Das war's ... mit 2012

Schon wieder ist ein Jahr vorbei - und ich weiß wieder mal nicht wo die Zeit geblieben ist. Deswegen gibt es hier eine kurze Zusammenfassung von dem was seit September noch so passiert ist (ein Schnelldurchlauf in und mit Bildern quasi).

Zuerst einmal: Herrlicher Urlaub in Norwegen. Das Wetter war zwar eher beschieden - viel kälter und sogar Schnee (fanden die Norweger selbst etwas früh), dafür wie gewohnt schön ein- und erholsam. Zum Glück waren wir gut vorbereitet und gut ausgerüstet. Das Zelt haben wir (trotz der vorhandenen dicken Daunenschlafsäcke) dann wetterbedingt doch nicht ausgepackt (zuviel Regen und zuviel Wind). Es gab dafür viele nette Begegnungen in den DNT-Hütten, ich konnte mal wieder so richtig ausgiebig norwegisch reden (ohne dass die Norweger auf Englisch wechseln wollten), und zum Schluß wurden wir von ein paar netten Norwegern, die wir auf der letzten Hütte getroffen haben, zum Campingplatz chauffiert. Einige Erkenntnisse habe ich auch mitgenommen. 
1. Das Bad in der Wohnung, fließend Wasser und eine Dusche sollte man echt schätzen lernen.
2. Auch schwanger läßt es sich mit einigem Gepäck gut trekken. Laut Ratschlägen in diversen Foren und Büchern sollte man ja nicht mehr als 5 kg dauerhaft tragen - aber das ist beim Trekking mit Zelt echt unmöglich. Wir hatten das Gewicht zwar umverteilt, so dass Robert 25 kg auf dem Rücke hatte, aber trotzdem waren es bei mir immer noch 11-13 kg (mit Wasser), auf einer Höhe um 1000m. Das ließ sich aber gut tragen, und die neu gekauften Trekkingstöcke haben besonders über die großen Geröllfelder gut geholfen. Außerdem haben wir mehr Pausen gemacht (besonders bei Steigungen) und zweimal einen Ruhetag eingelegt, so dass ich mich nach längeren Etappen gut erholen konnte. Alles in allem war es kein Problem, da ich schon gemerkt habe, wann die Batterien fast leer waren. Die selbst hergestellten Fertignahrungen (hatte dafür extra ein Vakuumiergerät angeschafft) haben sich dabei alle fast bewiesen, nur wurde mir von der 5-Minuten-Terrine Variante so schlecht, dass die für die Zukunft ausfällt.


Nach dem Urlaub hieß es weiter arbeiten, und der Bauch wuchs immer weiter; und das habe ich auch körperlich gemerkt. Müdigkeit wurde zu meinem ständigen Begleiter, und der Streß machte sich noch mehr bemerkbar. Meiner Koch- und Backleidenschaft konnte ich so natürlich nicht mehr ausgiebig nachgehen, und immer mehr Lebensmittel vertrug (und vertrage ich immer noch) nicht mehr. Deswegen war ich froh, als mich meine Frauenärztin Anfang November ins Beschäftigungsverbot setzte.
Nein, die Murmel ist ausnahmsweise nicht angefr...en!
So hatte ich mehr Zeit zum Stricken (wenn ich nicht geschlafen habe), vor allem für Babysachen natürlich. Leider habe ich nicht so viele Projekte wie letztes Jahr geschafft, dafür waren aber auch ein paar größere Projekte (Strickjacken) dabei. Außerdem bin ich kritischer geworden, vieles wurde geribbelt und neu begonnen, da es nicht passte/gefiel. Ein bißchen gefärbt habe ich auch noch und mich dabei entschlossen, ganz auf die (etwas umständlichere) Kochtopffärberei umzusteigen. Da werden wenigstens die Farbtöne so, wie ich sie haben will.


