Ich glaub' es geht - oder auch nicht ...

Langsam komme ich mir vor wie der Drei-Sterne-Koch den man in die Ferienlagerkantine strafversetzt hat. Ich hätte nicht gedacht dass sich meine Gedanken mal so um das Essen kochen drehen würden, aber sie tun es. Seit über zwei Monaten koche ich immer wieder dieselben Sachen, was heißt irgendeine wöchentliche Variation aus vielleicht 15 Gerichten; als Gewürze verwende ich fast nur Salz und Pfeffer, und wenn ich Salat machen muß, dann immer nur ein und denselben, mit Ananas, Mais, Gurke, Tomaten und Eisbergsalat ... Ich habe Befürchtungen meine so sorgsam gezüchteten Fertigkeiten und mein Geschmackssinn verwelken langsam, so ohne Input ... Gestern bekam ich meine gute Laune von einem Einkauf - nicht weil ich Süßigkeiten und solche Sachen erstanden hatte, sondern durch das kleine Gespräch am Rande mit dem Kassierer. Langsam scheint der Sprachkurs zu wirken - ich weiß zwar nicht wie der das tut, aber das ist eigentlich auch egal. Der Kurs ist ja auch für meine unmittelbaren sozialen Kontakte wichtig - damit ich am Wochenende mal was anderes erlebe und mal den Kopf frei bekomme ...
Zur Zeit bin ich wieder frustriert, einfach wegen der Eß-Geschichte und weil es nicht so mit den Kindern klappt, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich bekomme immer mehr das Gefühl ich werde nie mehr als Chauffeur und Brote-Schmierer sein, dem man seine kindliche Undankbarkeit gerne frühmorgens mit verzogenem Gesicht präsentiert wenn ich den Raum betrete oder eingeschnappt kundtut wenn man mal wieder was nicht darf, was man sich in den Kopf gesetzt hatte (und was man bei den Eltern garantiert nicht genehmigt bekommt). Die Kinder sind nur noch nicht unhöflicher, weil sie sich ja an das halten müssen was die Eltern gesagt haben was mich betrifft, nich weil sie es aus freien Stücken so wollen. Ich gebe mir wirklich Mühe, aber das macht mich immer häufiger wirklich wütend. Nur die Kleinste scheint mich alngsam zu akzeptieren; und das ist manchmal auch ein kleiner Lichtblick. Zur Zeit kann ich das allea nur als nebeneinander-leben bezeichnen, ein reines Arbeitsverhältnis halt. Da ändert auch die Einladung das Wochenende mit bei den Großeltern zu verbringen nichts daran - irgendwie werde ich da auch wieder das fünfte Rad am Wagen sein ...

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