Über schlimme Patienten, Zweckentfremdung von Ostereierfarben und Besuche bei alten 'Bekannten'

Ärzte sind mit die schlimmsten Patienten, sagt die Legende, und ich bin gerade das lebende Beispiel dafür. Ich habe mir von Arbeit nämlich eines dieser kleinen Tierchen mitgebracht, die dort gerade grassieren. Zur Zeit sind es die Rota-Viren, fiese kleine Kerlchen, hochansteckend und normalerweise in Kindereinrichtungen und Altenheimen wütend, die Durchfall, Übelkeit und andere unangenehme Dinge verursachen. Schon letztes Jahr bin ich wie auch einige andere Kollegen Opfer des Noro-Virus geworden (ja, jedes Jah ein anderes damit es nicht langweilig wird), und dieses Jahr habe ich wohl auch ganz laut hier geschriehen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit Kittel, Handschuhen und speziellem Desinfektionsmittel hat es mich erwischt, und jetzt leide ich schon seit vier Tagen. Ganz furchtbar. Also wirklich wenn-der-Arzt-selbst-mal-krank-ist furchtbar. Man möchte ja meinen, dass ich mich nach vier Tagen und einem 'schönen' Wochenende jetzt endlich erholt habe, aber nach einem Tag mit fast gar keinem Essen, Fieber und Schüttlefrost, einem Tag mit Gelenkschmerzen und stetiger Übelkeit und wenig essen, und zwei weiteren Tagen mit wenig Essen und ständigen Badbesuchen fühle ich mich weiter extrem gerädert und könnte nur schlafen.
Auch wenn ich nie geglaubt hätte, dass ich das als Food- und Kochjunkie mal sagen sollte: Im Moment finde ich Essen widerlich. Sogar den Geschmack von Zahnpasta. Nur leider muss ich was essen, denn sonst führt der Hunger dazu dass es mir auch wiederschlecht wird, ein bißchen paradox ist das schon. Nur kann ich keinen Pudding, Grießbrei, trockene Brötchen oder Bananen mehr sehen. Ich wollte zwar den Winterspeck loswerden, aber garantiert nicht so - eine Methode mit der man garantiert abnimmt und sich gräßlich fühlt.Wenigstens habe ich es geschafft wieder einmal in einem nicht-medizinischen Buch mehr als drei Seiten zu lesen.

Aufgrund dieser ganzen Sache musste ich auch den Stricktreff in Dresden gestern absagen, eine Sache die mich besonders ärgert, da ich den letzten ja auch schon wegen Krankheit nicht besuchen konnte. Ich hätte so gerne meine erste selbstgefärbte Wolle und das Ostergeschenk für meine Schwägerin, meine letzten beiden größeren Projekte also, vorgezeigt. Das Geschenk für meine Schwägerin kann ich noch nicht vorstellen, soll ja eine Überraschung sein, Fotos gibt es also später. Dafür gibt es ein Foto von der Wolle, gefärbt mit Ostereierfarben, Nicht schlecht für den ersten Versuch finde ich. Gekauft habe ich die ungefärbte Wolle auf dem Bauernmarkt in Radebeul-Altkötzschenbroda, die Farben sind aus dem Bastelmarkt, und die Anleitung gibt es hier.

Der Farbton heißt kreativerweise Black Cherry-Blue Ocean
Letztes Wochenende habe ich nicht nur Wolle auf dem Bauernmarkt erstanden, sondern auch wieder jede Menge andere Leckereien: Wildknacker, verschiedenen Schnitt- und Frischkäse, frischen Quark und Milch - was ich jetzt alles nicht essen kann ... *grml* Hinterher waren wir in Görlitz und haben eine Freundin von André besucht - und natürlich auch unseren Lieblingscafé, der Galerie 13, einen Besuch abgestattet. Die macht leider am Ende der Saison zu, seeehr schade. Zu unserer großen Freude war die Haus- und Hoftöpferin fleißig gewesen und hatte produziert, so dass ich einen schönen Teller mit nach Hause nehmen konnte. Milchkaffeetassen gab es leider nur noch eine, und das in grün, die habe ich dann doch stehen lassen.

Görlitz April 2011 (Collage)
Daraus folgt dass wir unbedingt nochmal nach Görlitz müssen (wegen des leckeren Kuchens in der Galerie und der Tassen), und bei Karina (und ihrer Rasselbande) schauen wir dann auch auf jeden Fall nochmal rein. Dann könnte ich sogar ein bißchen meiner Wolle loswerden, die ich eh im Moment nicht schaffe zu verstricken, denn die Karina würde auch gerne mal was ausprobieren was ich toll finde: (Strick/Häkel)Filzen. 
Nächste Woche geht es erstmal zu Schwiemu nach 'Hütte' um Ostern zu feiern - ja Schwiemu, du bekommst auch wieder Wolle ;), ich überlege mir noch ob ich die in ein Ei stecke ... Ich hoffe nur bis dahin haben mich die Viren wieder verlassen, sonst werde ich mich von meinem Neffen, der auch zu Besuch ist, leider fernhalten müssen - den Robert habe ich glücklicherweise nicht angesteckt (oder er hat sich nicht anstecken lassen), vielleicht auch dank ständigen Desinfizierens, so dass unser ganzes Bad im Moment nach Sterilium 'duftet'. Nicht gerade frühlingshaft, aber zweckmäßig.

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