für Robert mit einem Bier, beides eisgekühlt den ganzen Tag im Rucksack in der Kühltasche umhergetragen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch war es dank der späten Nachmittasgsstunde fast menschenleer.


Weiter in Richtung Schmilka führte der Weg dann über die 'Heilige Stiege', eine Treppenanlage durch eine eindrucksvolle Schlucht, aufgrund der fehlenden Sonne konnte ich leider keine vernünftigen Fotos mehr machen. Warum aber 'heilig'? Weil so viele Stufen wie Heilige?! ... Glücklicherweise erreichten wir Schmilka rechtzeitig um noch im Zeitplan mit der Fähre übersetzen zu können. Der Sprint zum Zug blieb uns glücklicherweise erspart da der Fährmann diesmal ein etwas besseres Timing bewies.

So schön ist Deutschland

Der ICE windet sich durch grüne Täler, die von der letzten Abend sonne gekitzelt werden. Auf dem Weg zurück von München nach Leipzig, Separées, Steckdosen, Handyempfang, Bedienung am Platz. Die letzten 36 Stunden ein schwammiges Durcheinander im Kopf. Weiches breites Hotelbett mit Balkon am Englischen Garten, Hilton-Embleme auf Schreibblöcken und Schuhanziehern, Unmengen weicher weißer Handtücher und dicker samtiger Teppich, der jeden Schritt verschluckt. Mehrmalige Völlerei mit italienischen Antipasti, frischen Salaten und frischen Fischgerichten. Zweimal eine Fahrt vorbei an imposanter Architektur von und zum Bahnhof, der eher wirkt wie eine schmutzige Industriehalle aus den Siebzigern. Graue Regenschleier und lange Stunden in einem riesigen Ballsaal mit blumenartigen Deckenleuchten und schummriger blauer Beleuchtung. Expertengespräche und -austausch im Nirgendwo. So müssen sich Künstler auf Tour fühlen. Städte und Gesichter, schön und abweisend anonym zugleich. Das war mein Fortbildingswochenende in Müchen - nächstes Mal mit mehr Zeit, Ruhe und Begeleitung, damit ich nciht irgendwo ins Nirgendwo reise, ohne Gefühl für Zeit und Raum in unserem wunderschönen Land, von dem noch viele schöne Fleckchen entdeckt werden wollen.


Irgendjemand hat ein Schild rausgehängt ...

... zumindest immer wenn ich Dienst habe. Am Samstag war wieder mal die Hölle los - allein sechs Patienten ab halb drei Uhr NACHTS. So eine Patientenaufnahme dauert (wenn man sie gründlich macht) mindestens eine halbe Stunde, und wer jetzt noch etwas rechnet kann sich denken dass ich in der Nacht nicht viel geschlafen habe - geschlagene 2 Stunden nämlich. Ich wollte am nächsten Tag unbedingt zum Töpfermarkt nach Altkötschenbroda, also hat mich Robert nachdem ich halb zehn totmüde ins Bett gefallen bin gegen um zwei mehr rausgezogen als geweckt. André freute sich natürlich über unser Kommen weil ich ihm prompt an seinem Stand zwei Gläser und eine Flasche Wein abgekauft habe - war ja für einen guten Zweck, aber der Wein in meinem Zustand war dann doch keine soooo gute Idee. Meine Geldbörse habe ich ebenfalls um Einiges erleichtert - zwei große Tassen mit Untersetzer und eine Seifenschale fürs Bad mußten es sein. Ich hatte schon lange eine gesucht, und an einem Stand fiel mir eine "naturalistische" mit Pflanzenabdrücken und in braun gehalten ins Auge. Eine Zweite (kleinere) als Ersatz oder Geschenk und eine kleine Schüssel derselben Art sind auch noch in der Tüte gelandet.



Hinterher haben wir uns dann bei "Wallace und Gromit" köstlich amüsiert, natürlich bin ich dann wieder furchtbar spät im Bett gewesen - so spät dass ich gestern gleich mal um neun ins Bett gegangen bin (nach einigen Überstunden, da sich die Arbeit wieder auf dem Schreibtisch häuft). Wenn nächste Woche meine Oberärztin im Urlaub ist (den sie sich wirklich verdient hat), kann es nur schlimmer werden. Zum Glück wird gerade auf Station gemalert, so dass wir zwei Zimmer nicht belegen können, und ich habe die kommende Woche erst am Freitag wieder Dienst - vielleicht nimmt jemand bis dahin ja das Schild rein ...

Drama Baby!

Eigentlich wollte ich heute gar nicht bloggen. Nachdem ich schon wieder viel zu lange auf Arbeit war habe ich auch nur ganz kurz meine Küche für ein kleines Abendbrot besucht ... na gut, ich habe wieder mal eine Tarte gebacken, konnte der Versuchung nicht widerstehen. Außerdem wollte ich den Fußboden nicht bekrümeln, nachdem Robert gestern im Schweiße seines Angesichts die komplette Wohnung gewischt hat dass man sich überall spielgeln konnte.


Dann habe ich mir die Zeit mit dem Lesen eines Culinaria Frankreich-Buches versüßt, da ist mir wirklich das Wasser im Munde zusammengelaufen. Gemütlich wollte ich noch ein bißchen in den Satanischen Versen lesen (nicht gerade leichte Kost) und dann mal zeitig ins Bett gehen um die verlorenen Stunden der letzten Tage nachzuholen. Doch da spähte ich aus meinem Schlafzimmerfenster und erblickte das:



Drama Baby! Manchmal liegen spektakuläre Bilder einfach vor der eigenen Haustür ...

All I need is sleep

Nur ein kurzes Lebenszeichen bevor ich morgen wieder in den Dienst-Strudel gezogen werde ... Die Wochen vergehen wie im Flug und ich kann kaum glauben dass es schon wieder Juni ist. Die Erdbeersaison hat begonnen, und ich war zwischen meinen Diensten (welche ich in letzter Zeit öfters hatte und welche echt anstrengend waren) beschäftigt Marmelade einzukochen, Gläser zu etikettieren, Rezepte auszuprobieren und - hauptsächlich - zu schlafen. Heute waren wir wieder wandern, die Tour folgt dann irgendwann wenn ich es geschafft habe die vorherige zu posten - das Bett ruft schon wieder ...
P.S. Die Wahl heute habe ich im wahrsten Sinne des Wortes auch verschlafen ...