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Das war's ... mit 2012

Schon wieder ist ein Jahr vorbei - und ich weiß wieder mal nicht wo die Zeit geblieben ist. Deswegen gibt es hier eine kurze Zusammenfassung von dem was seit September noch so passiert ist (ein Schnelldurchlauf in und mit Bildern quasi).

Zuerst einmal: Herrlicher Urlaub in Norwegen. Das Wetter war zwar eher beschieden - viel kälter und sogar Schnee (fanden die Norweger selbst etwas früh), dafür wie gewohnt schön ein- und erholsam. Zum Glück waren wir gut vorbereitet und gut ausgerüstet. Das Zelt haben wir (trotz der vorhandenen dicken Daunenschlafsäcke) dann wetterbedingt doch nicht ausgepackt (zuviel Regen und zuviel Wind). Es gab dafür viele nette Begegnungen in den DNT-Hütten, ich konnte mal wieder so richtig ausgiebig norwegisch reden (ohne dass die Norweger auf Englisch wechseln wollten), und zum Schluß wurden wir von ein paar netten Norwegern, die wir auf der letzten Hütte getroffen haben, zum Campingplatz chauffiert. Einige Erkenntnisse habe ich auch mitgenommen. 
1. Das Bad in der Wohnung, fließend Wasser und eine Dusche sollte man echt schätzen lernen.
2. Auch schwanger läßt es sich mit einigem Gepäck gut trekken. Laut Ratschlägen in diversen Foren und Büchern sollte man ja nicht mehr als 5 kg dauerhaft tragen - aber das ist beim Trekking mit Zelt echt unmöglich. Wir hatten das Gewicht zwar umverteilt, so dass Robert 25 kg auf dem Rücke hatte, aber trotzdem waren es bei mir immer noch 11-13 kg (mit Wasser), auf einer Höhe um 1000m. Das ließ sich aber gut tragen, und die neu gekauften Trekkingstöcke haben besonders über die großen Geröllfelder gut geholfen. Außerdem haben wir mehr Pausen gemacht (besonders bei Steigungen) und zweimal einen Ruhetag eingelegt, so dass ich mich nach längeren Etappen gut erholen konnte. Alles in allem war es kein Problem, da ich schon gemerkt habe, wann die Batterien fast leer waren. Die selbst hergestellten Fertignahrungen (hatte dafür extra ein Vakuumiergerät angeschafft) haben sich dabei alle fast bewiesen, nur wurde mir von der 5-Minuten-Terrine Variante so schlecht, dass die für die Zukunft ausfällt.


Nach dem Urlaub hieß es weiter arbeiten, und der Bauch wuchs immer weiter; und das habe ich auch körperlich gemerkt. Müdigkeit wurde zu meinem ständigen Begleiter, und der Streß machte sich noch mehr bemerkbar. Meiner Koch- und Backleidenschaft konnte ich so natürlich nicht mehr ausgiebig nachgehen, und immer mehr Lebensmittel vertrug (und vertrage ich immer noch) nicht mehr. Deswegen war ich froh, als mich meine Frauenärztin Anfang November ins Beschäftigungsverbot setzte.
Nein, die Murmel ist ausnahmsweise nicht angefr...en!
So hatte ich mehr Zeit zum Stricken (wenn ich nicht geschlafen habe), vor allem für Babysachen natürlich. Leider habe ich nicht so viele Projekte wie letztes Jahr geschafft, dafür waren aber auch ein paar größere Projekte (Strickjacken) dabei. Außerdem bin ich kritischer geworden, vieles wurde geribbelt und neu begonnen, da es nicht passte/gefiel. Ein bißchen gefärbt habe ich auch noch und mich dabei entschlossen, ganz auf die (etwas umständlichere) Kochtopffärberei umzusteigen. Da werden wenigstens die Farbtöne so, wie ich sie haben will.


Fast alle Babysachen sind gestrickt, bis Mitte Januar möchte ich dann gerne den Rest fertig haben. Die Garderobe ist fast komplett, es fehlen nur noch jede Menge Kleinigkeiten und einige größere Anschaffungen wie die Babyschale oder das Beistellbett. Den Kinderwagen hatte ich zum Glück ja noch vor dem Urlaub bestellt ...
In der Zwischenzeit habe ich es auch endlich geschafft, meinen Foodblog etwas aufzuräumen und übersichtlicher zu gestalten, mal sehen ob ich das vorm Entbindungstermin noch mit den restlichen Seiten hinbekomme.

Deswegen heißt es jetzt weiter Energie sammeln, abwarten und viel Fenchel-Anis-Kümmel-Tee trinken.

In diesem Sinne:


P.S. Vielen Dank noch einmal an Annelie für die tollen Bauch- und Paarfotos Anfang Dezember, mit denen ich nicht nur Mama und Schwiegermama zu Weihnachten glücklich machen konnte, sondern auch diese hübsche Collage erstellen.

Herbststimmung

Ohje, das ist ja schon wieder eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal hier etwa geschrieben habe - und schon (oder bessert gesagt endlich) steht der große Jahresurlaub an. Dieses Jahr leider erst im September, wenn es in den Wandergebieten in Norwegen schon wieder kalt wird. Wir wollen ins Rondane-Gebirge, wo ich schon im März auf der Trollloipe unterwegs gewesen bin. Die Landschaft war herrlich, und ich wollte sie gerne ohne Schnee sehen und erleben. Allerdings sind die nächsten Tage (und vor allem Nächte, die wir teilweise im Zelt verbringen werden) regelmäßig Minusgrade vorhergesagt. Keine schöne Vorstellung für mich Frostbeule, vor allem wenn man nachts raus auf's Klo muss. Deswegen leisten wir uns den Luxus von einigen Hüttenübernachtungen inklusive Verpflegung - kein billiges Vergnügen, aber man spart sich das Zusatzgewicht von extra Proviant - ein bißchen was haben wir aber trotzdem mit. Der absolute Luxus ist die Hinfahrt mit der Colorline von Kiel nach Oslo - der 'Eimer', wie Robert ihn immer liebevoll nennt. Wir müssen zwar früh los, aber dafür sparen wir uns die ewig lange Anreise über Schweden. Da ich bis zum letzten Tag arbeiten musste und die Reisevorbereitungen so an einem Tag abgewickelt werden mussten, hatte ich nicht noch Lust auf diese lange Monstertour (dafür blüht sie uns auf dem Rückweg). Ich hoffe uns erwartet eine Herbststimmung mit schöner Laubfärbung, damit sich das eventuelle Schmuddelwetter noch ertragen läßt.
Hier ein Foto von der Wintertour, einen Teil derselben Strecke (den Anfang von Høvringen nach Smuksjøseter) werden wir auch wandern.


Gestrickt habe ich natürlich auch fleißig, zwar nicht viel, dafür aber reichlich ;-) Zwei große Strickstücke sind dabei gewesen; und auch ein Projekt, was schon fast ein Jahr lang in der Kiste lag und endlich vollendet wurde (ein UFO = unfinished object). Zuerst aber habe ich ein Tuch gestrickt was schon sehr lange auf meiner Liste stand, mit einer Wolle die noch vom Leipziger Wollfest des letzten Jahres war - eine Lintilla. Eigentlich sollte ich froh sein, dass mein Gestrick jetzt etwas lockerer wird, nur habe ich das bei diesem Tuch nicht bedacht und mit einer 4er Nadel gestrickt, und so wurde es ein locker-fluffiges Monstertuch, mehr für die Schultern als für den Hals wie gedacht. Nicht einmal die kompletten 200 g habe ich benutzt, sonst hätte ich mich darin vermutlich einwickeln können.

Lintilla, gestrickt mit DyeforWoll (BFL fingering)
Impressionen vom diesjährigen Wollfest
Das nächste Projekt hat wieder Platz in meinen 'Vorrats'kisten geschaffen, so dass ich die Beute vom diesjährigen Wollfest auch unterbekommen habe. Die Wolle lag schon bestimmt länger als zwei Jahre, und war die erste inklucive Strickanleitungsheft, die ich mir im "Nach Strick und Faden" in Dresden gekauft habe. Eine Strickjacke für den Robert mit Lopi (Islandwolle) sollte es werden. Dank der dicken Wolle ging es zwar schnell, aber geflucht habe ich am Ende. Laut Anleitung musste die Jacke in der Mitte aufgeschnitten und ein Reißverschluß eingenäht werden. Und das bei bei meinem Nähgeschick! Einen ganzen Tag habe ich an der Maschine verbracht - erst Probestück absteppen, dann die Jacke, dann den Reißverschluß einstecken, heften und zum Schluß einnähen. Es ging besser als gedacht, nur habe ich dann gesehen, dass die Übergänge des Musters links und rechts durch das einnähen versetzt sind - beim einstecken nicht aufgepasst! Passiert mir nicht wieder ...