Fast alle Babysachen sind gestrickt, bis Mitte Januar möchte ich dann gerne den Rest fertig haben. Die Garderobe ist fast komplett, es fehlen nur noch jede Menge Kleinigkeiten und einige größere Anschaffungen wie die Babyschale oder das Beistellbett. Den Kinderwagen hatte ich zum Glück ja noch vor dem Urlaub bestellt ...
In der Zwischenzeit habe ich es auch endlich geschafft, meinen Foodblog etwas aufzuräumen und übersichtlicher zu gestalten, mal sehen ob ich das vorm Entbindungstermin noch mit den restlichen Seiten hinbekomme.

Deswegen heißt es jetzt weiter Energie sammeln, abwarten und viel Fenchel-Anis-Kümmel-Tee trinken.

In diesem Sinne:


P.S. Vielen Dank noch einmal an Annelie für die tollen Bauch- und Paarfotos Anfang Dezember, mit denen ich nicht nur Mama und Schwiegermama zu Weihnachten glücklich machen konnte, sondern auch diese hübsche Collage erstellen.

Herbststimmung

Ohje, das ist ja schon wieder eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal hier etwa geschrieben habe - und schon (oder bessert gesagt endlich) steht der große Jahresurlaub an. Dieses Jahr leider erst im September, wenn es in den Wandergebieten in Norwegen schon wieder kalt wird. Wir wollen ins Rondane-Gebirge, wo ich schon im März auf der Trollloipe unterwegs gewesen bin. Die Landschaft war herrlich, und ich wollte sie gerne ohne Schnee sehen und erleben. Allerdings sind die nächsten Tage (und vor allem Nächte, die wir teilweise im Zelt verbringen werden) regelmäßig Minusgrade vorhergesagt. Keine schöne Vorstellung für mich Frostbeule, vor allem wenn man nachts raus auf's Klo muss. Deswegen leisten wir uns den Luxus von einigen Hüttenübernachtungen inklusive Verpflegung - kein billiges Vergnügen, aber man spart sich das Zusatzgewicht von extra Proviant - ein bißchen was haben wir aber trotzdem mit. Der absolute Luxus ist die Hinfahrt mit der Colorline von Kiel nach Oslo - der 'Eimer', wie Robert ihn immer liebevoll nennt. Wir müssen zwar früh los, aber dafür sparen wir uns die ewig lange Anreise über Schweden. Da ich bis zum letzten Tag arbeiten musste und die Reisevorbereitungen so an einem Tag abgewickelt werden mussten, hatte ich nicht noch Lust auf diese lange Monstertour (dafür blüht sie uns auf dem Rückweg). Ich hoffe uns erwartet eine Herbststimmung mit schöner Laubfärbung, damit sich das eventuelle Schmuddelwetter noch ertragen läßt.
Hier ein Foto von der Wintertour, einen Teil derselben Strecke (den Anfang von Høvringen nach Smuksjøseter) werden wir auch wandern.


Gestrickt habe ich natürlich auch fleißig, zwar nicht viel, dafür aber reichlich ;-) Zwei große Strickstücke sind dabei gewesen; und auch ein Projekt, was schon fast ein Jahr lang in der Kiste lag und endlich vollendet wurde (ein UFO = unfinished object). Zuerst aber habe ich ein Tuch gestrickt was schon sehr lange auf meiner Liste stand, mit einer Wolle die noch vom Leipziger Wollfest des letzten Jahres war - eine Lintilla. Eigentlich sollte ich froh sein, dass mein Gestrick jetzt etwas lockerer wird, nur habe ich das bei diesem Tuch nicht bedacht und mit einer 4er Nadel gestrickt, und so wurde es ein locker-fluffiges Monstertuch, mehr für die Schultern als für den Hals wie gedacht. Nicht einmal die kompletten 200 g habe ich benutzt, sonst hätte ich mich darin vermutlich einwickeln können.

Lintilla, gestrickt mit DyeforWoll (BFL fingering)
Impressionen vom diesjährigen Wollfest
Das nächste Projekt hat wieder Platz in meinen 'Vorrats'kisten geschaffen, so dass ich die Beute vom diesjährigen Wollfest auch unterbekommen habe. Die Wolle lag schon bestimmt länger als zwei Jahre, und war die erste inklucive Strickanleitungsheft, die ich mir im "Nach Strick und Faden" in Dresden gekauft habe. Eine Strickjacke für den Robert mit Lopi (Islandwolle) sollte es werden. Dank der dicken Wolle ging es zwar schnell, aber geflucht habe ich am Ende. Laut Anleitung musste die Jacke in der Mitte aufgeschnitten und ein Reißverschluß eingenäht werden. Und das bei bei meinem Nähgeschick! Einen ganzen Tag habe ich an der Maschine verbracht - erst Probestück absteppen, dann die Jacke, dann den Reißverschluß einstecken, heften und zum Schluß einnähen. Es ging besser als gedacht, nur habe ich dann gesehen, dass die Übergänge des Musters links und rechts durch das einnähen versetzt sind - beim einstecken nicht aufgepasst! Passiert mir nicht wieder ...

Frost - Strickjacke in Alafoss Lopi
Die folgende Strickjacke für mich bekommt einen Extrapost für die Arbeit, die ich damit hatte (Wolle färben, Muste abändern etc) - Ihr dürft gespannt sein. Zum Schluß noch ein paar Handschuhe, die ich bei den angekündigten Temperaturen gebrauchen kann - Convertibles. Fäustlinge die mit einem Klapp in fingerlose Handschuhe verwandelt werden können. Sieht einfach aus, aber insbesondere das einstricken der Finger ist eine tüchtige Fummelei. Die Wolle war auch schlecht gewählt, da es teilweise keine richtigen Kontraste gab und man das schöne fair isle Muster gar nicht gebührend bewundern kann. Stolz bin ich aber trotzdem drauf, und es wird sicherlich einen Nachfolger (aber mit anderem Muster und anderer Wolle geben).


Für die Fahrt habe ich mir natürlich wieder ausreichend Strickmaterial eingesteckt, vor allem will ich endlich mal alle 'UFOs' erledigen, die sich im Laufe des letzten Jahres gesammelt haben ...

Seele baumeln lassen ... an der Mecklenburger Seenplatte

Über Pfingsten hatten Robert und ich endlich die Gelegenheit, wieder einmal mehr als zwei Tage am Stück miteinander zu verbringen (nämlich ganze 4 Stück). Eigentlich war zuerst ein Kurzurlaub in Salzburg geplatn, der dann aber leider aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden konnte. Also musste eine schnelle (und gute) Ersatzlösung her. In Feldberg hatte ich im Sommer 2009 schon einmal mit meiner Mutti Urlaub gemacht und mir gewünscht, dieses herrrliche Naturerlebnis mit Robert zu teilen. In unserer 'alten' Unterkunft im 'Alten Zollhaus' war zum Glück noch ein Zimmer frei, also wurde schnell gebucht.
Dieses Mal waren wir im Haupthaus mit einem kleinen aber feinen Maisonettzimmer untergebracht. An das sehr gute und reichliche Frühstücksbuffet konnte ich mich noch gut erinnern; und auch an die schöne Terasse direkt am See, auf der man dazu sitzen konnte. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, und bei dem sonnigen Wetter konnten wir jeden Morgen draußen sitzen.
GEschlemmt wurde auch weiter - am ersten Abend im 'Abendsegler', einer Bar mit ebenso schönem Seeblick, romatischem Garten und leckeren Flammkuchen auf der Speisekarte. Der Caipirinha war zwar eher eine etwas andere Interpretation des Originals aber genauso berauschend.
oben re: Frühstück auf der Seeterasse, andere Bilder: Abendsegler
Am Samstag liehen wir uns dann an der Luzinfähre ein Kanu aus. Eigentlich ein 2er Kanu, aber in Wirklichkeit ein 3er bei dem die mittlere Sitzbank fehlte. Diese Schlachtschiff zu manövrieren und überhaupt in Fahrt zu bringen, war nicht unbedingt einfach, besonders an den engen Stellen zwischen Schmalem Luzin und dem Carwitzer See (auf dem Rückweg wurde dann auch nicht unter der Brücke getreidelt, sondern brav umgetragen). 

 Für eine Badepause am Bohnenwerder (s. oben) in der Nähe des Fallada-Museums in Carwitz war auch noch Zeit, nur dass ich mir dank der scharfen Steine einige unschöne Schnittwunden an den Füßen holte (die fivefingers hatte ich dummerweise zum Trocknen ausgezogen). Auf dem Rückweg schmerzten beide Oberarme mächtig, aber so ein Tag auf dem Wasser ist schon entspannend - nur die Sonne brannte mächtig, so dass ich mir mein (eigentlich nicht vorhandenes und deswegen vergessen es einzucremen) Dekolltee etwas verbrannte. Zu Abend wurde im Tenzo gespeist, eine etwas preisintensivere aber vorzügliche Küche. Mit dem kleinen Sahnekaramell das mit der Rechnung kam, war es sogar ein fünf-Gänge-Menü.
Am Sonntag waren wir fast die gleiche Strecke (nur zu Fuß) unterwegs. Am Schmalen Luzin entlang liefen wir nach Carwitz, wo wir eine kleine Pause im Café Sommerliebe (s. oben), wo alles wirklich hand- und mit viel Liebe gemacht ist. Beim Schlemmen entstand auch ein schönes (und von mir liebevoll gemachtes) Portrait vom Robert.


Anschließend hieß es entspannen an der Badestelle am Bohnenwerder, wo mächtig Betrieb herrschte. Nach der Verschnaufpause ging es weiter nach Hullerbusch, wo ich im Schäferladen eine Schafsalami, Getöpfertes und für jeden eine Eiskugel zur Erfrischung erstand. Durch den Wald führte der Weg weiter nach Wittenhagen - ich konnte mich nur an eine Schlaglochpiste erinnern, aber mittlereweile wurde diese zu einem gepflasterten Rad- und Gehweg umgebaut, der für Autos gesperrt ist. 

Mir gelangen noch einige schöne Schnappschüsse, bevor wir in den Gutsladen von Gut Conow in Wittenhagen einfielen und Conower Jerky erstanden. Das war ganz lecker, und so ausgehungert wie wir waren, hielt die erste Tüte nicht lange stand. Gerne wären wir auch noch in die angeschlossene Gaststätte "Zum Wildschwein" eingekehrt (wo es Tomatensuppe im Brot und anderere Köstlichekeiten vom Wildschwein gab), aber dafür hatte ich etwas zuviel im Schäferladen ausgegeben. Dafür ließen wir den Abend dann auf der Seeterasse im Hotel ausklingen, konnten eine Bowle genießen und mussten anschließend nur noch auf die Couch bzw ins Bett fallen. Ein rundum gelungenes (verlängertes) Wochenende!

Färberein

Ich hatte ja schon oft erwähnt dass mein Tag mindestens 48 Stunden haben müsste, vor allen Dingen da ich mehr Hobbys habe als sich ein normal arbeitender Mensch leisten kann. Deswegen sieht es in unserer Wohnung meistens etwas chaotisch aus; und es kommen immer mehr Utensilien hinzu, die dann in Boxen bis unter die Decke gestapelt werden. Mittlerweile läßt sich unserer Abstellkammer nur noch mit Mühe schließen, denn die komplette Langlaufausrüstung für zwei und meine Skikes nehmen das letzte bißchen Platz ein. Von meinem sich ständig vergrößerndem Wollvorrat im Schlafzimmer wollen wir erst gar nicht reden (Wer kauft das ganze Zeug eigentlich ?!?) ... Leider habe ich ein neues Hobby entdeckt, was dieses Problem nur noch vergrößert: Das Wolle färben. Der Platz im Flurregal, den ich durch das Ausräumen (und Verschenken) meiner Nassfilz-Utensilien (hauptsächlich Kammzüge) geschaffen habe, wird inzwischen schon wieder von einer Samla-Box (praktisch diese Teile) mit Färbeutensilien bevölkert. Da kann ich schon froh sein, dass mich nicht noch (wie einige Andere in meiner Stricktruppe) das Spinn-Virus befallen hat. So ein Spinnrad kann man nämlich nicht in ein Regal räumen. 


