So, es gibt wieder einiges zu berichten, aber ehrlich gesagt hatte ich schon die letzten Tage recht wenig Lust zu schreiben, ganz einfach weil ich es auch auf Arbeit tun muß und lieber abends stumpfsinnig auf meinem Bett vor mich hin vegetiere ... Nun ja, jetzt habe ich mich mal überwunden, den Fernseher ignoriert und ein bißchen Anlauf genommen.
Von meinen Arbeitswochen gibt es nicht viel zu berichten, außer dass es ganz anders ist als Student zu sein und ich oft stehe wie die Kuh vorm Scheunentor, aber das werden wohl alle Jungmediziner bestätigen können. Außerdem gibt es viel weniger "knackige" Diagnosen als erhofft, so dass das größte Problem immer darin besteht einen plausiblen Grund für den meist längeren Aufenthalt zu finden und das ganze noch mit einer zufriedenstellenden Codierung zu versehen. Da bleibt wenig Zeit für die Patienten selber, die von einem ausführlichen Gespräch wohl mehr profitieren würden als von einer kleinen weißen Pille mehr. Diese Problem ist aber hinlänglich bekannt, ich bin bloß einer mehr der darüber jammert im Chor der Klagenden ;)
Das allererste Wochenende im April war ich wieder in Radebeul unterwegs, der allerbeste Fotograf von allen hatte zum Angrillen geladen, und da konnte ich auf keinen Fall nein sagen! Unser Programm davor war eng gesteckt wie immer: Brunch bei ESPRIT (und ich war eingeladen :)), Spezialeinkäufe tätigen, z.B. schnell für mich beim italienischen Großhandel vorbei um eine Nudelmaschine (richtig gehört!) zu kaufen, dann ohne Verschnaufpause von Radebeul zurück nach Dresden mit dem Fahrrad (ich hatte das der Nachbarin geborgt bekommen). Dort noch ein paar Besorgungen erledigen - zum Abschluß ein Eis am Neumarkt. Da habe ich mich dann mit dem Kellner angelegt, weil das Vanilleeis (wie immer, nur schlimmer) nach Zitronenaroma schmeckte. Der Gute fühlte sich in seiner italienischen Eismann-Ehre gekränkt und ignorierte mich danach völlig. Auf dem Rückweg haben wir noch im wunderschönen Alt-Kötschenbroda Halt gemacht um im Schokoladen-Laden einzukaufen und im daneben gelegenen Café eine Löffelschokolade zu genießen. Das Essen am Abend war im Gegensatz dazu Extraklasse wie immer, ich bekam ein kuscheliges Nachtlager und frisch gebackene Sauerteigbrötchen am nächsten Morgen, und als Krönung ging es danach auf den Bauernmarkt. Da habe ich dann wieder zugeschlagen - Büffel-Mozarella, Ziegenkäse, geräucherten Büffelkäse, Lammleberwurst und Bio-Quark - ein halbes Feinkostsortiment halt.
Das Wochenende darauf gab es ein herzliches Wiedersehen mit Ulli und Franzi, meinen Greifswalder Mitkommilitonen. Zuerst hatten wir einen ausgiebigen Brunch, danach pilgerten wir durch die Neustadt und zum Schluß gab es ein lecker Essen beim Marokkaner - im Le petit Maroc. Eigentlich mag ich ja keinen Couscous, aber wie ich festgestellt habe nur weil ich ihn nie richtig zubereitet habe... Nach dem Essen nahmen wir die Straßenbahn zur Wohnung von Franzi und Thomas, die mir und Ulli einen kuscheligen Übernachtungsplatz angeboten hatten. Uns fielen nach einem Glas Rotwein schon bald die Augen zu, so kaputt waren wir. Nach einem aufgiebigen und gemütlichen Frühstück am nächsten Morgen besuchten wir den Zoo. Das Wetter war perfekt! Die Zeit verging wie im Flug, und schnell war es auch wieder Zeit zum Aufbruch: Ulli mußte zurück in Richtung Hessen und ich - war noch verabredet. Eine Schulfreundin von mir sang die Rolle der Musetta in "La Boheme"; und André hatte schon vor langer Zeit Karten besorgt weil wir uns das nicht entgehen lassen wollten. Nach der Aufführung waren wir dann nochmal essen - lecker indisch im Scheunecafé. Patrick, der auch mit von der Partie war, hatte mir auch noch einen 5l-Kanister Kaiser-Wilhelm-Apfelsaft mitgebracht (von der Sorte die ich auf der Culinaria probiert hatte).
Dann folgte ein kleiner Höhepunkt: Robert kam zu Besuch! Natürlich wollten wir etwas Schönes zusammen unternehmen; und so fuhren wir nach Leipzig in den Zoo - endlich das live sehen, was wir im Fernsehen immer gerne schauen. Von Grappa dem intelligenten Kraken, Kois zum Streicheln, der neuen Baby-Giraffe bis zu meinen Lieblingen, den Hyänen, alle wurde beguckt. Leider war das Wetter schlecht - und bei der Kälte hatten die meisten Tiere keine Lust nach draußen zu kommen. Auch Horst ließ sich nicht blicken. Alle Fotos dazu findet ihr hier. Trotzdem war es sehr schön; und anschließend bummelten wir noch in der Stadt - in einem sehr gut sortierten Küchenwarenladen erstand ich eine superscharfe Küchenreibe (für Zitronen, Ingwer und Hartkäse). Wenn ich mich ein bißchen schneller entschieden hätte, hätten wir den Zug noch geschafft, aber so kamen wir ein paar Minuten zu spät, dass wir die Stunde Wartezeit im Eiscafé überbrücken mußten - das Eis war sehr gut, und das erste Mal gab es ein Vanilleeis was lecker und unaufdringlich nach Vanille schmeckte - zu empfehlen ;). Abends waren wir so fertig, dass wir kaum noch krauchen konnten - wir waren dann aber trotzdem noch beim Inder essen. Am Sonntag mußte Robert leider wieder weg :(.
Letztes Wochenende dann Weiterbildung: Ich alleine im Auto unterwegs, ohne den Weg schon einmal gefahren zu sein - und prompt fiel ich auf eine Umleitung rein. Irgendwann fand ich mich dann auf einer schmalen kurvigen Landstraße wieder die mitten durch den Wald zog. Nach Wermsdorf fand ich mich dann, aber bis ich die richtige Straße zum Gasthof gefunden hatte ... na ja, ich war eine halbe Stunde zu spät ... Und als ich danach wieder losfahren wollte, sprang das Auto nicht an. Nach endlosen Versuchen dann doch ein Erfolg, aber vor lauter Angst dass es erneut stehen bleiben könnte, machte ich keinen Abstecher zum Einkaufen mehr.
Sooo; und heute freue ich mich darauf morgen mal so richtig ausschlafen zu können!
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