Frost - Strickjacke in Alafoss Lopi
Die folgende Strickjacke für mich bekommt einen Extrapost für die Arbeit, die ich damit hatte (Wolle färben, Muste abändern etc) - Ihr dürft gespannt sein. Zum Schluß noch ein paar Handschuhe, die ich bei den angekündigten Temperaturen gebrauchen kann - Convertibles. Fäustlinge die mit einem Klapp in fingerlose Handschuhe verwandelt werden können. Sieht einfach aus, aber insbesondere das einstricken der Finger ist eine tüchtige Fummelei. Die Wolle war auch schlecht gewählt, da es teilweise keine richtigen Kontraste gab und man das schöne fair isle Muster gar nicht gebührend bewundern kann. Stolz bin ich aber trotzdem drauf, und es wird sicherlich einen Nachfolger (aber mit anderem Muster und anderer Wolle geben).


Für die Fahrt habe ich mir natürlich wieder ausreichend Strickmaterial eingesteckt, vor allem will ich endlich mal alle 'UFOs' erledigen, die sich im Laufe des letzten Jahres gesammelt haben ...

Seele baumeln lassen ... an der Mecklenburger Seenplatte

Über Pfingsten hatten Robert und ich endlich die Gelegenheit, wieder einmal mehr als zwei Tage am Stück miteinander zu verbringen (nämlich ganze 4 Stück). Eigentlich war zuerst ein Kurzurlaub in Salzburg geplatn, der dann aber leider aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden konnte. Also musste eine schnelle (und gute) Ersatzlösung her. In Feldberg hatte ich im Sommer 2009 schon einmal mit meiner Mutti Urlaub gemacht und mir gewünscht, dieses herrrliche Naturerlebnis mit Robert zu teilen. In unserer 'alten' Unterkunft im 'Alten Zollhaus' war zum Glück noch ein Zimmer frei, also wurde schnell gebucht.
Dieses Mal waren wir im Haupthaus mit einem kleinen aber feinen Maisonettzimmer untergebracht. An das sehr gute und reichliche Frühstücksbuffet konnte ich mich noch gut erinnern; und auch an die schöne Terasse direkt am See, auf der man dazu sitzen konnte. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, und bei dem sonnigen Wetter konnten wir jeden Morgen draußen sitzen.
GEschlemmt wurde auch weiter - am ersten Abend im 'Abendsegler', einer Bar mit ebenso schönem Seeblick, romatischem Garten und leckeren Flammkuchen auf der Speisekarte. Der Caipirinha war zwar eher eine etwas andere Interpretation des Originals aber genauso berauschend.
oben re: Frühstück auf der Seeterasse, andere Bilder: Abendsegler
Am Samstag liehen wir uns dann an der Luzinfähre ein Kanu aus. Eigentlich ein 2er Kanu, aber in Wirklichkeit ein 3er bei dem die mittlere Sitzbank fehlte. Diese Schlachtschiff zu manövrieren und überhaupt in Fahrt zu bringen, war nicht unbedingt einfach, besonders an den engen Stellen zwischen Schmalem Luzin und dem Carwitzer See (auf dem Rückweg wurde dann auch nicht unter der Brücke getreidelt, sondern brav umgetragen). 

 Für eine Badepause am Bohnenwerder (s. oben) in der Nähe des Fallada-Museums in Carwitz war auch noch Zeit, nur dass ich mir dank der scharfen Steine einige unschöne Schnittwunden an den Füßen holte (die fivefingers hatte ich dummerweise zum Trocknen ausgezogen). Auf dem Rückweg schmerzten beide Oberarme mächtig, aber so ein Tag auf dem Wasser ist schon entspannend - nur die Sonne brannte mächtig, so dass ich mir mein (eigentlich nicht vorhandenes und deswegen vergessen es einzucremen) Dekolltee etwas verbrannte. Zu Abend wurde im Tenzo gespeist, eine etwas preisintensivere aber vorzügliche Küche. Mit dem kleinen Sahnekaramell das mit der Rechnung kam, war es sogar ein fünf-Gänge-Menü.
Am Sonntag waren wir fast die gleiche Strecke (nur zu Fuß) unterwegs. Am Schmalen Luzin entlang liefen wir nach Carwitz, wo wir eine kleine Pause im Café Sommerliebe (s. oben), wo alles wirklich hand- und mit viel Liebe gemacht ist. Beim Schlemmen entstand auch ein schönes (und von mir liebevoll gemachtes) Portrait vom Robert.


Anschließend hieß es entspannen an der Badestelle am Bohnenwerder, wo mächtig Betrieb herrschte. Nach der Verschnaufpause ging es weiter nach Hullerbusch, wo ich im Schäferladen eine Schafsalami, Getöpfertes und für jeden eine Eiskugel zur Erfrischung erstand. Durch den Wald führte der Weg weiter nach Wittenhagen - ich konnte mich nur an eine Schlaglochpiste erinnern, aber mittlereweile wurde diese zu einem gepflasterten Rad- und Gehweg umgebaut, der für Autos gesperrt ist. 

Mir gelangen noch einige schöne Schnappschüsse, bevor wir in den Gutsladen von Gut Conow in Wittenhagen einfielen und Conower Jerky erstanden. Das war ganz lecker, und so ausgehungert wie wir waren, hielt die erste Tüte nicht lange stand. Gerne wären wir auch noch in die angeschlossene Gaststätte "Zum Wildschwein" eingekehrt (wo es Tomatensuppe im Brot und anderere Köstlichekeiten vom Wildschwein gab), aber dafür hatte ich etwas zuviel im Schäferladen ausgegeben. Dafür ließen wir den Abend dann auf der Seeterasse im Hotel ausklingen, konnten eine Bowle genießen und mussten anschließend nur noch auf die Couch bzw ins Bett fallen. Ein rundum gelungenes (verlängertes) Wochenende!

Und der Gewinner ist ... Nordseter, Norge

Ahhh, die Anspannung fängt schon an sich als Kribblen im Magen auszubreiten. In sieben Stunden geht es wieder los, und zwar in den Winterurlaub nach Norwegen. Wie auch die letzten zwei Jahre geht es wieder nach Nordseter bei Lillehammer mit Elchtours. Die unkomplizierte familiäre Art dieser Reisen ist ein echter Wohlfühl-Faktor. Diesmal will ich es auch richtig wissen - die Trolloipe soll es nach einer Woche Urlaub in der Hütte noch sein. Eine Hüttenwanderung, eine Woche lang Etappen von 20-30 km mit 'freundlichem' Profil, dass heißt relativ flach. Schon letztes Jahr war ich auf die Teilnehmer, die am Ende der Reise auch an unserem Esstisch in der Hütte saßen, ein bißchen neidisch und wollte so etwas auch einmal erleben - da der 30ste jetzt vobei ist - warum warten? Insgesamt heißt dass fast drei Wochen Urlaub, so lange hatte ich noch nie frei!
Das Schönste ist aber, dass Robert trotz Probezeit auch Urlaub bekommen hat und wir die erste Woche zusammen verbringen können. Das Zweitbeste an der Sache ist, dass ich dieses Jahr ganz entspannt in den Urlaub gehen kann (und deswegen jetzt auch noch so vergnügt blogge). Nach dem letzten Dienst am Sonntag hat mir meine Oberärztin (und mein lieber Kollege) heute Überstundenfrei gewährt (vielen lieben Dank nochmal), so dass ich die letzten Vorbereitungen ganz in Ruhe treffen konnte. So:
  • ist die ganze Zettelwirtschaft (Rechnungen etc) endlich mal abgeheftet
  • (fast) die ganze Wäsche incl meiner Stricksachen gewaschen und weggeräumt bzw eingepackt
  • sind die Ski gewachst (das habe ich in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt, deswegen sehen sie auch nicht mehr besonders gut aus)
  • der Kühlschrank geleert (bis auf die Sachen die sich bis zur Rückkehr noch halten)
  • ist die Schweinchenbetreuung ausreichend vorbereitet (frisches Gemüse und Trockenfuttervorrat)
  • die Reste der Geburtstagsfeier endgültig beseitigt
  • ist der Abwasch soweit beseitigt dass ich Ihn noch vor der Abfahrt beseitigen kann (dank meiner 'Küchenfee' Robert)
  • sind (das Wichtigste ;))Strickmuster und Wolle in ausreichender Zahl eingepackt, ein Buch und die Spiele die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen habe sind auch dabei
  • sind die last-minute bestellten Wollsachen von Icebreaker (Schnäppchen im WSV) noch angekommen, und sie passen genau
Das einzige Problem was wir nicht mehr lösen konnten, waren die passenden Backcountry-Skischuhe für meine NNN-Bindung, die gibt es in Deutschland nur sehr schlecht. Die alten Schuhe von Alpina sind etwas zu groß, weswegen ich zuviel Platz um den Knöchel habe und den Schuh so fest schnüren muss, dass anderere Körperteile abgeschnürt werden (das Problem habe ich auch bei Wanderschuhen).
Mein gewünschtes Modell, den Alfa Kikut wollte ich über Globetrotter eigentlich als Sonderbestellung ordern, nur leider war das nicht möglich (angeblich nciht für den deutschen Markt vorgesehen), was ich erst eine Woche vor Abfahrt erfahren habe (die Bestellung lief seit Mitte Februar).
Das schwerere Modell, den Alfa Skarvet, konnte ich bei Globi anprobieren, und er passte perfekt in der 40, nur war er mir zu klobig. Mittlerweile habe ich ein Geschäft in Lillehammer ausfindig gemacht, wo wir vermutlich einen Zwischenstopp machen werden und ich den Kikut kaufen kann (einfach eine mail dahin geschrieben, und die Antwort kam schnell positiv zurück). Warum nun der ganze Aufwand? Als Antwort folgen ein paar schöne Bilder vom letzten Jahr.

Selbstportrait mit PAnorama auf dem Mostfjellet
Robert auf der nördlichen Trollloipe
Hüttensiedlung an der Pellestova
Blick vom Nordseterfjell auf das Nevelfjell
Natürlich habe ich Selbstgestricktes zum Wärmen eingepackt, damit weder Füße, Kopf oder Hals frieren. Mein erstes für mich gestricktes Sockenpaar mußte genauso mit wie der Schal und die Mütze, die ich für den Robert genadelt habe.

Paraphernalia Socken
Autumn Swirl hat und Autumn Clockwork shawl
Der Blaumeisenschwanz-Cowl muss zu Hause bleiben - der ist zwar kuschelig warm, aber für's Ski fahren unpraktisch (weil so fluffig und dick), da vertraue ich auf die industriegestrickte Merinowollvariante von Buff (natürlich in lila).


Natürlich habe ich schon wieder neue Sache auf den Nadeln - nachdem ich immer noch an meinem ersten Pullover stricke (bin schon ein Stückchen weiter, aber habe schon wieder die Ausdauer verloren), ist jetzt wieder ein Tuch dran, und auch der Robert soll ein Paar Socken bekommen, und zwar meine ersten toe-up gestrickten (das heißt man beginnt vorne an der Zehenspitze). Der Winter ist in Norwegen zum Glück noch nicht vorbei. Ski heil!

Über schlimme Patienten, Zweckentfremdung von Ostereierfarben und Besuche bei alten 'Bekannten'

Ärzte sind mit die schlimmsten Patienten, sagt die Legende, und ich bin gerade das lebende Beispiel dafür. Ich habe mir von Arbeit nämlich eines dieser kleinen Tierchen mitgebracht, die dort gerade grassieren. Zur Zeit sind es die Rota-Viren, fiese kleine Kerlchen, hochansteckend und normalerweise in Kindereinrichtungen und Altenheimen wütend, die Durchfall, Übelkeit und andere unangenehme Dinge verursachen. Schon letztes Jahr bin ich wie auch einige andere Kollegen Opfer des Noro-Virus geworden (ja, jedes Jah ein anderes damit es nicht langweilig wird), und dieses Jahr habe ich wohl auch ganz laut hier geschriehen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit Kittel, Handschuhen und speziellem Desinfektionsmittel hat es mich erwischt, und jetzt leide ich schon seit vier Tagen. Ganz furchtbar. Also wirklich wenn-der-Arzt-selbst-mal-krank-ist furchtbar. Man möchte ja meinen, dass ich mich nach vier Tagen und einem 'schönen' Wochenende jetzt endlich erholt habe, aber nach einem Tag mit fast gar keinem Essen, Fieber und Schüttlefrost, einem Tag mit Gelenkschmerzen und stetiger Übelkeit und wenig essen, und zwei weiteren Tagen mit wenig Essen und ständigen Badbesuchen fühle ich mich weiter extrem gerädert und könnte nur schlafen.
Auch wenn ich nie geglaubt hätte, dass ich das als Food- und Kochjunkie mal sagen sollte: Im Moment finde ich Essen widerlich. Sogar den Geschmack von Zahnpasta. Nur leider muss ich was essen, denn sonst führt der Hunger dazu dass es mir auch wiederschlecht wird, ein bißchen paradox ist das schon. Nur kann ich keinen Pudding, Grießbrei, trockene Brötchen oder Bananen mehr sehen. Ich wollte zwar den Winterspeck loswerden, aber garantiert nicht so - eine Methode mit der man garantiert abnimmt und sich gräßlich fühlt.Wenigstens habe ich es geschafft wieder einmal in einem nicht-medizinischen Buch mehr als drei Seiten zu lesen.

Aufgrund dieser ganzen Sache musste ich auch den Stricktreff in Dresden gestern absagen, eine Sache die mich besonders ärgert, da ich den letzten ja auch schon wegen Krankheit nicht besuchen konnte. Ich hätte so gerne meine erste selbstgefärbte Wolle und das Ostergeschenk für meine Schwägerin, meine letzten beiden größeren Projekte also, vorgezeigt. Das Geschenk für meine Schwägerin kann ich noch nicht vorstellen, soll ja eine Überraschung sein, Fotos gibt es also später. Dafür gibt es ein Foto von der Wolle, gefärbt mit Ostereierfarben, Nicht schlecht für den ersten Versuch finde ich. Gekauft habe ich die ungefärbte Wolle auf dem Bauernmarkt in Radebeul-Altkötzschenbroda, die Farben sind aus dem Bastelmarkt, und die Anleitung gibt es hier.

Der Farbton heißt kreativerweise Black Cherry-Blue Ocean
Letztes Wochenende habe ich nicht nur Wolle auf dem Bauernmarkt erstanden, sondern auch wieder jede Menge andere Leckereien: Wildknacker, verschiedenen Schnitt- und Frischkäse, frischen Quark und Milch - was ich jetzt alles nicht essen kann ... *grml* Hinterher waren wir in Görlitz und haben eine Freundin von André besucht - und natürlich auch unseren Lieblingscafé, der Galerie 13, einen Besuch abgestattet. Die macht leider am Ende der Saison zu, seeehr schade. Zu unserer großen Freude war die Haus- und Hoftöpferin fleißig gewesen und hatte produziert, so dass ich einen schönen Teller mit nach Hause nehmen konnte. Milchkaffeetassen gab es leider nur noch eine, und das in grün, die habe ich dann doch stehen lassen.

Görlitz April 2011 (Collage)
Daraus folgt dass wir unbedingt nochmal nach Görlitz müssen (wegen des leckeren Kuchens in der Galerie und der Tassen), und bei Karina (und ihrer Rasselbande) schauen wir dann auch auf jeden Fall nochmal rein. Dann könnte ich sogar ein bißchen meiner Wolle loswerden, die ich eh im Moment nicht schaffe zu verstricken, denn die Karina würde auch gerne mal was ausprobieren was ich toll finde: (Strick/Häkel)Filzen. 
Nächste Woche geht es erstmal zu Schwiemu nach 'Hütte' um Ostern zu feiern - ja Schwiemu, du bekommst auch wieder Wolle ;), ich überlege mir noch ob ich die in ein Ei stecke ... Ich hoffe nur bis dahin haben mich die Viren wieder verlassen, sonst werde ich mich von meinem Neffen, der auch zu Besuch ist, leider fernhalten müssen - den Robert habe ich glücklicherweise nicht angesteckt (oder er hat sich nicht anstecken lassen), vielleicht auch dank ständigen Desinfizierens, so dass unser ganzes Bad im Moment nach Sterilium 'duftet'. Nicht gerade frühlingshaft, aber zweckmäßig.

Weihnachtsstimmung - so ein bißchen ...

Dieses Jahr bin ich wieder einmal säumig. Auf einen Adventskalender haben wir dieses Jahr verzichtet, ist auch besser für die Linie ... Geschenke habe ich nur wenige bis jetzt erstanden. Gut, die 'Zutaten' für die Pakete für Bekannte und Freund sind fast alle angekommen, aber ich müßte wenigstens diese Jahr dazukommen sie abzuschicken - habe vor zwei Wochen erst die vom letzten Jahr wieder ausgepackt und die abgelaufenen Süßigkeiten in meine 'muss-dringend-verbacken-werden-Ecke' gelegt. Große Sprünge sind dieses Jah auch nicht drin, da ich mich (und den Robert) schon mit einem neuen (nicht ganz billigen) Sofa beschenkt haben (auf dem er übrigens gerade ganz unverfroren lümmelt). Schließlich kommt die Schweigermama über die Feiertage, und die soll doch nicht auf dem Fußboden sitzen müssen. Die Liste der Dinge die noch erledigt werden müssen ist noch lang, unter anderem fehlt noch der Weihnachtsbaum und das Menü für Heiligabend muss auch noch fertiggestellt werden. Die Gelegenheit im groß angelegten Stil zu kochen/backen werde ich mir doch nicht entgehen lassen. Nur brauche ich einen Schlachtplan um dem Hamster-Weltuntergangs-Einkaufsrausch der Anderen zu entgehen. 

Historischer Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt in Dresden
Der Adventskranz ist der alte Trockenkranz aus Greifswalder Zeiten, nur mit ein paar neuen IKEA-Kerzen bestückt. Einen Punkt haben wir aber ausführlich abgehakt, was mich freut. Auf den Weihnachtsmärkten sind wir ganz entspannt und in Ruhe gewesen; sowohl in Dresden auf dem Neumarkt, dem Striezelmarkt und in Radebeul beim Budenzauber. Meinen Gühwein habe ich getrunken, die obligatorische Wildbulette und kandierte Mandeln gegessen und Pulsnitzer Pfefferkuchen gekauft. Ein paar Kleinigkeiten habe ich auch erstanden, unter anderem gefilzte Pilze (Anhänger für den Weihnachtsbaum). Der Markt auf der Festung Köngstein (Sächsische Schweiz) war nicht besonders (nur besonders teuer), und bei der Fortbildung in Potsdam fand ich den Spaziergang in Sansoucci viel entspannter als an Knobi- und Langos-Buden vorbeizulaufen (die sollten verboten werden!). Ich hätte mir aber an dem Olivenholz-Stand eines dieser hübschen Brettchen kaufen sollen als hübsche Unterlage für meine Food-Fotos ... Egal, jetzt gibt es ein paar schöne Winterfotos von dort - noch eine schöne Adventszeit!

Ente im Schlosspark

Chinesisches Haus (Detail)

Spekulationen über Nephrologen & Kongressstatistiken

Nachdem sich (zum Glück) mal wieder keiner finden wollte, die Gunst der Stunde zu nutzen und der Einladung unseres Pharma-Vertreters zu folgen, war ich die Glückliche, die dieses (verlängerte) Wochenende nach München zum europäischen Nephrologenkongress fliegen durfte. Diesmal wollte ich aber nicht Stunden im Zug verbringen, sondern nutzte den Luxus des Fliegens ... von Dresden selbstverständlich. Dummerweise darf man keine Stricknadeln in den Flieger mitnehmen, also konnte ich nicht an meiner Mütze weiterarbeiten. Ich stellte fest, dass Lufthansakaffee im Flugzeug widerlich schmeckt, also lieber den Tomatensaft nehmen ... Der Transfer, welches leider sehr weit außerhalb vom Zentrum lag, erfolgte mit dem Bus nachdem eine Hostess uns mit dem Schild winkend in der Halle in Empfang genommen hatte (juhu, auch ich bin mal einem der Schilder nachgelaufen). Auf dem Weg zum Hotel fiel mir ein merkwürdiges Phänomen auf, welches ich schon bei unseren letzten Autobahnfahrten stirnrunzelnd bemerkt hatte: Autobahngaffer. Auf den Brücken oder unter ihnen, mit Klappstuhl, Kühlbox und Sonnenschirm sitzen sie und starren auf den vorbeirauschenden Verkehrsstrom. Was finden diese Leute so toll daran, luftverpestendende laute Fortbewegungsmittel zu beobachten? Ein neuer perfider Freizeitsport, dessen Sinn sich mir nicht erschließt. Vermutlich Big Brother für Arme.
Das Publikum im Bus war sehr illuster, man möchte meinen Nephrologen wären alle Mitte 50jährige Männer mit Halbglatze im Anzug die schnelle Autos fahren und gar nicht so schnell das Geld ausgeben können wie sie es verdienen. Vermutlich handelt es sich aber nur um die Negativselektion die bei einem Kongress immer unweigerlich auftritt. Laut Pharmavertreter ist es bei den Kardiologen noch schlimmer - kann ich mir nicht wirklich mehr vorstellen wie das gehen soll, aber für möglich halte ich es durchaus. Das Hotel lag mittem im beschaulichen Städtchen Unterschleißheim - auf der einen Seite Autobahn, auf der anderen Industriegebiet und mittendrin zwei Tagungshotels. Da der Abend nach einer ersten Visite des Kongresszentrums zur freien Verfügung stand und die Münchner Innenstadt eine gute halbe Stunde S-Bahn-Fahrt entfernt war, entschloß ich mich im Hotelzimmer zu dinieren. Die Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten war ja ausreichend vorhanden, ich hatte die Wahl zwischen meinen guten Freunden Kaufland, Aldi, Lidl und Penny - Subway und McDonalds hätten mich bestimmt auch mit einer fertigen Mahlzeit versorgt.
Im Vergleich zu den anderen Kongresszentren die ich schon besucht habe wirkt München noch eine Spur größer und unübersichtlicher; die Umgebung recht manierlich mit einer großen Parkanlage und einem Einkaufszentrum in der Nähe. Der Kongreß überschlug sich selbst mit unverständlichen Themen, wobei auch einige sehr interessante für Nicht-Nephrologen dabei waren; einer noch aufgeblaseneren Industrieausstellung die von  Werbeartikel nur so strotzte und und Anglizismen die zum Himmel schrien. Etwas ganz Absurdes hatten die Pharmaunternehmen auf Lager, so genannte 'Lunch-Symposien', bei denen man während man in sein labberiges Sandwich biss den Ausführungen der vom jeweiligen Unternehmen gesponserten Redner lauschte. Die durften zum Glück nicht dabei essen. Von den ohrensträubenden Bezeichnungen 'hospitality desk' und 'hospitality suite' möchte ich lieber schweigen. In letzterer gab es auch etwas zu essen, diesen Service nahm ich dann am Sonntag in Anspruch. Ein lauwarmes asiatisches Gericht und zwei Crepes später saß ich dann in einer Konkurrenzveranstaltung, wo mir die Ohren noch von den teilweise abstrusen Gesprächen, die dort geführt wurden dröhnten. Ehrlich, es gibt kaum einen besseren Ort für Sozialstudien - zumindest kam ich zu dem Schluß dass eine 'Affäre' um zu einem Kongress eingeladen zu werden, für mich genug Beziehung zur arzeneimittelpruduzierenden Branche ist.