 So habe ich mich nach den anfänglichen Versuchen mit Sockenwolle und dem etwas verunglückten Färbeversuch für einen Cowl beschlossen, etwas 'professioneller' heran zu gehen. So wurde beim Wollschaf wieder Farbe und Wolle bestellt und Literatur gewälzt - zum einen ein englisches Buch (was ich demnächst gerne auf meiner Bücherseite besprechen will) und ein deutsches Buch, welches mir meine Lieblingsfärberin Romy von Socknrolla zur Verfügung gestellt hat (ich versuche es auch demnächst wieder brav zurückzuschicken ...). Das deutsche Buch hat den Vorteil, dass für die Ashford Farben, die ich auch benutze, Mischrezepte und Anleitungen für die richtige Anwendung bei den verschiedenen Techniken angegeben sind (so dass die Ergebnisse auch reproduzierbar sind). Also habe ich fleißig die einzelnen Farben angemischt, zusammengemischt, und die 'Rezepte' mit ml-Zahl der Farbe festgehalten. Ich hatte sogar Zeit und Muße, von den fertigen Ergebnissen ein Handbuch mit entsprechendem Wollstranng und Strickprobe anzulegen. Die (überfärbte) Wolle, die zum Zusammenbinden verwendet wurde, ist auch gleich noch in den Katalog aufgenommen worden.
Entschieden hatte ich mich für Sockenwolle mit Bambusanteil (glänzt schon und wirkt von Natur aus etwas meliert). Die beiden fertigen Stränge sind ganz gut gelungen, obwohl ich schon auf andere Farbtöne aus war  - die Lila-Braunton-Färbung sollte wie diese Färbung von Tanis Fiber Arts werden (eine Sonderfärbung des diesjährigen Wollabos), deswegen heißt sie auch 'Tribute to Tanis'. Der zweite Strang war ursprünglich ein Pink-Grau-Hellblau Experiment, was dann am Ende zu intensiv (das Pink) und zu fleckig (grau und blau) geworden war. Also wurde alles nochmal im Topf graublau überfärbt  - deswegen der Name 'Boozed Pink Panter'.
von li oben nach re unten: Färbeproben, 'Boozed Pink Panther', 'Tribute to Tanis', Strickproben
Das nächste Projekt wird allerdings ein Überfärben von bereits farbiger Wolle sein. Die fliederfarbene Wolle, mit der mein erster Pullover fast schon fertig gestrickt war, wartet darauf, in ein dunkles Lila verwandelt zu werden, vielleicht schaffe ich es sogar, das Ganze etwas meliert aussehen zu lassen. 
Nach einigen grauen Haaren mehr, weil der (fliederfarbene) Pullover nicht passte (tja, eine Maschenprobe muss wohl sein ...) und ich auch die Farbe ganz gräßlich fand (was habe ich mir damals blos gedacht?), entschied ich mich mit schwerem Herzen nach der ganzen Arbeit alles wieder aufzuribbeln. Die ganze Wolle (satte 600 g) muss jetzt zum Färben noch in 100g-Stränge gewickelt werden - eine echte Sisyphos-Arbeit. Diesmal soll daraus eine Strickjacke entstehen - wenn ich jemals dazu komme ...

