Der Urlaub ist schon lange vorbei und eigentlich müsste der Winter schon längst Einzug gehalten haben, aber leider haben wir immer noch immer frühlingshafte Temperaturen. Viel zu warm für meine komplette Winterkollektion, die ich mir bis jetzt gestrickt habe. Inzwischen ist auch noch ein Hobby dazugekommen, nämlich das Färben. Von einer fantastischen Färberin, die ich über Ravelry kennegelernt habe, wurde ich dazu ermutigt selbst in die Färbeküche einzutauchen, und im Vergleich zu meinem ersten Experiment mit den Ostereierfarben waren die Ergebnisse jetzt wirklich eine Wucht. Ich komme natürlich nicht an Romys Stränge heran, aber ich war ganz zufrieden - ihrer Werke gibt es hier zu bewundern.
Gefärbt habe ich mit Ashford-Säurefarben und fixiert in der Mikrowelle, nachdem ich mich durch einige Seiten Anleitungen und Empfehlungen durchgelesen hatte. Der Farbauftrag erfolgte durch einen dicken Pinsel bzw habe ich wieder meine großen Weckgläser zum tauchen verwendet, und da das Ergebnis gut war, werde ich am Verfahren wohl erst einmal nichts ändern. Dünnere Sockenwolle wurde bei der Bestellung der Farbe gleich mitgeliefert (uups, da ist mir wohl schon wieder der schlimme Bestellfinger ausgerutscht ...) für die nächsten Versuche. Ich muss nur noch verstehen, wie ich mir aus den Grundfarben des Sets alle anderen Farbtöne an- und auch wieder nachmischen kann und wie konzentriert das alles für einen bestimmten Farbton sein muss. Ein speziell nur für das Färben zum Abmessen bestimmtes Messlöffelset wurde von Robert bereits 'geliefert'.
| 'Jamaican Fizz' - Färbung für Annes Socken |
| Die fertigen Socken |
Geplant war beim ersten Mal die Färbung einer dicken Sockenwolle für selbstgestrickte Socken (dicker = geht schneller, besonders wichtig bei Fristen zu Weihnachten) - einmal für Anne, eine gute Freundin, die die Kombination grün und orange haben wollte. Aber meine Recherchen im Internet konnten keine Farbverlaufswolle in dickerer Stärke in diesen Farben auftreiben. Mein Versuch war in der Ausführung nicht schlecht, aber leider schlecht geplant - von dickerer Wolle benötigt man mehr als von dünner, und so reichte der 100g Knäuel nicht für ein komplettes Paar. Das fand ich dann mit der Waage heraus, als die erste Socke schon fast fertig gestrickt war. Also zurückgeribbelt und mit anderer Wolle die noch da war improvisiert. Das Strickmuster der Kalajoki-Socken erlaubte viel Spielraum, und so sahen sie am Ende fast so aus wie so gewollt. Ich muss mir unbedingt noch selbst so ein Paar stricken, vor allen Dingen weil das mit dem Ringelmuster sehr schön funktioniert hat ...
Ganz nebenbei vergaß ich zu erwähnen, dass es mein erstes Paar Socken überhaupt war, dass ich gestrickt habe. Da meine Mama sonst immer Socken gestrickt hat, bestand ja auch keine Notwendigkeit; und Socken stricken erschien mir immer sehr kompliziert - und das muss ich behaupten, die Doppel- und Fair-isle strickt. Nun ist meine Sockenstrick-Ablehnung/Phobie aber Vergangenheit - warum habe ich mich da eigentlich nicht eher herangewagt? Schlecht ist nur dass ich mir jetzt auch viele schöne Socken stricken will - bei den vielen geplanten Projekten und unfertigen Pullovern und Handschuhen nicht gerade ein Vorteil, meine neue Sockenliebe ... Diesen Socken kann ich aber nicht widerstehen, und die sind auch sehr schön ...
Zuerst plane ich aber noch ein paar Socken für einen Freund, die Färbung dieser Exemplare darf schon einmal bewundert werden (er liebt Frankreich, passend, oder nicht?):
Allerdings trägt der Empfänger die Größe 43, und da ist jede Megen (Um)rechenarbeit angesagt. Ich hoffe am Ende ist meine Kalkulation der Fußlänge und Maschenzahl richtig und die Socken passen genauso gut wie mein erstes Paar - Anne musste die Socken aber gleich wieder ausziehen weil es einfach ZU WARM war ... Ich kann nur hoffen dass es noch kalt wird, sonst bleiben all die schönen Sachen im Schrank.