Eine nette Anekdote zum Thema Anglizismen passierte am Anreisetag. Ein schon älteres Ehepaar aus der Gruppe (vermutlich beide Ärzte), sehr herausgeputzt gekleidet, unterhielt sich in der Hotellobby vor meiner Nase. Er hatte sein Kofferschloß zugemacht aber den Schlüssel für eben dieses Schloß nicht mit und kam deshalb nicht an seine Sachen. Wir mußten auf unsere Zimmer warten, also bemerkte seine Frau: "Sonst frag' doch mal derweile ob die hier nicht einen vom Engineering haben der dir das (Schloß) aufmachen kann." Früher sagte man glaube ich Hausmeister dazu...
In München unterwegs gewesen bin ich auch ein bißchen, leider konnte ich keinen der von mir favorisierten lukullischen Tempel in Augenschein nehmen. Da ich aber a) einen Reiseführer gekauf habe und b) München schon reizvoll ist, werde ich sicherlich noch einmal zurückkommen. Jetzt steht aber erst einmal unsere Reise nach Norwegen an, das erste Trekking überhaupt. Wenn mich die Mücken nicht aufgefressen haben, melde ich mich auch brav zurück, vielleicht auch mal wieder mit einer Frischekur für das Blogdesign. Schönen Sommer!

Back with a Blues

Schon seit zwei Wochen sind wir aus dem Urlaub zurück, aber der Urlaubs-Blues läßt mich nicht los. Zwar habe ich letzte Woche endlich den Koffer komplett ausgepackt, aber trotz der frühlingshaften Temperaturen hier sehne ich mich nach minus zehn Grad und Schnee zurück. Zwar habe vom Winterwetter und der Tatsache, dass man beim Langlauf irgendwann immer durch den Mund Luft holt eine mächtige Erkältung bekommen, aber die ist mir tausendmal lieber als das Gehuste und Geschniefe durch meine jetz wieder aufkeimende Allergie.
Außer der Erkältung habe ich noch einige andere Dinge mitgebracht - CDs von Ingrid Olava, zehn neue Kaviartuben, jede Menge Süßigkeiten (hatte mich auf der Fähre vom duty-free-Shoppingwahnsinn der Norweger anstecken lassen), fünf neue Bücher und  Devold-Unterwäsche. Natürlich auch jede Menge wunderschöner Fotos, die ich demnächst mal zu einem schönen Fotobuch mit den jeweiligen Geschichten dazu zusammenstellen werde. Die Bilder findet ihr hier.

Here we go (again)

Nicht einmal mehr 12 Stunden und dann bin ich auf dem Weg in mein geliebtes Norwegen und meinen ersten Winterurlaub überhaupt. Nach einigem hin und her hatten wir uns dann doch für eine organisierte Reise durch ein Reiseunternehmen entschlossen. Es geht nach Nordseter in die Nähe von Lillehammer, und ich hoffe dass ich sowohl meinen Koffer wieder mit Souvenirs und Büchern füllen als auch meine noch neuen Ski ausgiebig benutzten kann. Nach den letzten anstrengenden Wochen auf Arbeit und den endlos erscheinenden Brief-diktier-Sitzungen ist das etwas, was meine Laune wirklich hebt. Vielleicht klappt es dann doch endlich mal mit dem Klapperstorch, der mich bis jetzt ja rigoros ignoriert hat. Ich hoffe ich kann bald alle Fotos und Erlebnisse hier teilen (zumindest erst ab Dienstag dem 9. März, da ich am 8.3. schon wieder Dienst machen muss). Vielleicht steht dann auch schon ein Termin um meinen Geburtstag nachzufeiern ...

Nasse Stippvisite auf dem Harzer Hexen Stieg und ein Geburtstagskind

Was schenkt ma jemandem der einen runden Geburtstag feiert, noch dazu wenn es sich um die bessere Hälfte handelt? Ich war ein bißchen ratlos. Roberts wünsche sind normalerweise recht unbescheiden. Im Geschäft greift er immer zielsicher zum teuersten Stück; und etwas zum Anziehen kaufen ohne ihn einzubeziehen ist keine gute Idee. Selbst wenn wir gezielt nur für ihn einkaufen gehen wollen verlassen wir den Laden meist mit leeren Händen. Also was tun? Das Wertvollste für uns im Moment ist Zeit zusammen (neudeutsch Quality time), da ich durch meine ganzen Dienst doch sehr eingeschränkt bin, also habe ich uns eine schöne Zeit zusammen geschenkt. Nach etlichen "ins Blaue" Recherchen im Internet, angestachelt von einem Artikel aus dem Globetrotter-Magazin zum Wandern im Harz hatte ich dann auch ein hübsches Hotel gefunden. Es verströmte nordisches Flair (genauer gesagt dänisches) und lag in der Nähe von Goslar. Zum Glück wußte ich nicht dass im selben (etwas abseits von Goslar gelegenen) Ortsteil sich noch mehr Hotels befanden und es sich bei der Lokalität um einen furchtbar auf Tourismus ausgelegten Kurort handelte. Das hätte uns ein wirklich schönes Hotelzimmer gekostet ;); und zum Glück hatte ich auch nicht in Altenau, einem Nachbarort, gebucht (aber dazu später). Unsere Abreise stand nciht unbedingt unter einem guten Stern. Ich hatte überhaupt nicht daran gedacht dass just an diesem Wochenende in einigen Bundesländern die Schulferien begonnen hatten, und dementsprechend war die Autobahn proppevoll. Bei Halle standen wir an einer Baustelle dann sechs Kilometer im Stau und krochen eine Stunde lange im schönsten Stopp-and-Go vorwärts, begleitet von eim atemberaubenden Sonnenuntergang. So verschob sich unsere Ankunft im Hotel reichlich nach hinten; und ehe wir den richtigen Abzweig nach Hahnenklee gefunden hatten (danke an Google maps ...) war auch noch einmal eine viertel Stunde vergangen. Zum Glück lag das Hotel Njord gleich am Anfang der Ortschaft und das Menü wartete schon auf uns, so dass wir nach einer kurzen Begehung des Zimmers am Tisch platz nehmen konnten. Das war recht ungewohnt für mich, lagen doch echte Stoffservietten und 3 verschiedene Arten von Besteck auf dem Tisch. Mit unseren Fleecepullis sahen wir doch etwas deplaziert aus, doch das störte uns wenig. Das Menü war eine wahre Gaumenfreuden und inspirierte mich später zu neuen Küchenkreationen. Es gab unter anderem Kürbissuppe, Ente (perfekt auf den Punkt gegart) und zum Abschluß Anistarte mit Zitronensorbet - ein Rezept für solch eine Tarte habe ich bis jetzt vergeblich gesucht, vielleicht kann mir jemand einen Hinweis zukommen lassen wo ich noch schauen kann? Das Bett hinterher lud nicht nur zum Schlafen ein, sondern war einfach herrlich zum Rumlümmeln - wir suchen ja schon lange ein passendes für unser Schlafzimmer, und mit diesem könnten wir uns beide sofort anfreunden.



Am nächsten Morgen lockte das reichhaltige Frühstücksbuffet mit solchen kleinen Delikatessen Croissants und Dänischen Gebäckteilchen oder leckerer Aprikosen-Zitronen- und Kirsch-Ingwer-Marmelade. Nachdem wir von allem probiert hatten sollte es an die Tagesplanung gehen - aber vorher durfte Robert sein Geschenk schon vorzeitig aufmachen. Ich wollte wandern, und dazu brauchte Robert natürlich auch neue Wanderschuhe (denn die altenwaren schon recht ausgetreten und nicht wasserdicht). Leider stellte sich nach einigem hin- und herprobieren heraus, dass ich die Schuhe zu groß bestellt hatte (später ging diese Paar zurück und wir kauften ein neues Paar zwei Nummern kleiner im Laden). Also mußten wohl oder übel die Alten noch einmal herhalten. Nach einigen Problemen mit dem lokalen WLAN gelang es doch noch ins Internet vorzudringen und eine Wanderstrecke zu planen. Es gab zwar gleich hinter dem Hotel einen Rundweg um Hahnenklee, aber wer will schon auf dem "Liebesbankweg" wandern? Das klang eher nach Spaziergang, also wollten wir den zweiten Teil des Harzer Hexenstieges wandern, welcher ca 10 Minuten Fahrzeit mit dem Auto südlich vom Hotel entlangführte. Wir wollten auf einem Parkplatz am Weg parken, bis nach Altenau laufen (ca die Hälfte der Etappe) und dann wieder zurück. Das Wetter sah nicht besonders einladend aus, aber ein bißchen Nieselregen konnte uns nicht abschrecken, ein wenig wasserabweisend waren unserer Sachen ja alle. Frohen Mutes starteten wir dann entlang des "Harzer Wasserregal", den historischen Wasseradern vergangener Bergbau-Zeiten. Leider bekamen wir nicht nur Wasser zu sehen sondern auch alsbald zu fühlen. Von oben strömte bzw träufelte ein konstanter Wasserschauer. Dabei hatten wir alle Arten von Regen: Feine Nieselschauer, feuchte Nebelschwaden von vorn, dicke Tropfen im Schwall oder einzeln ... ein richtiges nasses Potpourri eben.


