Frühlings(ge)strick(e)

Zurück aus dem Urlaub geht der Alltag wie gewöhnlich weiter, nur mit dem Utnerschied dass ich diesmal so gar keine Lust auf Arbeit habe. Man möchte meinen dass fast drei Wochen zu einer gewissen Erholung beitragen, aber diese zwei Wochen schüren nur die Erwartungen an den Sommerurlaub; auf jeden Fall wird es Rondane werden  - nach der schönen Landaschaft, die ich auf der Trollloipe erlebt habe, möchte ich diesen Nationalpark auch einmal im Sommer erleben. Natürlich werden die Touren (ohne Ski) länger dauern und das Gepäck schwerer sein, aber die Steilheit des Geländes kann mich (wie in den Jahren zuvor) bei der Planung nicht mehr abschrecken. Was kann schlimmer sein als einen steilen Berg ungebremst auf Langläufern heruntersausen ;)) Ein bißchen ärgere ich mich, dass ich nicht den norwegischen Reiseführer für Rondane gekauft habe, als ich die Gelegenheit hatte, aber zu diesem Zeitpunkt hätte ich ihn noch 4 Tage im Rucksack mit mir rumschleppen müssen. Die Tour war (für mich) schon so anstrengend genug. Es gab jede Menge Blessuren inklusive Blasen und blauen Knien und Zehen, schlechte Fahrbedingungen und manchen Frustrationsmoment, aber noch mehr unvergessliche Eindrücke. Ich möchte keinen Moment missen, und würde die Tour sogar nochmal machen wollen  - am liebsten aber bei Pulverschnee und Minusgraden; und vor allem mehr trainiert damit ich mehr Zeit und Gelegenheit habe mehr und schönere Fotos zu machen. Wenn ich Lust und Laune finde, werde ich einen kleinen Reisebericht einstellen. Vorerst gibt es nur ein paar themenbezogene Fotos zum Thema stricken. 
Stricken in Eldåbu (DNT-Hütte), im Hintergrund meine Ski
Stricken während der 'Mittagspause' - Werbebroschürenverdächtig, oder?
Einen kleinen Luxus habe ich mir gegönnt: Strickzeug mitnehmen. Regine aus meiner Reisegruppe hat mir eifrig beim Dokumentieren meiner Aktivität auf Tour geholfen (a la 'Stricken an ungewöhnlichen Orten'). Das Projekt waren toe-up Socken für Robert - viel habe ich nicht geschafft; und nach einer Probe an Roberts Fuß stand fest, dass das gute Stück (also die Socke) viel zu groß geraten war, also werde ich wohl ribbeln müssen ...
Ein auf der Fahrt nach Nordseter angefangenes Projekt ist dann doch fertig geworden, und was erst als Resteprojekt gedacht war, hat sich zu meinem neuen Lieblingstuch gemausert. 


Sonst war ich auch nicht ganz untätig und habe auch ein paar Buchrezensionen fertig gestellt, mit denen ich meinen Literaturblog füttern konnte, schon ein komisches Gefühl, da ich zwei Bücher innerhalb von zwei Wochen geschafft habe. Einige liegen ja noch angefangen auf meinem Nachttisch, und zwar schon seit mindestens einem Jahr. Ein Strickbuch war zusätzlich noch dabei, wer sich also zum Thema color knitting eines empfehlen lassen möchte, kann hier nachlesen. Jetzt werde ich mich mal wieder diesem vermaledeiten Pullover widmen, der mich anklagend vom Sofa aus anstarrt. Schließlich will ich vor Ewigkeiten angefangene Projekte auch einmal beenden - ich hoffe die Frühlingssonne kann mich ein bißchen motivieren.

