Seele baumeln lassen ... an der Mecklenburger Seenplatte

Über Pfingsten hatten Robert und ich endlich die Gelegenheit, wieder einmal mehr als zwei Tage am Stück miteinander zu verbringen (nämlich ganze 4 Stück). Eigentlich war zuerst ein Kurzurlaub in Salzburg geplatn, der dann aber leider aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden konnte. Also musste eine schnelle (und gute) Ersatzlösung her. In Feldberg hatte ich im Sommer 2009 schon einmal mit meiner Mutti Urlaub gemacht und mir gewünscht, dieses herrrliche Naturerlebnis mit Robert zu teilen. In unserer 'alten' Unterkunft im 'Alten Zollhaus' war zum Glück noch ein Zimmer frei, also wurde schnell gebucht.
Dieses Mal waren wir im Haupthaus mit einem kleinen aber feinen Maisonettzimmer untergebracht. An das sehr gute und reichliche Frühstücksbuffet konnte ich mich noch gut erinnern; und auch an die schöne Terasse direkt am See, auf der man dazu sitzen konnte. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, und bei dem sonnigen Wetter konnten wir jeden Morgen draußen sitzen.
GEschlemmt wurde auch weiter - am ersten Abend im 'Abendsegler', einer Bar mit ebenso schönem Seeblick, romatischem Garten und leckeren Flammkuchen auf der Speisekarte. Der Caipirinha war zwar eher eine etwas andere Interpretation des Originals aber genauso berauschend.
oben re: Frühstück auf der Seeterasse, andere Bilder: Abendsegler
Am Samstag liehen wir uns dann an der Luzinfähre ein Kanu aus. Eigentlich ein 2er Kanu, aber in Wirklichkeit ein 3er bei dem die mittlere Sitzbank fehlte. Diese Schlachtschiff zu manövrieren und überhaupt in Fahrt zu bringen, war nicht unbedingt einfach, besonders an den engen Stellen zwischen Schmalem Luzin und dem Carwitzer See (auf dem Rückweg wurde dann auch nicht unter der Brücke getreidelt, sondern brav umgetragen). 

 Für eine Badepause am Bohnenwerder (s. oben) in der Nähe des Fallada-Museums in Carwitz war auch noch Zeit, nur dass ich mir dank der scharfen Steine einige unschöne Schnittwunden an den Füßen holte (die fivefingers hatte ich dummerweise zum Trocknen ausgezogen). Auf dem Rückweg schmerzten beide Oberarme mächtig, aber so ein Tag auf dem Wasser ist schon entspannend - nur die Sonne brannte mächtig, so dass ich mir mein (eigentlich nicht vorhandenes und deswegen vergessen es einzucremen) Dekolltee etwas verbrannte. Zu Abend wurde im Tenzo gespeist, eine etwas preisintensivere aber vorzügliche Küche. Mit dem kleinen Sahnekaramell das mit der Rechnung kam, war es sogar ein fünf-Gänge-Menü.
Am Sonntag waren wir fast die gleiche Strecke (nur zu Fuß) unterwegs. Am Schmalen Luzin entlang liefen wir nach Carwitz, wo wir eine kleine Pause im Café Sommerliebe (s. oben), wo alles wirklich hand- und mit viel Liebe gemacht ist. Beim Schlemmen entstand auch ein schönes (und von mir liebevoll gemachtes) Portrait vom Robert.


Anschließend hieß es entspannen an der Badestelle am Bohnenwerder, wo mächtig Betrieb herrschte. Nach der Verschnaufpause ging es weiter nach Hullerbusch, wo ich im Schäferladen eine Schafsalami, Getöpfertes und für jeden eine Eiskugel zur Erfrischung erstand. Durch den Wald führte der Weg weiter nach Wittenhagen - ich konnte mich nur an eine Schlaglochpiste erinnern, aber mittlereweile wurde diese zu einem gepflasterten Rad- und Gehweg umgebaut, der für Autos gesperrt ist. 

Mir gelangen noch einige schöne Schnappschüsse, bevor wir in den Gutsladen von Gut Conow in Wittenhagen einfielen und Conower Jerky erstanden. Das war ganz lecker, und so ausgehungert wie wir waren, hielt die erste Tüte nicht lange stand. Gerne wären wir auch noch in die angeschlossene Gaststätte "Zum Wildschwein" eingekehrt (wo es Tomatensuppe im Brot und anderere Köstlichekeiten vom Wildschwein gab), aber dafür hatte ich etwas zuviel im Schäferladen ausgegeben. Dafür ließen wir den Abend dann auf der Seeterasse im Hotel ausklingen, konnten eine Bowle genießen und mussten anschließend nur noch auf die Couch bzw ins Bett fallen. Ein rundum gelungenes (verlängertes) Wochenende!