 Dieser Dauerberegnung hielten unsere wasserabweisenden Sachen nicht lange stand. Ich war leider noch schneller durchgeweicht als Robert. Die schön-schaurigen Aussichten mit Nebelschwaden und herbstlicher Stimmung konnten nicht über diesen unanagenehmen Zustand hinweghelfen. Das letzte Stück bis nach Altenau war eine einzige Qual; und der Plan mit dem Bus zurückzufahren, welcher inzwischen herangereif war, gestaltete sich ebenfalls schwierig. Als wir erst an der Straße und dem ersten Haltestellenschild angekommen waren, fanden wir schnell heraus dass am Wochenende nur drei- oder viermal einer fuhr, und auch nicht unbedingt eine Strecke die in Richtung des Parkplatzes zurückführte. Also sollte ein Taxi her. Unsere erste Anlaufstelle war die Touristeninformation, die aber geschlossen war - und das an einem Wochenende gegen 15 Uhr! Die angegebene Telefonnummer bei Fragen fürhte zu einer Hotline (wahrscheinlich in Hamburg oder München), wo zuerst eine lange Warteschlage und dann eine ahnungslose Mitarbeiterin bereithiel. Diese wollte uns ein Taxiunternehmen irgendwo eine halbe Stunde weiter entfernt aufschwatzten weil es sonst keins gäbe - die Anfahrt hätte uns wahrscheinlich schon ein Vermögen gekostet ... Frustriert und durchgefroren suchten wir schließlich ein Café auf, wo ich auf die gloreiche Idee kam, nach einem Telefonbuch zu fragen, die Verkäuferin kannte zum Glück auch ein Taxiunternehmen (bzw den Betreiber persönlich), so dass wir kurze Zeit später bei einem heißen Kaffe und einem Stück Kuchen auf unser Shuttle zurück warteten. Der Fahrer war gesprächig und so war die Fahrt sehr kurzweilig. Zurück im Hotel musste wir uns beeilen, denn unser Fußpflegetermin wartete schon - leider hatte die Dame denselben vergessen, so dass Robert später und ich erst am nächsten Tag in den Genuss kommen konnte.

 
Das nordisches Buffet am Abden mit Spanferkel, Garnelen auf Linsen, Erdbeergrütze und anderen lukullischen Genüssen liessen uns das aber schnell vergessen. Eigentlich wollten wir hinterher noch in den hoteleigenen Wellnessraum mit Sauna, aber wir waren nach Stunden mit Schlemmen so voll, dass wir uns lieber mit einem Cocktail auf unser Zimmer zurückzogen um das Bett so richtig auszukosten - enspanungstechnisch natürlich ;)

Am nächsten Morgen (Roberts Geburtstag) wurde gleich ein Stück Kuchen serviert und das Geschenk überreicht - Wanderschuhe, und dazu noch wasserfeste. Die hätte der Robert eigentlich am Vortag gebrauchen können. Leider war die bestellte Größe auch zu groß, ließ sich aber später problemlos zurückschicken bzw umtauschen. Nach einem ausgiebigen Frühstück war schon Zeit zum Aufbruch, die Rückfahrt stand uns bevor. Wir wählten eine Strecke über die Landstraße zurück in Richtung Autobahn, nur leider war die Ausschilderung verbesserungsbedürftig und das Wetter weiter extrem herbstlich. Die Wolken hingen tief und ein feuchter Teppich hing über den Straßen. Der Brocken verhüllte sich in einem dicken Nebelgewand, so dass wir ihn leider nicht in voller Schönheit bewundern konnten. Der herbstliche Farbrausch der Bäume wurde durch den grauen Schleier aber zum Glück nicht seiner Schönheit beraubt.

Zurück auf der Autobahn reihten sich dann Kilometer an Kilometer - die neue A38 war eine triste Angelegenheit. Unser Proviant war aufgebraucht und weit und breit war keine Raststätte in Sicht, das schlug extra auf das Gemüt. Laut unserem Atlas sollte die nächste erst kurz vor der letzten Abfahrt kommen, das war uns wirklich zu lang. Irgendwann ein paar Abfahrten später fand sich eine Tankstelle mit angeschlossenem Burger King - ich wollte eigentlich kein Fast Food, aber wir waren wirklich hungrig ... Wenn das Hotel nicht so weit weg liegen und so umständlich zu erreichen wäre, würde ich schon öfters dort vorbeischauen, denn gefallen hat es (uns beiden), und der Harz ist (mit der richtigen Bekleidung) immer eine Reise wert.

Ausgepowert & angeschmiert

Ich sehne mich wirklich nach meinem Urlaub - die letzten Wochen haben mich wirklich geschlaucht, und manchmal habe ich wirklich nur noch funktioniert. Selbst Andrés Geburtstagseinladung zu Ice Age 3 mit Essen im Vapiano konnten meine Batterien nur für kurze Zeit aufladen - hiermit nochmal ein großes Dankeschön für den schönen Abend und die Marmeladen- und Zucchini-Spende. Diese und die leckere Pasta die es zu essen gab inspirierten mich zu diesem leckeren Gericht, so dass ich wenigstens einmal in diesem Monat die Küche zum kochen aufgesucht habe - es gab doch öfters Fertiges oder wir sind essen gegangen. Mein frei gewünschtes Wochenende wäre fast noch durch einen zusätzlichen Dienst ruiniert worden da ein Kollege ausgefallen war, zum Glück ist ein anderer Kollege eingesprungen, bei dem ich mich auch nochmal bedanken will. So konnte ich doch noch den 60. Geburtstag meiner Mutter feiern und am nächsten Tag dem Görlitzer Tippelmarkt einen Besuch abstatten. Mein Geschenk war vielleicht nicht besonders kreativ, aber da Robert in meinem Urlaub sowieso arbeiten muss und ich nicht allein irgendwohin fahren wollte, habe ich kurzerhand für meine Mutti und mich ein Zimmer in einem netten kleinen Hotel gebucht - wohin es geht habe ich aber noch nicht verraten, ein bißchen Überraschung muß sein. Das klingt vielleicht altmodisch, aber so habe ich mal die Gelegenheit mit meiner Mutter etwas mehr Zeit zu verbringen.



Der Tippelmarkt in Görlitz war insgesamt enttäuschend, und was den Besuch wirklich noch zu einem Erlebnis gemacht hat war der Besuch des Cafés 'Galerie 13'. Der nette Besitzer (und gleichzeitig die Bedienung) war wie immer zum Plaudern aufgelegt und konnte sich sogar noch an unseren letzten Besuch im März erinnern. Er verriet uns dass es wohl recht schwierig sei gute Töpfer auf den Markt einzuladen, weil das Klientel sich in den letzten Jahren Richtung 'rustikaler Stil' entwickelt hat und so die klassichen Sachen nur sehr schwer zu verkaufen sind - und folglich die Töpfer die solche Waren anbieten fernbleiben. Ich muß zugeben dass er damit den Nagel auf den Kopf getroffen hatte, denn ich fand wirklich keine einzige Tasse oder Teller der mir gefallen hätte. Wie immer war ich auf der Suche nach dekorativen (und benutzbaren) Stücken, welche mein Essen auf den Fotos für den Blog noch besser in Szene setzen. Leider bestand das Angebot nur aus kitschigen Stücken mit Zwiebel- oder Punktmuster oder so klobigen Gegenständen, die nur in ein Bauernhaus oder auf eine alte Holztruhe gepasst hätten. So zogen Robert und ich unverrichteter Dinge von Dannen und genossen die Sonne auf den witzigen zweisitzigen Bänken der 'Galerie 13' mit integriertem Tischchen und Blick auf die Neiße - natürlich mit einem Milchkaffe und einem Stück Mohnkuchen nach original schlesischem Rezept - da esse ich sogar die Rosinen mit!