Und der Gewinner ist ... Nordseter, Norge

Ahhh, die Anspannung fängt schon an sich als Kribblen im Magen auszubreiten. In sieben Stunden geht es wieder los, und zwar in den Winterurlaub nach Norwegen. Wie auch die letzten zwei Jahre geht es wieder nach Nordseter bei Lillehammer mit Elchtours. Die unkomplizierte familiäre Art dieser Reisen ist ein echter Wohlfühl-Faktor. Diesmal will ich es auch richtig wissen - die Trolloipe soll es nach einer Woche Urlaub in der Hütte noch sein. Eine Hüttenwanderung, eine Woche lang Etappen von 20-30 km mit 'freundlichem' Profil, dass heißt relativ flach. Schon letztes Jahr war ich auf die Teilnehmer, die am Ende der Reise auch an unserem Esstisch in der Hütte saßen, ein bißchen neidisch und wollte so etwas auch einmal erleben - da der 30ste jetzt vobei ist - warum warten? Insgesamt heißt dass fast drei Wochen Urlaub, so lange hatte ich noch nie frei!
Das Schönste ist aber, dass Robert trotz Probezeit auch Urlaub bekommen hat und wir die erste Woche zusammen verbringen können. Das Zweitbeste an der Sache ist, dass ich dieses Jahr ganz entspannt in den Urlaub gehen kann (und deswegen jetzt auch noch so vergnügt blogge). Nach dem letzten Dienst am Sonntag hat mir meine Oberärztin (und mein lieber Kollege) heute Überstundenfrei gewährt (vielen lieben Dank nochmal), so dass ich die letzten Vorbereitungen ganz in Ruhe treffen konnte. So:
  • ist die ganze Zettelwirtschaft (Rechnungen etc) endlich mal abgeheftet
  • (fast) die ganze Wäsche incl meiner Stricksachen gewaschen und weggeräumt bzw eingepackt
  • sind die Ski gewachst (das habe ich in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt, deswegen sehen sie auch nicht mehr besonders gut aus)
  • der Kühlschrank geleert (bis auf die Sachen die sich bis zur Rückkehr noch halten)
  • ist die Schweinchenbetreuung ausreichend vorbereitet (frisches Gemüse und Trockenfuttervorrat)
  • die Reste der Geburtstagsfeier endgültig beseitigt
  • ist der Abwasch soweit beseitigt dass ich Ihn noch vor der Abfahrt beseitigen kann (dank meiner 'Küchenfee' Robert)
  • sind (das Wichtigste ;))Strickmuster und Wolle in ausreichender Zahl eingepackt, ein Buch und die Spiele die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe sind auch dabei
  • sind die last-minute bestellten Wollsachen von Icebreaker (Schnäppchen im WSV) noch angekommen, und sie passen genau
Das einzige Problem was wir nicht mehr lösen konnten, waren die passenden Backcountry-Skischuhe für meine NNN-Bindung, die gibt es in Deutschland nur sehr schlecht. Die alten Schuhe von Alpina sind etwas zu groß, weswegen ich zuviel Platz um den Knöchel habe und den Schuh so fest schnüren muss, dass anderere Körperteile abgeschnürt werden (das Problem habe ich auch bei Wanderschuhen).
Mein gewünschtes Modell, den Alfa Kikut wollte ich über Globetrotter eigentlich als Sonderbestellung ordern, nur leider war das nicht möglich (angeblich nciht für den deutschen Markt vorgesehen), was ich erst eine Woche vor Abfahrt erfahren habe (die Bestellung lief seit Mitte Februar).
Das schwerere Modell, den Alfa Skarvet, konnte ich bei Globi anprobieren, und er passte perfekt in der 40, nur war er mir zu klobig. Mittlerweile habe ich ein Geschäft in Lillehammer ausfindig gemacht, wo wir vermutlich einen Zwischenstopp machen werden und ich den Kikut kaufen kann (einfach eine mail dahin geschrieben, und die Antwort kam schnell positiv zurück). Warum nun der ganze Aufwand? Als Antwort folgen ein paar schöne Bilder vom letzten Jahr.

Selbstportrait mit PAnorama auf dem Mostfjellet
Robert auf der nördlichen Trollloipe
Hüttensiedlung an der Pellestova
Blick vom Nordseterfjell auf das Nevelfjell
Natürlich habe ich Selbstgestricktes zum Wärmen eingepackt, damit weder Füße, Kopf oder Hals frieren. Mein erstes für mich gestricktes Sockenpaar mußte genauso mit wie der Schal und die Mütze, die ich für den Robert genadelt habe.

Paraphernalia Socken
Autumn Swirl hat und Autumn Clockwork shawl
Der Blaumeisenschwanz-Cowl muss zu Hause bleiben - der ist zwar kuschelig warm, aber für's Ski fahren unpraktisch (weil so fluffig und dick), da vertraue ich auf die industriegestrickte Merinowollvariante von Buff (natürlich in lila).


Natürlich habe ich schon wieder neue Sache auf den Nadeln - nachdem ich immer noch an meinem ersten Pullover stricke (bin schon ein Stückchen weiter, aber habe schon wieder die Ausdauer verloren), ist jetzt wieder ein Tuch dran, und auch der Robert soll ein Paar Socken bekommen, und zwar meine ersten toe-up gestrickten (das heißt man beginnt vorne an der Zehenspitze). Der Winter ist in Norwegen zum Glück noch nicht vorbei. Ski heil!

Cowl-Fieber

Im Moment ist in der Modewelt (und wohl auch in Strickkreisen) das große Cowl-Fieber ausgebrochen. Was zum Teufel ist denn ein Cowl mag so mancher Fragen - das sind diese Schlauchschals, die man sich manchmal mehrfach um den Hals schlingen kann, - wenn benötigt auch gerne als Kapuze/Mütze -  und die aktuell gerne in dicker Wolle überall feilgeboten werden. Je dicker desto beser scheint das Motto zu sein, und manchmal kann man den Kopf der (meistens) Trägerinn schon gar nicht mehr ausmachen in diesem "Wollnest". Für die Herren der Schöpfung und alle Outdoor-Begeisterten - die Rede ist gerade vom Buff, natürlich nicht so dünn und  multifunktional wie das Original, aber das Prinzip ist ähnlich.

Ich möchte nur kurz daran erinnern, dass diese Schals eine Weile verpönt waren, denn das "Standardmodell" stammte (soweit ich mich erinnern kann) aus tiefen DDR-Zeiten und wurde gerne als Mütze-Schal-Kombination getragen, ungefähr so wie hier. Meine Cousine hatte davon einen in rot und ich einen in orange (von der Strickmaschine gestrickt) - und als ich in die Pubertät kam, habe ich "das hässliche Ding" nie wieder angezogen.

Die Zeiten ändern sich (zum Glück), manche Dinge kommen wieder in Mode (wie man sieht), und nachdem ich ja schon lange herausgefunden habe, dass Anleitungen für schöne Stricksachen nicht unbedingt in den Zeitschriften die es hierzulande zu kaufen gibt zu finden sind, habe ich Ravelry und das Internet durchforstet und ein paar schöne Anleitungen herausgesucht. Wer also Lust hat, einen Cowl zu stricken, wird hier garantiert fündig. Einen der Liste habe ich schon gestrickt, und zwar für meine Schwägerin, passend zu den Müffchen, die sie sich gewünscht hat. Ein schönes Stück, was da aus 54 g Wolle entstanden ist.

April Showers Cowl
 Natürlich werde ich mir auch noch einen Cowl stricken, und zwar den (Muster schon gekauft) aus selbstgefärbter Wolle (Baby Alpaca). Ich hoffe er ist bis zum Winterurlaub fertig. Eigentlich sollte es ein KAL (knit-a-long) werden für meine Freundinnen (und mich), die ich inzwischen mit der Strickerei angesteckt habe und die es auch lernen wollen. Nur leider fehlt da noch die Übung, und so lange kann ich leider nicht warten. Das Muster ist aber so schön, den stricke ich auch nochmal ;)
Für Robert hatte ich schon im letzten Winterurlaub einen (kleinen) Buff/Cowl gestrickt - mein erstes abgewandeltes Strickmuster, enganliegend und doppelfädig mit Sockengarn. Vielleicht 'designe' ich ja noch ein eigenes Cowl-Muster, ein paar Ideen habe ich schon, und der Honey Cowl soll dieses Jahr auch noch in eigens abgewandelter Form zur Resteverwertung herangezogen werden. Dann mache ich mich mal wieder an die Nadeln, bevor es wieder wärmer wird ...