Färberein

Ich hatte ja schon oft erwähnt dass mein Tag mindestens 48 Stunden haben müsste, vor allen Dingen da ich mehr Hobbys habe als sich ein normal arbeitender Mensch leisten kann. Deswegen sieht es in unserer Wohnung meistens etwas chaotisch aus; und es kommen immer mehr Utensilien hinzu, die dann in Boxen bis unter die Decke gestapelt werden. Mittlerweile läßt sich unserer Abstellkammer nur noch mit Mühe schließen, denn die komplette Langlaufausrüstung für zwei und meine Skikes nehmen das letzte bißchen Platz ein. Von meinem sich ständig vergrößerndem Wollvorrat im Schlafzimmer wollen wir erst gar nicht reden (Wer kauft das ganze Zeug eigentlich ?!?) ... Leider habe ich ein neues Hobby entdeckt, was dieses Problem nur noch vergrößert: Das Wolle färben. Der Platz im Flurregal, den ich durch das Ausräumen (und Verschenken) meiner Nassfilz-Utensilien (hauptsächlich Kammzüge) geschaffen habe, wird inzwischen schon wieder von einer Samla-Box (praktisch diese Teile) mit Färbeutensilien bevölkert. Da kann ich schon froh sein, dass mich nicht noch (wie einige Andere in meiner Stricktruppe) das Spinn-Virus befallen hat. So ein Spinnrad kann man nämlich nicht in ein Regal räumen. 


 So habe ich mich nach den anfänglichen Versuchen mit Sockenwolle und dem etwas verunglückten Färbeversuch für einen Cowl beschlossen, etwas 'professioneller' heran zu gehen. So wurde beim Wollschaf wieder Farbe und Wolle bestellt und Literatur gewälzt - zum einen ein englisches Buch (was ich demnächst gerne auf meiner Bücherseite besprechen will) und ein deutsches Buch, welches mir meine Lieblingsfärberin Romy von Socknrolla zur Verfügung gestellt hat (ich versuche es auch demnächst wieder brav zurückzuschicken ...). Das deutsche Buch hat den Vorteil, dass für die Ashford Farben, die ich auch benutze, Mischrezepte und Anleitungen für die richtige Anwendung bei den verschiedenen Techniken angegeben sind (so dass die Ergebnisse auch reproduzierbar sind). Also habe ich fleißig die einzelnen Farben angemischt, zusammengemischt, und die 'Rezepte' mit ml-Zahl der Farbe festgehalten. Ich hatte sogar Zeit und Muße, von den fertigen Ergebnissen ein Handbuch mit entsprechendem Wollstranng und Strickprobe anzulegen. Die (überfärbte) Wolle, die zum Zusammenbinden verwendet wurde, ist auch gleich noch in den Katalog aufgenommen worden.
Entschieden hatte ich mich für Sockenwolle mit Bambusanteil (glänzt schon und wirkt von Natur aus etwas meliert). Die beiden fertigen Stränge sind ganz gut gelungen, obwohl ich schon auf andere Farbtöne aus war  - die Lila-Braunton-Färbung sollte wie diese Färbung von Tanis Fiber Arts werden (eine Sonderfärbung des diesjährigen Wollabos), deswegen heißt sie auch 'Tribute to Tanis'. Der zweite Strang war ursprünglich ein Pink-Grau-Hellblau Experiment, was dann am Ende zu intensiv (das Pink) und zu fleckig (grau und blau) geworden war. Also wurde alles nochmal im Topf graublau überfärbt  - deswegen der Name 'Boozed Pink Panter'.
von li oben nach re unten: Färbeproben, 'Boozed Pink Panther', 'Tribute to Tanis', Strickproben
Das nächste Projekt wird allerdings ein Überfärben von bereits farbiger Wolle sein. Die fliederfarbene Wolle, mit der mein erster Pullover fast schon fertig gestrickt war, wartet darauf, in ein dunkles Lila verwandelt zu werden, vielleicht schaffe ich es sogar, das Ganze etwas meliert aussehen zu lassen. 
Nach einigen grauen Haaren mehr, weil der (fliederfarbene) Pullover nicht passte (tja, eine Maschenprobe muss wohl sein ...) und ich auch die Farbe ganz gräßlich fand (was habe ich mir damals blos gedacht?), entschied ich mich mit schwerem Herzen nach der ganzen Arbeit alles wieder aufzuribbeln. Die ganze Wolle (satte 600 g) muss jetzt zum Färben noch in 100g-Stränge gewickelt werden - eine echte Sisyphos-Arbeit. Diesmal soll daraus eine Strickjacke entstehen - wenn ich jemals dazu komme ...