Innerhalb des letzten Monats habe ich ordentlich Überstunden angesammelt, so dass ich eigentlich welche abbummeln sollte und nach dem Dienst am Dienstag (und folglich frei am Mittwoch) den Rest der Woche zu Hause verbringen sollte. Nur leider lagen auch die Entlassungsbriefe der vergangenen drei Wochen auf meinem Schreibtisch, so dass ich heute den freien gegen einen "Bürotag" eintauschen mußte und den ganzen Tag am Schreibtisch mit diktieren verbracht habe. Der Stapel ist gewaltig geschrumpft, ganz zum Entsetzen und Ärger unserer Sekretärin (Sorry Anett!). Jetzt hat sie nämlich 26 Briefe mehr zum schreiben auf ihrem Schreibtisch liegen. Mit einem Durchschnittswert von 16 Minuten pro Brief war ich also gar nicht mal so schlecht, aber ob diese Arbeit meinen grauen Zellen so gut tut wage ich zu bezweifeln. Wenigstens habe ich daraufhin bei "guter Führung" morgen frei bekommen und Robert und ich wollen gerne (egal welches Wetter) das verlängerte Wochenende an der Mecklenburger Seenplatte verbringen. Im Zelt natürlich - was sonst?! Meine Mutti sittet derweil die Schweinchen.

Die Laune wird mir trotzdem etwas versäuert. Heute hat auch die (dritte und) letzte meiner Kolleginnen verkündet dass sie schwanger ist - und deswegen keine Dienste merh machen kann. Um die somit extra noch anfallenden Dienste im August komme ich glücklicherweise herum da ich im Urlaub bin, aber wie die kommenden Monate bei dem hohen Patientendurchlauf werden sollen wage ich mir gar nicht vorzustellen. Besonders ab Dezember und zu Weihnachten und Silvester wird es gruselig werden, da dann alle drei schon entbunden haben/im Mutterschutz sind, so dass drei Leute wegfallen, die wenigstens noch die Stationsarbeit erledigen konnen während die anderen ständig im Dienst rotieren. Deswegen fand keiner die Verkündigung heute mehr so recht lustig was mir für die Kollegin leid tut. Danach wurden gleich Rufe für einen Keuschheitsgürtel für mich laut. Das finde ich wiederum nicht witzig - mich hat ja auch keiner nach meiner Familienplanung gefragt - vielleicht will ich ja auch ein Kind, schließlich habe bin ich auch lange genug gewartet. Rein rechnerisch (wenn man bedenkt wie lange jeder dabei ist) hätte ich die nächste sein können. Es war vielleicht dumm von mir zu warten und Rücksicht auf meine Kollegen zu nehmen und nicht schwanger zu werden, jetzt habe ich nämlich den Salat ... und die dummen Witze noch mit dazu ...

Sächsiche Schweiz 24.5.2009 - Vom Lichtenhainer Wasserfall durch die Affensteine nach Schmilka

Modifizerte Tour 12 - Vom Lichtenhainer Wasserfall (zum Neuen Wildenstein und Frienstein) über die Affensteine nach Schmilka


Einen detailierten Tourenplan gibt es hier


Diesmal sollte es ein bißchen komplizierter werden. Nicht nur die Anreise, sondern auch die Wanderung - ich wollte einmal wieder die Spannung vom Sarttiegenklettern spüren und meine (bereits schwindende) Höhenangst herausfordern. Das erste Mal sollte es einen unterschiedlichen Start- und Zielpunkt geben; und auch der zweite Teil der Strecke war nicht konkret festgelegt.


Startpunkt unserer Wanderung war der Lichtenhainer Wasserfall, zu erreichen per Kirschnitztalbahn (einer alten Straßenbahn) eine halbe Stunde Fahrt von Bad Schandau entfernt. Mit der VVO-Tageskarte gab es sogar Rabatt auf die Fahrkarte. Natürlich war damit der erst ein später Start möglich - wir begannen erst um zwölf unsere Wanderung, nachdem wir kurz den touristenüberlaufenen Lichtenhainer Waserfall scheel beäugt hatten - von einem Fall konnte ja keine Rede sein, eher von einem 'Fällchen'. Und die halbstündliche "Flutung" zu einem sehr kitschigen "Conquest of Paradise" wirkte geradezu makaber, genauso wie die versammelten Menschenmassen der zahlreichen umliegenden Wirtschaften.


Schnell weg aus der kommerziellen Zone Richtung Kuhstall. Den Berg hinauf kamen wir erst einmal tüchtig ins schwitzen - um dann am Kuhstall feststellen zu müssen, dass dort schon die nächste Wirtschaft (auf den eher übergewichtigen Einmal-im-Jahr-Wanderer) wartete. Die Himmelsstiege führte uns auf den Neuen Wildenstein hinauf und alsbald wieder hinunter, und wir machten noch einen Abstecher zum Schneiderloch, wo do einiges Klettergeschick und Gelenkigkeit gefragt war - wie z.B. alte Übungen aus dem Sportunterricht wie Vierfüßlergang ... Das Gute an der Gastwirtschaft war nur die Möglichkeit eine Toilette aufzusuchen, ich will nicht (und hasse es eigentlich) in einem Naturschutzgebiet in die Büsche zu kriechen - mir stoßen schon die überall am Wegesrand herumliegenden Papiertaschentücher auf. Einigen Damen mit teuren Wanderklamöttchen (zum Beispiel die Mittlerweile auf Mainstream getrimmte Marke mit der Tatze) schien das Örtchen jedoch nicht fein genug, und das obwohl es sauber war. Na gut, das ganze Etablissement verströmte noch den Charme des vergangenen Sozialismus (auch auf der Speisekarte), aber war doch eine "Oase in der Wildnis" über die man sich freuen sollte wenn man darauf beim Wandern nicht verzichten kann.


Wir zogen es vor eine Schnitte am Aussichtspunkt zu verspeisen und dann ins Wildensteiner Waldtal abzusteigen, um dann auf dem Fremdenweg gemütlich durch den Wald zum Frienstein zu wandern. An dieser Stelle ein kleiner Komentar um die folgende Anekdote zu verstehen: Für Radfahrer gibt es speziell markierte Routen, die auf den Hauptwegen entlanglaufen und auch mit dem Rad zu bewältigen sind - so sollte man selbst ohne Karte nicht in die Verlegenheit kommen den falschen Weg einzuschlagen. Das hatte das Gothic-Pärchen, welches seine Mountainbikes vor uns den Weg hochschob wohl vollends ignoriert . Am Fuß der Treppenanlage schimpfte Sie ärgerlich, weil sie umdrehen mußten, und er antwortete in einem schweizerisch klingenden Dialekt:" Des koanst halt net wissen oab dor Weg weitergeht oader net!" Amüsierter Blickaustausch zwischen Robert und mir - wir dachten beide dasselbe - wer lesen kann ist klar im Vorteil ... Der Weg die Treppenanlage hinauf war nicht ohne, und wir mussten beschämenderweise Pause machen, weil wir wirklcih aus dem letzten Loch pfiffen. Einer der vielen Wanderer die ebenfalls verteilt auf den Absätzen rasteten konnte sich eine spöttische Bermerkungen zu Roberts geöffneten Lüftungsschlitzen an den Hosen nicht verkneifen, was aber nicht nur seine Reisegruppe sondern auch uns amüsierte - es war bei der Wärme nämlich wirklich notwendig überall Luft ranzulassen ...


Oben angekommen und immer noch ziemlich kurzatmig ging der Weg weiter auf der oberen Affensteinpromenade. Der Ausblick war trotz dichten Baumbewuchses wirklich großartig, und wir ließen uns Zeit alles richtig auf uns wirken zu lassen - einige Mitwanderer benutzen diesen großartigen Panorama-Weg allerdings als Trimm-dich Strecke und überholten in einem Affenzahn (ups, kleines Wortspiel ...). Rings um die Idagrotte klebten die Kletterer an den Felsen, es schien also nicht nur für Wanderer ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Trotz relativem Begängnis gelangen Robert sehr schöne (einsam wirkende) Fotos mit mir, das eine schaffte es sogar mein neues Hintergrundbild zu werden. Nach einer kurzen Rast wanderten wir dann an den Affensteinen entlang wieder hinunter in Richtung Blossstock, von wo aus die originale Tour dann zurück über den Beuthenfall zum Lichtenhainer Wasserfall gehen sollte. Ich hatte mir aber schon vorher vorgenommen, noch eine Stiege zu gehen - dumm nur dass ich mich dann doch nicht traute dem grünen Bergpfadpfeil an der Feldwand zu folgen, um zur Häntzschelsteige zu gelangen. Stattdessen liefen wir am Fuß auf der unteren Affensteinpromenade weiter (selbst die 1:10 000-Karte meines Vaters war an dieser Stelle nicht genau zu entschlüssel. Ich frage micht ob es überhaupt Karten gibt wo alle Stiegen und auch unmarkierte Pfade übersichtlich eingezeichnet sind.). Robert jammerte mittlerweile über sein Knie was ihm Schmerzen bereitete, aber ich wollte trotzdem nicht auf ein wenig Kletterherausforderung verzichten. Wir fanden dann doch noch den Einstieg zur "Wilden Hölle", der mit 'schwierig' gekennzeichnet war. Bis auf ein paar hohe Steinstufen im Fels und einige Metalltritte war der Weg aber unspektakulär, und ich ein bißchen enttäuscht. Auf dem Weg passierten wir dann den Carolafelsen (siehe erste Tour) welchen wir natürlich wieder erstiegen und für eine ausgiebige Pause nutzten - für mich mit Bionade und für Robert mit einem Bier, beides eisgekühlt den ganzen Tag im Rucksack in der Kühltasche umhergetragen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch war es dank der späten Nachmittasgsstunde fast menschenleer.


Weiter in Richtung Schmilka führte der Weg dann über die 'Heilige Stiege', eine Treppenanlage durch eine eindrucksvolle Schlucht, aufgrund der fehlenden Sonne konnte ich leider keine vernünftigen Fotos mehr machen. Warum aber 'heilig'? Weil so viele Stufen wie Heilige?! ... Glücklicherweise erreichten wir Schmilka rechtzeitig um noch im Zeitplan mit der Fähre übersetzen zu können. Der Sprint zum Zug blieb uns glücklicherweise erspart da der Fährmann diesmal ein etwas besseres Timing bewies.

So schön ist Deutschland

Der ICE windet sich durch grüne Täler, die von der letzten Abend sonne gekitzelt werden. Auf dem Weg zurück von München nach Leipzig, Separées, Steckdosen, Handyempfang, Bedienung am Platz. Die letzten 36 Stunden ein schwammiges Durcheinander im Kopf. Weiches breites Hotelbett mit Balkon am Englischen Garten, Hilton-Embleme auf Schreibblöcken und Schuhanziehern, Unmengen weicher weißer Handtücher und dicker samtiger Teppich, der jeden Schritt verschluckt. Mehrmalige Völlerei mit italienischen Antipasti, frischen Salaten und frischen Fischgerichten. Zweimal eine Fahrt vorbei an imposanter Architektur von und zum Bahnhof, der eher wirkt wie eine schmutzige Industriehalle aus den Siebzigern. Graue Regenschleier und lange Stunden in einem riesigen Ballsaal mit blumenartigen Deckenleuchten und schummriger blauer Beleuchtung. Expertengespräche und -austausch im Nirgendwo. So müssen sich Künstler auf Tour fühlen. Städte und Gesichter, schön und abweisend anonym zugleich. Das war mein Fortbildingswochenende in Müchen - nächstes Mal mit mehr Zeit, Ruhe und Begeleitung, damit ich nciht irgendwo ins Nirgendwo reise, ohne Gefühl für Zeit und Raum in unserem wunderschönen Land, von dem noch viele schöne Fleckchen entdeckt werden wollen.


Maiausflug - Sächsische Schweiz 1.5.2009: Rund um Krippen

Dieses Mal: Tour 22: Krippen - (Liethenmühle) - Kohlbornstein - Kleingießhübel - Großer Zschirnstein - Wolfsberg - Reinhardtsdorf - Krippen (Strecke: 20 km, Gehzeit 6 h)


Am ersten Mai sollte es natürlich unseren traditionellen Maiausflug geben, und mit dieser Idee waren wir selbstverständlich nicht allein. Schon der Zug von Riesa nach Coswig war proppevoll, und selbst in Coswig war die S-Bahn gut gefüllt - von den Verhältnissen in Dresden Hauptbahnhof ganz zu schweigen ... der Zug fuhr fünf Minuten später los weil sich die Leute nicht schneller einsortieren konnten. In Krippen verleißen wir fluchtartig den Zug und starteten unsere Tour. Der Weg führte erst durch den Ort und dann durch den Wald bergan. Am ersten Abzweig gingen wir gleich in die falsche Richtung und landeten an der Liethenmühle, so dass wir den Kilometer zurücklaufen mußten. Die weitere Wegbeschreibung war alles andere als präzise, und so war es wohl eine ordentlich Portion Glück die uns den Gipfel des Kohlbornsteines finden ließ. Der Ausblick war fantastisch, nur leider wieder sehr diesig.



Vom Kohlbornstein aus war der Weg ausgeschildert, so dass ich den vermaledeiten Wanderführer erst einmal wegsteckte. An den Lasensteinen entlang führte er Richtung Kleingießhübel. Nicht gerade spektakulär, aber angenehm für die Füße und Augen. Der grüne Waldweg mit knorrigen Wurzeln und Moos hatte schon etwas märchenhaftes und war insgesamt gesehen doch das Reizvollste der ganzen Strecke. Die Kühle des Schattens und die Ruhe (es begegneten uns nur ein paar Wanderer) waren eine wahre Wohltat. In Kleingießhübel angekommen mußten wir wieder der Asphaltstraße folgen - durch ein pitoreskes Dörfchen welches noch den Schein einer Unschuldigkeit und Natürlichkeit ausstrahlte, weit weg von Konsum und Kommerz. Auf dem folgenden Anstieg zum Zschirnstein japste ich mal wieder nach Luft, und wir quälten uns gemeinsam den Berg nach oben, bis uns die Schweißtropfen zum wiederholten Male an diesem Tag von der Stirn tropften. Oben angekommen gönnten wir uns unser Mittagessen und das in einer Thermostasche eisgekühlte Lübzer Lemon. Ich weiß, es ist dämlich zwei schwere Bierflaschen in einer Isoliertasche mitsamt Eis-Akkus fünfzehn Kilometer durch die Gegend zu tragen, aber der Geschmack eines kalten Getränkes nach einer Durststrecke ist einfach unbezahlbar. Der Bohnen-Tomaten-Kassler-Eintopf aus den Thermoskannen war recht scharf geraten und genau das richtige für unseren Bärenhunger, nur waren die Bohnen noch mehr als bißfest. Vielleicht hätte ich sie doch länger einweichen sollen - tja, an meiner Planung muss ich dringend arbeiten ... Meine Laune verbesserte sich nicht gerade als sich auf den frisch angezogenen hellen Hosen zu den am Morgen entstandenen Blutflecken noch Tomatenflecken gesellten. Robert stöhnte über sein schmerzendes Knie, und wir wollten gerne wieder nach Hause.


So quälten wir uns den Berg nach unten und durch den Wald , um am Wolfsberg dann Richtung Reinhardtsdorf zu marschieren. Die Rapsfelder glühten gelb in der Nachmittagshitze. Nach einem gemütlichen Bergab mußten wir wieder hinaufsteigen, um auf dem "Caspar-David-Friedrich-Weg" zurück Richtung Krippen zu laufen. Dieser Strecknabschnitt war noch einmal schön und "wildromantisch", aber durch stetes Auf und Ab weniger entspannend. Die letzten Stufen nach Krippen hinunter schlichen wir jammernd hinunter. Im Ort angekommen stellten wir erschrocken fest, dass gerade die Zeit war, in der die S-Bahn abfahren sollte, und der Bahnhof lag etwas außerhalb ... Nach einem verzweifeltem Sprint-versuch und der Suche nach der Unterführung in Panik erreichten wir den Bahnsteig gerade als die Bahn einfuhr. Warum muss bei uns alles immer in der letzten Sekunde passieren?!


Hinterher war noch etwas Kraft übrig um mit André auf dem Neumarkt im Eiscafé einen großen Becher Joghurteis zu genießen. Dabei zeigte er was er so kann - nämlich einen Joghurt-Spezial in weniger als fünf Minuten zu verspachteln - und zog so die Blicke der vorbeiflanierenden Passanten auf sich. Wer immer ihn beim Wettessen schlagen will, muss vorher kräftig üben ;) Beim Dienst am nächsten Tag wußte ich wenigstens, warum mir alles weh tat ...