Dieses Mal: Tour 22: Krippen - (Liethenmühle) - Kohlbornstein - Kleingießhübel - Großer Zschirnstein - Wolfsberg - Reinhardtsdorf - Krippen (Strecke: 20 km, Gehzeit 6 h)
Am ersten Mai sollte es natürlich unseren traditionellen Maiausflug geben, und mit dieser Idee waren wir selbstverständlich nicht allein. Schon der Zug von Riesa nach Coswig war proppevoll, und selbst in Coswig war die S-Bahn gut gefüllt - von den Verhältnissen in Dresden Hauptbahnhof ganz zu schweigen ... der Zug fuhr fünf Minuten später los weil sich die Leute nicht schneller einsortieren konnten. In Krippen verleißen wir fluchtartig den Zug und starteten unsere Tour. Der Weg führte erst durch den Ort und dann durch den Wald bergan. Am ersten Abzweig gingen wir gleich in die falsche Richtung und landeten an der Liethenmühle, so dass wir den Kilometer zurücklaufen mußten. Die weitere Wegbeschreibung war alles andere als präzise, und so war es wohl eine ordentlich Portion Glück die uns den Gipfel des Kohlbornsteines finden ließ. Der Ausblick war fantastisch, nur leider wieder sehr diesig.
Vom Kohlbornstein aus war der Weg ausgeschildert, so dass ich den vermaledeiten Wanderführer erst einmal wegsteckte. An den Lasensteinen entlang führte er Richtung Kleingießhübel. Nicht gerade spektakulär, aber angenehm für die Füße und Augen. Der grüne Waldweg mit knorrigen Wurzeln und Moos hatte schon etwas märchenhaftes und war insgesamt gesehen doch das Reizvollste der ganzen Strecke. Die Kühle des Schattens und die Ruhe (es begegneten uns nur ein paar Wanderer) waren eine wahre Wohltat. In Kleingießhübel angekommen mußten wir wieder der Asphaltstraße folgen - durch ein pitoreskes Dörfchen welches noch den Schein einer Unschuldigkeit und Natürlichkeit ausstrahlte, weit weg von Konsum und Kommerz. Auf dem folgenden Anstieg zum Zschirnstein japste ich mal wieder nach Luft, und wir quälten uns gemeinsam den Berg nach oben, bis uns die Schweißtropfen zum wiederholten Male an diesem Tag von der Stirn tropften. Oben angekommen gönnten wir uns unser Mittagessen und das in einer Thermostasche eisgekühlte Lübzer Lemon. Ich weiß, es ist dämlich zwei schwere Bierflaschen in einer Isoliertasche mitsamt Eis-Akkus fünfzehn Kilometer durch die Gegend zu tragen, aber der Geschmack eines kalten Getränkes nach einer Durststrecke ist einfach unbezahlbar. Der Bohnen-Tomaten-Kassler-Eintopf aus den Thermoskannen war recht scharf geraten und genau das richtige für unseren Bärenhunger, nur waren die Bohnen noch mehr als bißfest. Vielleicht hätte ich sie doch länger einweichen sollen - tja, an meiner Planung muss ich dringend arbeiten ... Meine Laune verbesserte sich nicht gerade als sich auf den frisch angezogenen hellen Hosen zu den am Morgen entstandenen Blutflecken noch Tomatenflecken gesellten. Robert stöhnte über sein schmerzendes Knie, und wir wollten gerne wieder nach Hause.
So quälten wir uns den Berg nach unten und durch den Wald , um am Wolfsberg dann Richtung Reinhardtsdorf zu marschieren. Die Rapsfelder glühten gelb in der Nachmittagshitze. Nach einem gemütlichen Bergab mußten wir wieder hinaufsteigen, um auf dem "Caspar-David-Friedrich-Weg" zurück Richtung Krippen zu laufen. Dieser Strecknabschnitt war noch einmal schön und "wildromantisch", aber durch stetes Auf und Ab weniger entspannend. Die letzten Stufen nach Krippen hinunter schlichen wir jammernd hinunter. Im Ort angekommen stellten wir erschrocken fest, dass gerade die Zeit war, in der die S-Bahn abfahren sollte, und der Bahnhof lag etwas außerhalb ... Nach einem verzweifeltem Sprint-versuch und der Suche nach der Unterführung in Panik erreichten wir den Bahnsteig gerade als die Bahn einfuhr. Warum muss bei uns alles immer in der letzten Sekunde passieren?!
Hinterher war noch etwas Kraft übrig um mit André auf dem Neumarkt im Eiscafé einen großen Becher Joghurteis zu genießen. Dabei zeigte er was er so kann - nämlich einen Joghurt-Spezial in weniger als fünf Minuten zu verspachteln - und zog so die Blicke der vorbeiflanierenden Passanten auf sich. Wer immer ihn beim Wettessen schlagen will, muss vorher kräftig üben ;) Beim Dienst am nächsten Tag wußte ich wenigstens, warum mir alles weh tat ...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen