Burn-Out-Philosophie I

Manchmal frge ich mich wirklich wofür ich früh aufstehe. Für jemanden der ein richtiger Morgenmuffel ist, ist Arzt einfach der falsche Beruf. Was bring mich dazu mich jeden Morgen immer wieder neben diesen meterhohen Aktenstapel zu setzen, mit Patienten zu reden die mich für die Schwester halten und fragen wo die Visite bleibt? Für jemanden, der seit einer Woche Kopfschmerzen hat und noch nicht einmal auf die Idee gekommen ist eine Schmerztablette zu nehmen, nachts um drei aufzustehen und noch ruhig zu bleiben? Sind es die kleinen Augenblicke der Dankbarkeit die ich manchmal glaube zu spüren, durch all die Bürokratie und Dienstleistungsmentalität die sich in unserem Gesundheitswesen breitgemacht hat? Ist mir doch noch ein kleiner Funke Idealismus erhalten geblieben von dem großen Stück, was bereits im Studium dahingeschmolzen ist? Ich weiß es nicht, ich wundere mich nur jeden Tag wie alle anderen Kollegen diesen Spagat zwischen Hippokrates und Hobbes gelingt. Ich bin kein ausdauernder Sisyphos, manchmal würde ich mich gerne weigern den verdammten Stein auf den Berg der Bürokratie zu rollen. But this feet were made for walking (I guess) ...


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