So schön ist Deutschland

Der ICE windet sich durch grüne Täler, die von der letzten Abend sonne gekitzelt werden. Auf dem Weg zurück von München nach Leipzig, Separées, Steckdosen, Handyempfang, Bedienung am Platz. Die letzten 36 Stunden ein schwammiges Durcheinander im Kopf. Weiches breites Hotelbett mit Balkon am Englischen Garten, Hilton-Embleme auf Schreibblöcken und Schuhanziehern, Unmengen weicher weißer Handtücher und dicker samtiger Teppich, der jeden Schritt verschluckt. Mehrmalige Völlerei mit italienischen Antipasti, frischen Salaten und frischen Fischgerichten. Zweimal eine Fahrt vorbei an imposanter Architektur von und zum Bahnhof, der eher wirkt wie eine schmutzige Industriehalle aus den Siebzigern. Graue Regenschleier und lange Stunden in einem riesigen Ballsaal mit blumenartigen Deckenleuchten und schummriger blauer Beleuchtung. Expertengespräche und -austausch im Nirgendwo. So müssen sich Künstler auf Tour fühlen. Städte und Gesichter, schön und abweisend anonym zugleich. Das war mein Fortbildingswochenende in Müchen - nächstes Mal mit mehr Zeit, Ruhe und Begeleitung, damit ich nciht irgendwo ins Nirgendwo reise, ohne Gefühl für Zeit und Raum in unserem wunderschönen Land, von dem noch viele schöne Fleckchen entdeckt werden wollen.


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